220 Jahre alt: Die Papenburger Meyer Werft feiert Geburtstag


    Die Meyer Werft in Papenburg feiert Geburtstag: Am 28. Januar 2015 jährt sich die Gründung der Werft in Papenburg an der Ems zum 220 Mal. Im Januar 1795 wurde die Werft als Thurm Werft von Willm Rolf Meyer am Papenburger Hauptkanal gegründet. Am früheren Standort befinden sich jetzt ein Hotel und die Stadthalle Papenburgs.

    Die Werft ist heute in der sechsten und siebten Generation im Familienbesitz und wird heute von den Geschäftsführern Bernard Meyer, Dr. Jan Meyer sowie Lambert Kruse geführt.



    In den Anfangsjahren baute die Werft Segelschiffe aus Holz. Bereits früh zeigte die Werft Pioniergeist und begann als einzige Schiffswerft in der Region Schiffe aus Eisen und mit Dampfmaschinen zu bauen. Der Raddampfer Triton war 1874 das erste Schiff dieser Art. Zu dieser Zeit leitete Joseph Lambert Meyer in der dritten Generation das Familienunternehmen.

    220 Jahre alt wurde die Meyer Werft in Papenburg / © Meyer Werft

    220 Jahre alt wurde die Meyer Werft in Papenburg / © Meyer Werft



    Im Jahr 1913 schaffte das Unternehmen mit dem Bau der Graf Goetzen eine weitere Pionierleistung. Dieses Kombi- Schiff für Passagiere und Fracht wurde nach dem Bau in seine Einzelteile zerlegt, in Kisten verpackt, an den Tanganyikasee im heutigen Tansania transportiert und dort wieder zusammengesetzt. Bis heute ist es dort im Einsatz und lieferte Stoff für zahlreiche Legenden, die in zahlreichen Bücher und Filmen verarbeitet wurden.

    Die beiden Weltkriege sowie die Wirtschaftskrise führten die Werft in eine schwierige Zeit. Aufgrund der früheren Entscheidung gegen den Bau von Marineschiffen, konnte die Werft den Wiederaufbau erfolgreich gestalten. Mit dem Feuerschiff Elbe 1 (Bürgermeister O`swald) konnte 1948 ein Neubau abgeliefert werden, der eine neun Jahre lange Bauzeit mit vielen Unterbrechungen hinter sich hatte.

    In der Nachkriegszeit konzentrierte sich Joseph-Franz Meyer bereits auf internationale Märkte wie beispielsweise Indonesien. Viele Passagierschiffe für den südostasiatischen Inselstaat waren Resultat dieser Partnerschaft. Zudem war der Bau vieler Fähren für skandinavische Reedereien als auch der Einstieg in den Gastankermarkt ein Verdienst von Joseph-Franz Meyer. Und wiederum war es ein ungewöhnlicher und mutiger Schritt, der 1973/74 die Weiterentwicklung des Unternehmens maßgeblich beeinflusste: Mitten im Kalten Krieg nahm die Werft den Auftrag zum Bau von sechs Gastankern für die damalige Sowjetunion an – und gleichzeitig baute sie die dazu erforderliche neue Werft am Stadtrand Papenburgs direkt an der Ems auf.

    Mit der neuen Kompaktwerft am heutigen Standort und dem erfolgreichen Einstieg in den Kreuzfahrtmarkt zu Beginn der 80 er Jahre begann die heute bekannte Entwicklung zu einem der führenden europäischen Schiffbauunternehmen. In zahlreichen Investitionsschritten gelang es dem mittelständischen Unternehmen stetig die Werftanlagen und das Know-how der Mitarbeiter kontinuierlich weiter zu entwickeln. Mit zwei großen Baudockhallen, einem innovativen Laser- und Rohrzentrum sowie einer großen und hochspezialisierten Lieferantenstruktur konnte die Werft ihre Marktstellung etablieren.

    Die Homeric war 1986 das erste anspruchsvolle Großprojekt im Kreuzfahrtmarkt, das die Papenburger MEYER WERFT fertigstellte. Mit diesem Schiff erfolgte eine zentrale Weichenstellung der jüngeren Vergangenheit. Der anhaltende Boom im Kreuzfahrtmarkt tat seinen Teil dazu. Der Standort an der Ems, der auch manchmal kontroverse Diskussionen lieferte, war offenkundig ein richtiger Standort, um erfolgreich Kreuzfahrt- und andere Spezialschiffe zu bauen. Die Quantum of the Seas sowie das neue Forschungsschiff Sonne sind die jüngsten Beispiele für die technischen und logistischen Leistungen des Unternehmens.

    Heute ist das Familienunternehmen mit seinen drei Standorten in Papenburg, in Rostock-Warnemünde und in Turku erfolgreich. In Rostock wurde nach der Übernahme 1997 erfolgreich das Segment Flusskreuzfahrt etabliert und in Turku wird aktuell an neuen Kreuzfahrtschiffen sowie innovativen Fährschiffen gearbeitet.

    Darüber hinaus bietet das Besucherzentrum der Meyer Werft, das im März 2015 als neues Schiffbauerlebniszentrum wieder eröffnet wird, mehr Einblicke in die Unternehmens- und Familiengeschichte.

    Modelle der in Papenburg gebauten Schiffe befinden sich u.a. auch im Deutschen Museum in München, im Internationalen Maritimen Museum in Hamburg sowie im Deutschen Schifffahrtmuseum in Bremerhaven.



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