Viking Freyra Unfall – Schiff rammt Brücke: Zwei tote Offiziere


    Viking River Cruises ist wieder in einen Unfall auf einem Fluss verwickelt, dieses Mal mit tragischen Folgen. Die Viking Freyra ist in erlangen gegen eine Eisenbahnbrücke gefahren, das Steuerhaus wurde mit zwei Besatzungsmitgliedern komplett zerquetscht.

    Die 33 und 49 Jahre alten Männer aus Ungarn die das Schiff steuerten waren gegen 1:30 Uhr gegen die Betonbrücke auf dem Main-Donau-Kanal gefahren.



    An Bord der Viking Freyra waren 181 Passagiere zum Unglückszeitpunkt. 220 Einsatzkräfte waren in der Nacht am Unglücksort und evakuierten die Passagiere wie auch die Besatzungsmitglieder. Diese wurden über einen Notsteg an Land gebracht. Die Evakuierung begann erst Stunden nach dem Aufprall gegen die Brücke am Morgen um 6 Uhr.

    Viking Freyra kollidiert mit Eisenbahnbrücke - zwei Tote / © Viking River Cruises

    Viking Freyra kollidiert mit Eisenbahnbrücke – zwei Tote / © Viking River Cruises



    Die zwei toten Mitarbeiter von Viking River Cruises konnten nur mit sehr schwerem Gerät durch die Feuerwehr geborgen werden aus dem komplett zerstörten Führerhaus.

    Das Schiff wurde evakuiert und die Passagiere, die überwiegend aus der USA stammen in umliegende Hotels gebracht. Der Schiffsverkehr ist derzeit komplett gesperrt an dieser Stelle.

    Der Kapitän war zum Unfallzeitpunkt unter Deck, er hatte keinen Dienst laut ersten Erkenntnissen. Ist aber auch unerheblich, da die Brückenbesatzung auch das Schiff steuern darf und sollte. Genaue Auskünfte wieso die Brücke nicht eingefahren wurde ist bisher unklar.

    Informationen zur Viking Freya

    • Baujahr: 2012
    • Werft: Neptun Stahlbau GmbH in Rostock
    • Länge: 135,00 Meter
    • Breite: 11,45 Meter
    • Tiefgang: 170-200 Zentimeter
    • Decks: 4
    • Passagier: 190
    • Kabinen: 95

    Bericht der Feuerwehr Erlangen

    Um 2:00 Uhr am frühen Morgen des 11. September 2016 wurde ein Großaufgebot von Feuerwehr, Rettungs-, Betreuungs- Wasserrettungsdienst, Technischem Hilfswerk, sowie der Polizei zum Main-Donau-Kanal nach Erlangen-Frauenaurach nahe der Schleuse Kriegenbrunn alarmiert.

    Vor Ort wurde folgende Lage festgestellt: ein Personenschiff, mit 181 Fahrgästen und einer 49 Mann starken Besatzung war mit einem Brückenbauwerk kollidiert. Das unter Schweizer Flagge fahrende Schiff ist hierbei mit dem Steuerstand gegen die Brücke, der zwischen Erlangen und Frauenaurach verlaufenden Eisenbahnstrecke gestoßen.

    Bei der Kollision wurden zwei Besatzungsmitglieder in der Schiffsbrücke eingeklemmt und konnten durch die Rettungskräfte nur noch tot geborgen werden. Hierzu musste in aufwändiger Arbeit der völlig deformierte Steuerstand mit schwerem technischem Gerät geöffnet werden.

    Zur Evakuierung der Gäste des Hotelschiffs sowie der verbleibenden Crew-Mitglieder wurde durch Kräfte von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk ein provisorischer Steg errichtet und mit Kränen zwischen Schiff und Ufer gehoben. Bereitstehende Busse transportierten die Insassen anschließend in das Gemeindezentrum nach Frauenaurach, wo sich Kräfte des Betreuungsdienstes ihrer weiteren Versorgung annahmen.

    Die notfallseelsorgerische Tätigkeit gestaltete sich schwierig, da die Kommunikation mit den betroffenen Fahrgästen, fast ausschließlich in englischer Sprache erfolgen konnte. Die Gesamtkoordination der nichtpolizeilichen Rettungsarbeiten erfolgte nach Art. 15 des Bayerischen Katastrophenschutzgesetztes durch einen im Voraus benannten Örtlichen Einsatzleiter der Erlanger Feuerwehr. Für die an der Bergung der beiden Unfallopfer beteiligten Rettungskräfte wird der Einsatz im Rahmen der Nachsorge entsprechend aufgearbeitet.

    Nach vorläufiger Inaugenscheinnahme durch einen kompetenten Fachberater des Technischen Hilfswerks, konnten an beiden betroffenen Brückenbauwerken keine wesentlichen Schäden festgestellt und diese wieder für die Nutzung freigegeben werden. Der Schiffsverkehr auf dem Main-Donau-Kanal bleibt bis auf weiteres eingestellt.

    Der Sachschaden kann durch die Feuerwehr nicht beziffert werden.

    Die Unglücksursache ist Gegenstand staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen.

    Insgesamt waren ca. 200 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei und Technischen Hilfswerk vor Ort.

    Gegen 08:15 Uhr konnte die Einsatzstelle an die zuständige Wasserschutzpolizei übergeben werden.

    Eingesetzte Kräfte

    • Feuerwehren: Alterlangen, Erlangen-Stadt, Frauenaurach, Steudach und die Ständige Wache Erlangen.
    • Technisches Hilfswerk: Erlangen und Forchheim
    • Wasserrettung: Erlangen, Dechsendorf, Nürnberg und Forchheim (BRK Wasserwacht und DLRG)
    • Rettungs-, Sanitäts- und Betreuungsdienst: Einheiten aus Erlangen, Baiersdorf, Herzogenaurach, Heroldsberg und Höchstadt a. d. Aisch

    Polizei: Wasserschutzpolizei, Polizeiinspektion Erlangen, Polizeipräsidium Nürnberg

    Unfallursache nicht aufklärbar

    Eine Sprecherin der ermittelnden Staatsanwaltschaft bezieht sich auf die Auskunft einen Sachverständigen, der angegeben hatte, dass aufgrund der Beschädigung des Führerhauses, keine Rückschlüsse auf die Unfallursache gezogen werden können. Die Kapitänsbrücke ist derart zerstört, dass nicht mehr geklärt werden kann ob ein technischer Defekt für den Unfall verantwortlich ist oder aber auch menschliches Versagen.



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