Wyker Dampfschiffs-Reederei bestellt Neubau bei Neptun Werft


    W.D.R. bestellt weitere Doppelendfähre – bei der Neptun Werft – Ablieferung für 2018 geplant

    Die Wyker Dampfschiffs-Reederei Föhr Amrum GmbH und die Rostocker Neptun Werft GmbH & Co. KG haben am 26. Oktober den Vertrag zum Bau einer weiteren Doppelendfähre für die Föhr-Amrum-Linie (FAL) unterzeichnet. Das neue Schiff wird ein modifizierter Nachbau der 2011 von Neptun abgelieferten M/S „Schleswig-Holstein“.



    Die Geschäftsführer beider Unternehmen, Axel Meynköhn (W.D.R.) und Manfred Müller-Fahrenholz (Neptun Werft), setzten in Rostock ihre Unterschriften unter den Vertrag. „Die Neptun Werft konnte sich in intensivem Wettbewerb gegen andere deutsche und europäische Werften durchsetzen und legte ein attraktives Angebot vor“, sagte Axel Meynköhn am Rande der Unterzeichnung, „außerdem sprachen die sehr guten Erfahrungen mit unserer ‚Schleswig-Holstein‘ für diesen Betrieb. Ich freue mich daher, dass wir für unseren dritten Doppelendfährneubau zu Neptun zurückkehren konnten“. Bereits im August hatte sich die W.D.R.-Gesellschafterversammlung mit großer Mehrheit für den Bau einer dritten Doppelendfähre ausgesprochen. Die Ablieferung ist für Februar 2018 vereinbart. „Durch diese Zeitplanung können wir das Schiff rechtzeitig vor Beginn des Osterreiseverkehrs auf der Linie zwischen Dagebüll, Föhr und Amrum in Fahrt bringen“, betonte Axel Meynköhn. Über den Baupreis des neuen Schiffes – das auf der FAL die 1992 gebaute M/S „Rungholt“ ersetzen wird – vereinbarten die Vertragsparteien Stillschweigen.

    Neue Fähre von der Neptun Werft / © Wyker Dampfschiffs-Reederei

    Neue Fähre von der Neptun Werft / © Wyker Dampfschiffs-Reederei



    • Schiff wird nach den Standards des „Blauen Engel“ gebaut
    • Stärkung der Inselversorgung durch über 80% mehr Lkw-Kapazität
    • Folgeauftrag aus dem Fährsegment wichtiges Signal für Neptun Werft

    Kapazitätsschub für die Inselversorgung
    Mit 75,88 m Länge und 16,40 m Breite wird der Neubau die gleichen Abmessungen wie die „Schleswig-Holstein“ haben, auch die Kapazität für maximal 1.200 Personen ist identisch. „Etwas anders geschnitten ist hingegen das Fahrzeugdeck“, erläuterte Axel Meynköhn, „als erstes W.D.R.-Schiff wird der Neubau vier Spuren für Lkw haben. Die W.D.R. entspricht damit zukünftig noch besser der Nachfrage in der Inselversorgung und kann Abfahrten mit hoher Lkw-Frequenz – z.B. frühmorgens ab Dagebüll zu den Inseln – optimal bedienen“. Rund 350 Spurmeter für Pkw und 280 Spurmeter für Lkw wird der Neubau haben – im Vergleich zur „Rungholt“ ein Zuwachs von 50% bzw. 80%. Bedingt durch die Erweiterung des Fahrzeugdecks ergeben sich auch einige andere Detailänderungen des Designs. „Wir setzen mit unserem dritten Neubau einmal mehr Maßstäbe im Inlandsfährverkehr“, betont Axel Meynköhn, „unsere Fahrgäste werden auch auf der neuen Doppelendfähre wieder in einem hellen, modernen Ambiente mit komfortablen Sitzgruppen, Catering am Platz und elektronischem Fahrgastinformationssystem zu den Inseln reisen und dank großer Panoramafenster die Fahrt durch das Weltnaturerbe Wattenmeer in vollen Zügen genießen können“. Selbstverständlich wird auch dieses Schiff wieder mit einem Lift ausgestattet und optimal auf die Bedürfnisse mobilitätseingeschränkter Fahrgäste ausgelegt.

    Bau nach den Standards des „Blauen Engel“

    Die neue W.D.R.-Fähre ist nach den Standards der Normen RAL-UZ 141 (Blauer Engel „Umweltfreundliches Schiffsdesign“) und RAL-UZ 110 (Blauer Engel „Umweltschonender Schiffsbetrieb“) konzipiert worden. Im Bauvertrag garantiert die Neptun Werft ihrem Auftraggeber die Erfüllung aller konstruktiven Anforderungen beider Normen. „Wir wissen, dass Umweltschutz bei der W.D.R. höchste Priorität genießt und stellen uns daher gern dieser Anforderung unseres Kunden“, sagte dazu Neptun Werft-Geschäftsführer Manfred Müller-Fahrenholz. Im Vorfeld der Auftragsvergabe hatte die W.D.R. intensiv untersucht, welche Antriebsart unter dem Gesichtspunkt der Umweltverträglichkeit und Versorgungssicherheit zukünftig die beste ist. Dabei ließ sich das Unternehmen wissenschaftlich unterstützen. „Im Ergebnis haben wir für unseren Neubau wiederum einen dieselmechanischen Antrieb gewählt, der mit umweltfreundlichem Marinegasöl aus schleswig-holsteinischer Produktion betrieben wird“, beschrieb Axel Meynköhn das Ergebnis dieser Überlegungen. Als Antriebseinheit werden erneut vier Voith-Schneider-Propeller installiert.

    Neubau stärkt Position der Neptun Werft im Fährschiffssegment

    Für die Neptun Werft ist der Neubauauftrag aus Wyk ein wichtiges Signal. „2010 ist uns mit der Bestellung der ‚Schleswig-Holstein‘ der Einstieg ins Fährschiffssegment gelungen. Jetzt kehrt unser damaliger Kunde zu uns zurück und bestellt einen Nachbau. Dies ist die beste Referenz, die wir uns wünschen können“, unterstrich Manfred Müller-Fahrenholz. Der After-Sales-Service bei der ‚Schleswig-Holstein‘ hat dazu beigetragen, den Folgeauftrag nach Rostock zu holen. Neptun hofft, zukünftig weitere Neubauaufträge für Inlandsfähren akquirieren zu können: „Die W.D.R. verfügt mit ihrem dritten Neubau über eine sehr junge Flotte. Anderen europäischen Inlandsreedereien steht dagegen in den kommenden Jahren die umweltgerechte Modernisierung ihrer Flotten noch bevor. Ich denke, dass Neptun mit dann zwei W.D.R.-Referenzen als Neubauwerft für dieses Spezialschiffssegment sehr attraktiv ist“, so Müller-Fahrenholz. Durch die langfristige Bestellung der W.D.R. kann Neptun den Neubau optimal in die Produktionsplanung eintakten: „Wir werden im Frühjahr 2017 mit dem Bau beginnen, wenn die für dieses Frühjahr bereits bestellten Flusskreuzfahrtschiffe abgeliefert sind. Mit dem neuen Auftrag der W.D.R. ist die Neptun Werft nun bereits bis weit ins Jahr 2018 hinein ausgelastet“.



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