Video: Ausgebranntes Autodeck der Norman Atlantic


    Ein Video aus dem Wrack der Norman Atlantic ist aufgetaucht. Eigentlich dürfte es das Video gar nicht geben. Denn die ausgebrannte Fähre der Anek Lines wird rund um die Uhr überwacht. Das Video machte aber schon seine Runde bevor die Staatsanwaltschaft und andere Ermittler das Schiff erstmals untersuchten, was Anfang dieser Woche passiert. Die Norman Atlantic hatte fünf Tage gebraucht um am Haken von Schleppern den Hafen von Brindisi zu erreichen.

    Das Video zeigt es sehr deutlich, noch immer qualmt das Schiff leicht vor sich hin. 9 Tage lang hat die Feuerwehr gebraucht um es komplett zu löschen im Hafen von Brindisi. Am Montag betraten Ermittler die Norman Atlantic, beobachtet von vielen Journalisten und Schaulustigen. Sie wollen herausfinden wieso das Schiff lichterloh brannte, auch sucht man noch nach Vermissen. Das erste Ergebnis: An Bord sollen keine weiteren Leichen gefunden worden sein.



    Bei dem Feuer an Bord der Norman Atlantic sind bisher elf Menschen gestorben, darunter zwei Deutsche. Weiterhin wird nach 18 Vermissen gesucht, die wahrscheinlich das Unglück auch nicht überlebt haben. Bei einigen Leichen wurden Bissewunden von Haien entdeckt, sie müssen wohl ins Wasser gesprungen sein um sich vor dem Feuer zu retten.

    Gegen sieben Menschen wird aktuell ermittelt, darunter der Kapitän Argilio Giacomazzi, sowie der italienische Charterer der griechischen Fähre Carlo Visentini.

    Ausgebrannte Auto-Wracks auf der Norman Atlantic / © Screenshot Youtube von www.brindisioggi.it

    Ausgebrannte Auto-Wracks auf der Norman Atlantic / © Screenshot Youtube von www.brindisioggi.it



    An Bord erwarteten die Ermittler schlimme Bilder, komplett ausgebrannte Autos, Lastwagen und vieles mehr. Alles zusammengedrückt auf der Steuerbordseite. Die Wracks sind dorthin gerutscht, als das Schiff Schlagseite bekam.

    An Bord sind nicht alle Bereiche ausgebrannt, von 5 Frachtbereichen blieben zwei unversehrt, ebenso wie der Maschinenraum der noch vollkommen intakt sein soll. Wie das Unglück passieren konnte ist nach wie vor nicht geklärt. Es könnte ebenso ein Kurschluss von einem LKW gewesen sein, wie auch Brandstiftung.

    Passagiere berichteten im Nachgang, dass nicht das Feuer das größte Problem war, sondern ein zu später Alarm, mangelnde Koordination bei der Evakuierung, defekte und klemmende Türen, nicht heruntergelassen Rettungsboote und fehlende Sicherheitsvorkehrungen im Allgemeinen.

    Überlebende Passagiere haben indes die Anwältin Alessandra Guerini die im Auftrag vieler Costa Concordia Überlebenden gegen Costa klagt, damit beauftragt, Inspekteure der italienische RINA anzuklagen. Die Mitarbeiter der RINA sollen angeblich falsche Sicherheitszertifikate für die Norman Atlantic ausgestellt haben. Ob das stimmt, wird sich herausstellen.

    Hintergrund:
    Gegen halb sechs am 28.12.2014 in der Früh ist ein Feuer auf der Fähre “Norman Atlantic” ausgebrochen. Das Schiff befand sich westlich der Insel Korfu. Der Fahrplan besagte dass sich die Norman Atlantic auf dem Weg von Igoumenitsa nach Ancona bewegen sollte. Das Feuer brach auf dem Autodeck (Frachtdeck) aus. Das Schiff stand sehr lange lichterloh in Flammen.

    Die Rettungsaktion der 504 Menschen die sich an Bord befanden war nicht so einfach zu bewerkstelligen. Starkwinde und hohe Wellen haben die Rettungsaktionen massiv behindert und erschwert. 11 Menschen sind bei dem Unglück ums Leben gekommen, darunter zwei Deutsche und zwei albanische Hafenmitarbeiter die bei der Rettungsaktion getötet wurden. 18 Menschen werden noch immer vermisst. Auf den Personenlisten waren nur 499 Menschen eingetragen, weitere 6 Menschen waren als „blinde Passagiere“ an Bord.

    Die Norman Atlantic gehört dem Unternehmen VISEMAR di Navigazione S.R.L, diese haben das Schiff an die Anek Lines Fährrederei verchartert. Die Fähre 177 Meter lange Fähre fährt unter italienischer Flagge.



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