Meyer Werft Konzernmutter zieht nach Luxemburg


    Die Konzernmutter der Meyer Werft, die Meyer Neptun GmbH zieht nach Luxemburg um. Die Meyer Neptun GmbH mit Sitz in Rostock, unter welcher bisher alle deutschen Werftaktivitäten der Meyer Gruppe eingegliedert waren und nach wie vor sind, wird ihren Sitz nach Luxemburg verlagern. Mitunter sind die Firmen Meyer Werft GmbH, Neptun Werft GmbH, Meyer Laserzentrum GmbH, Meyer Neptun Sozialwerk GmbH, MSW Verwaltungs AG, Meyer Rohrzentrum GmbH, Meyer Akademie GmbH und andere unter der Konzernmutter, Meyer Neptun GmbH eingegliedert.

    Das gefällt natürlich nicht allen Menschen, vordergründig will man der Meyer Werft vorwerfen Steuern sparen zu wollen. Die Meyer Werft hingegen sagt klar, das man weiterhin in Rostock wie auch in Papenburg und Turku seine Steuern zahlen wird. Die Zentralisierung in Luxemburg soll durch den Umzug vorangetrieben werden, so will man beispielsweise von dort aus für alle Werften einkaufen.



    Meyer Werft in Papenburg/ © Meyer Werft

    Meyer Werft in Papenburg/ © Meyer Werft



    Entscheidender ist der Punkt der Mitsprache, bis heute hat die Meyer Werft und auch die Konzernmutter keinen Aufsichtsrat, damit das auch so bleibt wird nun der Sitz des Konzerns im Herbst nach Luxemburg verlegt. Hier spricht man davon, das die Mitbestimmung so bleibt wie sie aktuell ist, aber die erweitere Mitbestimmung nicht zum tragen kommen soll. Bei der Meyer Werft spricht man auch davon, das man die letzten sieben Aufträge nicht so einfach hätte realisieren können, wenn noch ein Aufsichtsrat „mitspielen“ würde.

    Die Meyer Werft sagte dazu:

    Wir werden nun im Herbst in Luxemburg ein Büro eröffnen, von dem aus der zentrale Einkauf für Papenburg, Rostock und Turku (Finnland) gesteuert wird.

    sowie

    Die Steuern werden wie bisher weiterhin in Papenburg, Rostock und Turku bezahlt.

    In Luxemburg soll die Meyer Neptun GmbH dann als SE, eine europäische Aktiengesellschaft firmieren. So ist man was Finanzierungen betrifft besser gestellt nach internationalem Standard, ebenso kann auch diverse Kooperationen einfacher schließen um im Weltmarkt konkurrenzfähig bleiben zu können.

    Die Konzernmutter erreichte im Jahr 2012 einen Umsatz von 1,8 Milliarden Euro, woraus ein Gewinn von 22 Millionen Euro resultiert, im Jahr 2013 wurden mit 1,3 Milliarden Euro zwar weniger umgesetzt, aber der Ertrag mit 39 Millionen Euro deutlich erhöht.

    Die Meyer Werft meldet dazu:

    Wir haben die Meyer Werft und die Neptun Werft im vergangenen Jahr gestärkt, indem wir bei beiden Gesellschaften eine kräftige Kapitalerhöhung durchgeführt haben und alle Anlagen, Investitionsgüter und Grundstücke aus der Meyer Neptun GmbH, Rostock übertragen haben.

    Damit wurde die Meyer Neptun GmbH zu einer reinen Besitzgesellschaft degradiert und die beiden Standorte deutlich gestärkt. Die Anteile an der Meyer Neptun GmbH, Rostock wurden auf die Meyer Neptun GmbH Luxemburg übertragen, die wiederum der Neptun Industrie in Rostock (NIR) gehört.

