Kapitän der Todesfähre „Sewol“ in Korea zu 36 Jahren Haft verurteilt


    Todeskapitän der koreanischen Fähre Sewol bei deren Untergang im April 2014 304 Menschen getötet wurden bekommt eine lange Haftstrafe – Der Kapitän Lee Joon-Seok der Fähre Sewol hat eine Haftstrafe von 36 Jahren bekommen, die südkoreanische Staatsanwaltschaft hatte die Todestrafe gefordert. Bei dem Fährunglück im April 2014 sind von 476 Menschen, 304 Menschen ums Leben gekommen davon rund 250 Schüler. 9 Opfer konnten bis heute nicht geborgen werden, die Suche nach ihnen wurde von der koreanischen Regierung kurz vor der Urteilsverkündung eingestellt. Zwei Taucher die nach den Opfern gesucht haben sind bei den Bergungsarbeiten ebenso verunglückt.

    Dem 69-Jährigen Kapitän der Sewol wird vorgeworfen das er als einer der Ersten die Fähre mit 477 Menschen, darunter fast nur Schüler verlassen hatte und damit seinen Pflichten nicht nachgekommen ist. Die Todesstrafe wird aber in Südkorea seit 1997 schon nicht mehr vollstreckt – die Staatsanwaltschaft forderte sie dennoch. Zugute hielt man ihm das er die Evakuierung anordnete, bevor er das Schiff verlassen hat. Im Gericht sprach immer wieder davon, dass er niemals mit so vielen Opfern und einem solchem Ausgang der Havarie gerechnet habe.



    Das Gericht in Kwangju sprach in der Urteilsverkündung davon, dass der Kapitän zwar keine Tötungsabsicht hatte, die man ihm unterstellen kann, er aber dennoch die volle Verantwortung zu tragen hat für das Unglück.

    Der erste Maschinist der Sewol wurde ebenso verurteilt. Er wurde zu 30 Jahren Haft verurteilt weil er zwei Crewmitglieder in voller Absicht ihrem Schicksal überlassen haben soll. Darüber hinaus gab es 13 weitere Haftstraffen für diverse Besatzungsmitglieder die sich mit dem Kapitän von Bord verabschiedet hatten – noch während der Evakuierung.

    Der Verlauf der Havarie der koreanischen Fähre Sewol

    Vor der südkoreanischen Küste ist die Fähre „Sewol“ in Seenot geraten und innerhalb von wenigen Stunden gesunken. Auf dem Schiff befanden sich 477 Menschen. Zu Beginn wurde von 100 Menschen gesprochen die vermisst werden, dann wurde die Zahl auf knapp 300 korrigiert. Nun steht fest das 304 Menschen, die meisten davon Schüler ihr Leben lassen mussten. Die Fähre war in Inchon mit 477 Menschen an Bord gestartet, das Brisante dabei, auf dem Schiff waren 325 Schüler.

    Fähre "Sewol" mit 477 Menschen gesunken / © Youtube BBC

    Fähre „Sewol“ mit 477 Menschen gesunken / © Youtube BBC



    Zu Beginn neigte sich das Schiff auf die Seite, es dauerte nur wenige Stunden ehe es komplett versunken war. Etliche Schiffe und rund 20 Helikopter beteiligten sich an der Rettungsaktion der 477 Menschen vor der Südwestküste Südkoreas.

    Das Schiff war auf dem Weg zur Ferieninsel Jeju mit 325 Schülern. Sie startete am Abend zuvor in Inchon, das liegt südlich von Seoul. Die Passagiere sind mit ihren Rettungswesten ins Wasser gesprungen nach dem die Crew sie dazu aufforderte.

    Wieso die Fähre in Seenot geraten ist, ist bisher nicht vollkommen geklärt. Man geht von einem unkontrollierten Richtungswechsel bei der Sewol in Schieflage gekommen ist. Es könnte Ladung verrutscht sein. Klar ist nur das die Reederei die Fähre Sewol umgebaut hat nach der Übernahme um die Kapazitäten zu erhöhen ob es dabei zur Einschränkung der Funktionalität gekommen ist, soll geprüft werden. Zu Beginn ist man von einer Grundberührung ausgegangen, das wird mittlerweile nahezu ausgeschlossen.



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