Reisebericht: MS Astor mit Kind – 8 Tage England Kreuzfahrt


    Schon einmal fuhren wir mit unserem 4jährigen Kind mit der MS Astor auf Kreuzfahrt, damals war es allerdings nur eine Kurzreise, die in Bremerhaven startete und endete und dazwischen lediglich einen Tagesaufenthalt auf Sylt bot. Diesmal sollte es etwas länger werden, denn so zwei Tage vergehen schnell und ob man auf einer solch kurzen Kreuzfahrt das Leben an Bord mit einem Kind so wirklich beurteilen kann ist fraglich.





    Eine Woche, 8 Tage, standen uns nun auf der MS Astor auf einer England Kreuzfahrt bevor. Start und Ziel waren ebenfalls Bremerhaven, dazwischen die Destinationen Plymouth, Milford Haven, Cherbourg, Southampton und zwei Seetage. Vor allem auf die Seetage war ich sehr gespannt, auf einem Schiff auf dem eher Menschen gesetzteren Alters reisen und offiziell keine separaten Bereiche für Kinder vorhanden sind. Die zwei Tage auf der Syltreise waren super, Leon hatte viel Spaß und fühlte sich wohl, doch wie würde es bei einer ganzen Woche aussehen, ist die Reise mit einem 4jährigen Kind zu lange oder kommen auch hier sowohl Kind als auch Mama voll auf ihre Kosten?

    Die Anreise und vor allem der Check-In und die Einschiffung in Bremerhaven verliefen so wie man es sich wünscht, leere Schalter, keine Wartezeiten und direkt die Möglichkeit aufs Schiff zu gehen. Während wir auf unsere Kabine begleitet wurden, eine Innenkabine Baltic auf Deck 4, standen unsere Koffer bereits davor, so dass wir auch hier direkt mit dem Auspacken beginnen konnten. Am Anreisetag verlief absolut alles nach Plan, die Seenotrettungsübung fand pünktlich wie angekündigt statt, verlief ohne besondere Vorkommnisse oder Probleme und auch das Ablegen und Auslaufen startete pünktlich in Bremerhaven und schon befanden wir uns auf dem Weg in den Ärmelkanal Richtung England.

    Der erste Seetag war wirklich sehr angenehm, das Wetter war schön, meiste Zeit zeigt sich sogar die Sonne und Leon zeigte mir seine Lieblingsplätze an Bord, an die er sich noch sehr gut erinnerte. Dazu gehörten natürlich das Sportdeck wo man Fußball, Basketball und Tischtennis spielen kann, das große Schachspiel auf dem Freideck und natürlich das Karten-Spielzimmer auf dem Promenadendeck auf der Steuerbordseite im vorderen Bereich des Schiffes. Hier gibt es wirklich jede Menge Spiele zur Auswahl, von Brettspielen, über Kartenspiele bis hin zu Würfelspielen ist echt alles dabei. Beliebte Spiele natürlich auch mehrfach, so dass verschiedene Passagiere auch die Möglichkeit haben ihr Lieblingsspiel gleichzeitig zu spielen. Natürlich gab es auch Spiele speziell für Kinder, darunter Memorys, Labyrinth Junior und Puzzles. Aber auch Mensch ärger dich nicht, Fang den Hut, Spiel des Lebens, Monopoli und einige weitere Spiele waren sowohl bei Leon als auch bei anderen Kindern sehr beliebt.

    Die darauffolgenden Tage verbrachten wir jeweils in mehr oder minder tollen Städten. Jede Destination hatte auch in irgendeiner Form etwas tolles für Kinder zu bieten, so dass Leon Spaß hatte während ich ein wenig Kultur schnuppern konnte. Da ich kein Fan davon bin mit einem 4jährigen Kind komplett organisierte und durchgestylte Landausflüge zu buchen schauten wir uns alle Destinationen auf eigene Faust an was auch in den meisten Fällen eine gute Entscheidung war. Entgegen allen Klischees wie sie ein öffentlich rechtlicher Fernsehsender gerade in einer Reportage aufgestellt hat kann ein Kind in diesem Alter auch sehr gut zufuß auf Landausflüge gehen und muss nicht in einem Kinderwagen durch zu enge Gassen und Co geschoben werden. Leon hatte sehr viel Spaß an unseren teils wirklich sehr langen und aufwendigen Spaziergängen, brauchte natürlich zwischendurch mal ne Pause oder ging auch mal für kurze Zeit auf den Arm, dennoch tut Bewegung jedem Kind gut und Landgänge eignen sich hierfür besonders gut, vor allem auf einem Schiff wo es keine ausgewiesenen Kinderbereiche gibt und man Rücksicht auf andere mitreisende Passagiere nehmen möchte.