    Papenburg ist inzwischen der größte Schiffbauplatz in Europa geworden und die Neptun Werft in Warnemünde der größte Anbieter für Flusskreuzfahrtschiffe. Wir werden nun im Herbst in Luxemburg ein Büro eröffnen, von dem aus der zentrale Einkauf für Papenburg, Rostock und Turku gesteuert wird. Wir wollen damit besonders unsere Internationalität darstellen, um im mörderischen weltweiten Konkurrenzkampf zu überleben. Dieses ist kein Steuersparkonzept. Die Steuern werden wie bisher weiterhin in Papenburg, Rostock und Turku bezahlt.

    Mit diesen gesellschaftrechtlichen Entwicklung erreichen wir aber auch, dass die Gruppe auch zukünftig keinen Aufsichtsrat haben wird. Gerade die letzten erfolgreichen Verhandlungen um sieben neue Aufträge haben gezeigt, dass ein Aufsichtsrat extrem hinderlich gewesen wäre und eventuell den Erfolg verhindert hätte. Ein großer Vorteil unserer Unternehmen ist, schnell und flexibel entscheiden zu können. Dieses lässt ein Aufsichtsrat nicht zu. Da in einem solchen Aufsichtsrat die Mehrheiten in unserem Falle sehr eindeutig auf der Unternehmensseite liegen würde, hätte dieses Gremium gegenüber dem heutigen Mitbestimmungsmodell für die Arbeitnehmerseite keinen Vorteil. Außerdem werden mit dem aktuellen Schritt keine der heute bereits geltenden Mitbestimmungsrechte beschnitten. Die Meyer Werft ist seit 220 Jahren ohne Aufsichtsrat erfolgreich gewesen und soll es auch zukünftig sein.

    Am 15. Januar wurde der Standortsicherungsvertag zwischen dem Land Niedersachsen, der Meyer Weft , der IGM und des Betriebsrat der Werft unterschrieben. Dabei verpflichtete sich das Land dafür zu sorgen, dass die Schiffe Papenburg verlassen können und das die Meyer Wert die In Europa zugelassenden Innovationshilfen bekommt. Die Meyer Werft verpflichtete sich auch zukünftig den Standort Papenburg zu erhalten und 3100 Arbeitsplätze zu garantieren. Die IGM und der Betriebsrat verpflichteten sich dazu mitzuhelfen, den Standort Papenburg konkurrenzfähig zu halten.

    Die Meyer Werft hat in den letzten Tagen 4 große Kreuzfahrschiffe in Auftrag nehmen können und ist damit bis 2020 voll beschäftigt. Nur durch viele Innovationen im Design und in der Prototypentwicklung konnte die Werft bei den Aufträgen erfolgreich sein. Es wird derzeit sogar intensiv daran gearbeitet, das kleinere überdachte Baudock wieder für 2020 zu aktivieren. Gegen harte chinesische Konkurrenz konnte die Neptun Werft den Auftrag für einen 18.000 cbm LNG Tanker zeichnen. Auch die Werft in Turku konnte zwei große Kreuzfahrschiffe für die Carnival Gruppe gewinnen.

    Schon heute sind über 3300 Mitarbeiter auf der Meyer Werft beschäftigt, also 200 mehr als vertraglich zugesichert. Auch in der Ausbildung wird die Meyer Werft weiter Vorreiter sein und bildet in einem größeren Masse aus als vereinbart. Damit hat das Unternehmen seine Verpflichtungen aus dem Standortsicherungsvertrag mehr als erfüllt und steht weiter voll zum Standort Papenburg und Warnemünde.

    Die Herausforderung, die Standorte weltweit für die Zukunft konkurrenzfähig zu machen, ist jetzt unsere Hauptaufgabe. Um das zu erreichen, sind viele Maßnahmen und Projekte gestartet worden. Die IGM und der Betriebsrat haben sich mit dem Standortsicherungsvertrag verpflichtet, die Geschäftsleitung dabei voll zu unterstützen.



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