Reisebericht: MS Astor mit Kind: Anreise, Einschiffung und Leinen los


    Am Samstag war es endlich so weit unsere Kreuzfahrt mit der MS Astor stand kurz bevor, nur die rund 350km Anreise trennten uns noch vom Schiff. Obwohl die Zugtickets bereits gebucht waren entschied ich mich spontan doch mit dem Auto nach Bremerhaven zu fahren, da wir am Ende doch mehr Gepäck hatten als ursprünglich geplant. Mit einem großen Koffer voll mit warmen und auch luftigen Klamotten, einem Rucksack voll mit Spielsachen, meiner Kameratasche und einem nicht ganz 4jährigen schien mir die Zugfahrt, vor allem das Umsteigen doch etwas zu aufwendig zu werden.

    Dreieinhalb Stunden später in etwa kamen wir dann am Columbuskaje in Bremerhaven an. Das Kreuzfahrtterminal ist einfach zu finden, man sollte allerdings beachten, dass ein Navigationsgerät im Auto (Jedenfalls unser Audi-Navi mit der neuesten Version) die Columbuskaje in Bremerhaven nicht kennt, gibt man als Stadt allerdings Bremen anstatt Bremerhaven ein, kommt man direkt dort hin, auch wenn man das nicht wirklich verstehen muss. Parkplätze sind Vorort genügend vorhanden, fährt man nur kurz aufs Gelände um jemanden abzusetzen sind diese sogar kostenfrei.





    Die Einschiffung bzw. der Check-In verlief wie man es kennt. Die Wartezeit bewegte sich mit 20 Minuten in einem akzeptablen Rahmen, hier bewährte sich direkt mein neuer Rimowa Koffer auf dem Leon es sich gemütlich machte, während ich ihn Stück für Stück näher zu den Schaltern schob.

    An Bord der MS Astor war unsere Kabine, eine Außenkabine auf Deck 4 (437) schnell gefunden. Die Kabine ist zweckmäßig mit zwei Einzelbetten, bzw einem richtigen Bett und einer ausklappbaren Couch, also völlig ausreichend für eine alleinreisende Person mit Kind oder zwei Erwachsene. Auch die Dusche im Bad bot genügend Platz, so dass man als normal gebaute Person gemeinsam mit seinem Kind duschen kann. Einzig der Einstieg ins Bad ist etwas unglücklich gestaltet mit einer ordentlichen Stolperstufe mit deren Hilfe sich Leon direkt mal längs gelegt hat.

    Kurz nachdem wir uns in der Kabine ein wenig breit gemacht hatten bekamen wir schon den ersten Besuch von einer Kabinenstewardess die für Leon eine passende Rettungsweste für Kinder sowie einen Kinderbademantel brachte.

    Hungrig von der langen Anreise begaben wir uns auf Deck 7 in den Überseeclub wo ein leckeres Kuchenbuffet angeboten wurde bevor wir uns ein wenig auf der MS Astor umschauten.

    Viel Zeit blieb uns allerdings nicht für einen ausgiebigen Rundgang, da schon kurze Zeit später mit dem Masteralarm (7 kurze und 1 langer Ton) zur Seenotrettungsübung geladen wurde. Die Teilnahme an dieser Sicherheitsübung ist auf der MS Astor, so wie auf jedem anderen Kreuzfahrtschiff, Pflicht was auch sehr sinn voll ist. Leon hatte keinerlei Probleme mit der Übung, zog seine Rettungsweste stolz über und marschierte mit dem Strom, während wir von der Musterstation im Captains Club zu den Rettungsbooten liefen. Er lauschte den Sicherheitshinweisen sehr aufmerksam und beobachtet gleichzeitig das Geschehen unten an Land. Eine Seenotrettungsübung mit Kind kann also auch ganz entspannt ablaufen und muss nicht unbedingt anstrengend oder stressig sein.

    Kurz drauf verließen wir dann Bremerhaven und machten uns auf in Richtung Sylt wo wir den nächsten Tag verbringen werden. Nun hatten wir also genug Zeit um die MS Astor zu erkunden. Auch wenn sie nicht unbedingt als DAS Kinderschiff bekannt ist, so bietet sie für den Kreuzfahrt-Nachwuchs doch allerhand. Leon verausgabte sich an Deck mit einem Schachspiel und wollte gar nicht mehr aufhören die großen Figuren von Feld zu Feld zu rücken. Das ganze schien sogar System zu haben, jedenfalls in seinen Augen. Anschließend spielten wir noch eine Runde Fussball und Tischtennis, wobei wir das mit den kleinen Bällen und dem Schläger nochmal ein wenig üben müssen, aber wir sind ja schließlich noch zwei weitere Tage an Bord.

    Zum Abendessen begaben wir uns wieder in den Überseeclub wo ein leckeres Buffet angeboten wurden. Freie Plätze gab es im Restaurant genügend und auch ums Buffet herum konnte man sich frei bewegen. Die Speisenauswahl war sehr großzügig und auch die Qualität des Essens ließ keinen Grund zum meckern. Lediglich Leon war zwischenzeitlich schon sehr müde weshalb das mit dem sitzen bleiben am Tisch nicht mehr so gut funktionierte, aber ansonsten war das Abendessen wirklich sehr entspannt und ein schöner Abschluss.

    Später bekam Leon vom Kapitän noch ein Fernglas geschenkt das er natürlich direkt ausprobierte an Deck und im Schiff.

    Anschließend drehten wir noch eine Runde an der frischen Luft bevor wir in unsere Kabine zurückkehrten und beide völlig erschöpft ins Bett fielen.

    Mein Fazit nach dem ersten Tag mit Kind auf der MS Astor fällt mehr als positiv aus. Die komplette Crew ist sehr aufmerksam und sehr zuvorkommend vor allem was Leon betrifft. Man merkt dass Kinder an Bord der MS Astor eher die Ausnahme sind und dementsprechend ist es ein Highlight für das wirklich sehr kinderfreundliche Personal, die sich förmlich um Leon reißen. Er genoss diese Aufmerksamkeit natürlich in vollen Zügen und fühlte sich wie ein kleiner Star an Bord. Auf der Fahrt waren aber bestimmt 10-15 Kinder dabei.

    Ein paar Videos vom Tag und vom Schiff:

    Die Kabine – 437 auf der MS Astor

    Leon spielt Schach

    Leon spielt am Steuerrad im Captain´s Club



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