    Wie zu erwarten war das Bordleben an sich natürlich manchmal etwas langatmig für Leon, schließlich kann man nicht ununterbrochen Brettspiele spielen und auch Fußball und Co sind keine Ganztagesbeschäftigungen. Demnach hatte Leon natürlich auch so seine Minuten in denen er er Blödsinn machte und sich teils nicht mehr so wirklich unter Kontrolle hatte. Die anderen Passagiere, vor allem die Älteren, begegneten dem mit einem Lächeln, sahen es gelassen und erfreuten sich an dem kleinen Wirbelsturm. Viele sahen es als sehr positive Abwechslung dass auch mal so ein kleines Kind an Bord der Astor war und empfanden auch seine manchmal nicht ganz so vorbildlichen Tischmanieren nicht als störend und nahmen es mit Humor. Vor allem die Crew muss an dieser Stelle mal erwähnt werden, einige Mitarbeiter kümmerten sich so vorzüglich um Leon, nahmen ihn mit um die Getränke zu holen, gingen mit ihm Eis holen organisierten auch mal was, das gerade nicht auf dem Buffet stand und schafften mir dadurch auch mal zwei Minuten Freiraum. Ein besonderer Dank geht hier vor alle an Lisa und den Kreuzfahrt-Pascal aus dem Übersee Club.

    Auch wenn es neben dem Übersee Club, in dem es zu allen drei Tagesmahlzeiten ein Buffet gab, auch noch das Waldorf Restaurant gab, nutzen wir lediglich das Angebot des Übersee Clubs. Ein Buffet ist mit Kind einfach angenehmer als ein á la carte Restaurant, denn beim Buffet bestimmt man unter anderem selbst das Tempo wie die Mahlzeiten auf den Tisch kommen und es entstehen keine Wartezeiten, die mit einem eventuell müden Kind überbrückt werden müssen. Die Atmosphäre im Übersee Club war mehr als angenehm, keine Schlangen vor dem geschlossenen Restaurant, kein Gedrängel am Buffet und keine Platzprobleme. Egal wann man zum Essen kam es gab immer genügend freie Plätze und auch ums Buffet herum konnte man sich zu jeder Zeit frei bewegen ohne Platzangst zu bekommen oder Sorgen haben zu müssen dass ein kleines Kind überrannt wird. Ist man einmal etwas zu früh beim Essen, so wie an einem Tag als das Restaurant eine halbe Stunde später öffnete als sonst steht man nicht in einer Schlange vor verschlossener Tür sondern kann sich schon mal an einen Tisch setzen, es werden Getränke serviert, nur das Buffet ist dann eben noch abgesperrt.

    Die Kreuzfahrt auf der MS Astor mit Kind über einen Zeitraum von einer Woche war auf jeden Fall ein voller Erfolg und ich würde es jederzeit wieder machen. Vor allem das Publikum auf der MS Astor ist sehr angenehm und man hat jede Menge nette Bekanntschaften geschlossen und interessante Gespräche geführt. Mit den richtigen Beschäftigungsmöglichkeiten im Gepäck, die man zum Beispiel auch mal auf der Sonnenterrasse oder in einer Bar mit seinem Kind spielen kann hat man auch genügend Möglichkeiten selbst ein wenig zur Ruhe zu kommen, mal abzuschalten und einfach die See zu genießen.

    Lediglich der letzte Seetag vor der Ankunft zurück in Bremerhaven war für uns beide ein wenig anstrengend, schließlich kannten wir das Schiff bereits in- und auswendig, haben schon unzählige Male alle Brettspiele durch und auch Fußball, Basketball und Co konnten uns nicht mehr begeistern. Teils etwas gelangweilt hatte Leon jede Menge Unfug im Kopf, was für uns beide zu einer kleinen Herausforderung wurde. Ein Tag mit Landgang am letzten Tag der Reise hätte uns wahrscheinlich etwas besser gelegen.

    Besonders schön fand Leon natürlich den Spiele-Marathon für Kinder der von den Reiseleitern an Bord organisiert wurde. Hier konnten Kinder aller Altersklassen teilnehmen und ganz offiziell mal ein bisschen toben und verrückt sein. Während der Ferienzeiten (Sommer, Herbst, Weihnachten) wenn mindestens 20 Kinder an Bord der Astor sind werden solche Aktivitäten auch mit Betreuung von Kindern regelmäßig angeboten indem die Anzahl der Reiseleiter zu diesen Zeiten erhöht werden

    Die 8-tägige Kreuzfahrt auf der MS Astor gemeinsam mit Leon war sehr schön und wir konnten uns auch beide ein wenig erholen. Wir haben sehr viele tolle neue Eindrücke gewonnen, sowohl vom Schiff und den Menschen, also auch von den Ortschaften wie wir besucht haben.

    Ausführliche Berichte über jeden einzelnen Tag unserer Kreuzfahrt gibt es natürlich auch und sind auf Schiffe-und-Kreuzfahrten.de zu finden.



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