Seenotretter bergen Seemann mit „Christoph 47“


    Pressemeldung: Die Seenotretter der Station Sassnitz haben am Sonnabend, 4. Mai 2013, einem Seemann des Fischereiforschungsschiffes „Solea“ schnell wirkungsvolle medizinische Hilfe gebracht. Sie übernahmen den Mann auf See, versorgten ihn im Bordhospital und brachten ihn nach Sassnitz. Andere Besatzungen der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) waren am Wochenende für zahlreiche weitere Menschen auf Nord- und Ostsee im Einsatz.

    Auf dem Seenotkreuzer HARRO KOEBKE/Station Sassnitz der DGzRS landet der Rettungshubschrauber „Christoph 47“, um einen Notarzt abzusetzen © DGzRS

    Auf dem Seenotkreuzer HARRO KOEBKE/Station Sassnitz der DGzRS landet der Rettungshubschrauber „Christoph 47“, um einen Notarzt abzusetzen © DGzRS



    Gegen 7.50 Uhr am Sonnabendmorgen meldete sich die „Solea“ (Heimathafen Cuxhaven) bei den Seenotrettern. Bei einem Besatzungsmitglied bestanden akute medizinische Probleme. Die „Solea“ befand sich zu diesem Zeitpunkt gut sieben Seemeilen (etwa 13 Kilometer) nördlich des Kaps Arkona. Mit Höchstfahrt nahm der Seenotkreuzer HARRO KOEBKE/Station Sassnitz unverzüglich Kurs auf das Forschungsschiff. Die Seenotretter bereiteten das Bordhospital für die Aufnahme des Patienten vor. Auf Anforderung der Seenotleitung Bremen der DGzRS flog der Rettungshubschrauber „Christoph 47“ einen Notarzt hinaus auf See. Die HARRO KOEBKE verfügt über ein Hubschrauberarbeitsdeck, das vorrangig für Windenmanöver vorgesehen ist. In diesem Fall jedoch waren Wetter- und Seegangsbedingungen so gut, dass der Hubschrauber in Höhe Lohme/Glowe kurzzeitig auf dem Seenotkreuzer landen konnte.



    Die HARRO KOEBKE ging bei der „Solea“ längsseits. Routiniert übernahmen die Seenotretter den Patienten. Die Anfahrt, das auf See stets schwierige Landemanöver und die Übernahme des Seemanns dauerten insgesamt lediglich rund 40 Minuten. Dank der fachkundigen Versorgung im Bordhospital der HARRO KOEBKE ging es dem Mann bald besser. Der Seenotkreuzer übergab ihn in Sassnitz an den dort wartenden Hubschrauber zum Weitertransport ins Krankenhaus nach Stralsund.

    In zahlreichen weiteren Fällen waren die Seenotretter am Wochenende auf Nord- und Ostsee im Einsatz. Navigationsfehler und Motorschäden waren die häufigsten Ursachen. Schwerpunkt war die westliche Ostsee. So war etwa die Freiwilligen-Besatzung des Seenotrettungsbootes HANS INGWERSEN/Station Travemünde gleich zwei Mal innerhalb weniger Stunden gefordert. Am Sonnabendnachmittag nahm sie im Großschifffahrtsweg der Skandinavienfähren eine manövrierunfähige Yacht mit Motorschaden auf den Haken und schleppte sie sicher in den Passathafen. Am Abend rief der Traditionssegler „Albatros“ (Heimathafen Bremerhaven) um Hilfe: Der Dreimast-Toppsegelschoner war gegen 21.10 Uhr bei Dunkelheit, aber ruhiger See mit elf Menschen, teils Jugendlichen, an Bord in der Pötenitzer Wiek auf Grund gelaufen.

    Die nur 9,5 Meter lange HANS INGWERSEN erwies sich einmal mehr als wendiges Kraftpaket: Mit der ganzen Leistung ihrer 320 PS starken Maschine nahmen die Freiwilligen den 37 Meter langen und rund 120 Tonnen schweren Dreimaster auf den Haken, schleppten ihn in tieferes Wasser und begleiteten ihn zu einem sicheren Ankerplatz für die Nacht.



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