Reisebericht Serrahn Queen: Die etwas andere Kreuzfahrt von Stettin nach Hamburg

Serrahn Queen Mini Barkassenkreuzfahrt vom 10.08.2018 – 16.08.2018 / Route: Stettin – Eberswalde – Berlin – Brandenburg – Magdeburg – Bad Bevensen – Hamburg / Autor: Niklas / Reise auf Einladung des Veranstalters

Kreuzfahrt auf einer kabinenlose Barkasse? Das ist doch gar kein Problem, denn die Tage werden auf der Barkasse verbracht – die Nächte im Hotel. Noch enger kann man die Reiseformen Kreuzfahrt und Landurlaub dann wirklich nicht mehr zusammenbringen. Aber es klingt spannend, ich freue mich. Am Tage auf einer Flusskreuzfahrt, in der Nacht auf einem Landurlaub. Mit dem Bus geht es ins 7,5 Stunden entfernte Stettin in Polen. Eine Neuheit, denn früher hatte sich die Serrahn Queen ausschließlich auf deutschen Gewässern bewegt, nun auch einen Hauch von International, auch wenn Polen ja um die Ecke ist.


Der Bus nach Stettin fährt morgens um 8:30 Uhr am ZOB in Hamburg ab. Das wird ja wieder eine lustige Anreise, der ist ja zu dieser Zeit immer schön voll, genau wie die Bahnen dorthin. Einen Tag vor Abfahrt hat dann auch die Schule in Niedersachsen wieder angefangen, der Urlauber vieler Menschen endet mit diesem dann ja auch.

Im Reisepreis sind Übernachtungen in 6 verschiedenen 4 Sterne Hotels mit Frühstück, die Fahrten zwischen den Städten, die Mittagessen am Bordbuffet, zweimal Abendessen und ein Begrüßungsdrink inkludiert. Die Serrahn Queen ist im Übrigen ein Schiff der Bergedorfer Schiffahrtslinie, der Chef steuert das Schiff selbst, das habe ich so auch noch nicht gehabt. Klingt aber alles in allem sehr stressfrei und erholsam – auch wenn ich mir die Reise noch nicht ganz vorstellen kann.

 

Route

TagStadtHotel
10.08.2018StettinRadisson Blu
11.08.2018EberswaldeRinghotel Schorfheide
12.08.2018BerlinMaritim proArte Hotel
13.08.2018BrandenburgSorat Hotel
14.08.2018MagdeburgMaritim Hotel
15.08.2018Bad BevensenRinghotel Fährhaus
16.08.2018HamburgReiseende

 

Anreise nach Stettin – 10.08.2018

Danke Claudia. Danke, dass du gestern in Norddeutschland randaliert hast und ich deshalb eine Stunde früher als geplant aufstehen musste weil die Bahnen durch deine Schäden Verspätungen hatten.



Naja wie dem auch sei, 7:03 Uhr fährt die Bahn nach Hamburg, gestern hatte ich dann auch keinen Bock mehr den Koffer fertig zu packen, also 5:30 Uhr aufstehen. Ist ja auch voll meine Uhrzeit. Aber kein Problem hat alles super gepasst, am ZOB in Hamburg angekommen (ist ja direkt beim Hauptbahnhof ) hatte noch genügend Zeit um in Ruhe zu Frühstücken und einen Kaffee zu trinken. Ach nein, ich trinke ja gar keinen, gab nur Wasser dazu.

 

Mit dem Bus nach Stettin

Zeitig um 8:30 Uhr kam der rote Reisering Bus, der uns die ganze Reise lang begleiten wird. Die ein oder andere Person saß bereits im Bus, das liegt daran, dass der Bus ab Bergedorf fährt und am ZOB dann nur die Reste abholt. So wie mich.

Der Check In verlief kann einfach: antreten, abhaken, Gepäckanhänger und ab in den Bus.

Flott eingeladen und ab die Post, auf in Richtung Stettin in Polen. Dauert ja auch nur ein bisschen lange, 8 Stunden Fahrt sind geplant, die hat es dann auch gebraucht. Der Bus ist an sich ganz gut ausgestattet, die Sitze relativ bequem. Viel mehr kann man von einem durchschnittlichen Reisebus dann auch nicht erwarten. Nur die Steckdose hat mir ein bisschen gefehlt. Während der Anreise wurden 3 Pausen a 30 Minuten eingelegt.

 

Stadtrundfahrt Stettin

In einem Vorort von Stettin sammelten wir einen Guide ein, spricht perfektes Deutsch und es ging ohne Pause direkt zu einer etwa zweistündigen Stadtrundfahrt in Stettin. Das Aufnahmevermögen war nach der langen Anreise dann aber bei null.

Aber der Guide hat das sehr gut gemacht, er hat die Aufmerksamkeit selbst nach dieser Anreise noch einmal etwas wachrütteln können, das hat er richtig gut gemacht. Auf der anderen Seite waren seine Witze zum Teil dann doch etwas sehr grenzwertig, durch das Gelächter vorne, nahm er den Unmut weiter hinten allerdings auch gar nicht wahr, deshalb kann man ihm da auch gar nichts vorwerfen.

 

Radisson Blu Stettin 

Im Anschluss an die Stadtrundfahrt führte unser Busfahrer uns in das Radisson Blu Hotel im Zentrum von Stettin, das war schon enorm. Das Hotel verfügt über eine sehr gute Ausstattung. Es gibt vor Ort gut ausgestattete Zimmer, einen Wellnessbereich, einen Fitnessraum, ein Restaurant, Aufenthaltsbereiche und weitere Annehmlichkeiten. Zudem ist das Einkaufszentrum ein Gebäude weiter und die Stadt vollgepackt mit verschiedenen Schnellrestaurants und anderen Geschäften.

Selbst das Berliner Tor und Philharmonie die ich am späteren Abend besucht habe sind lediglich einen Katzensprung entfernt, zur Oder dauert es ca. 5-10 Minuten zu Fuß, entspannter Gang.

 

Währungsprobleme

Heute ist das Abendessen nicht in der Reise enthalten, naja gut, dann hole ich mir einen Döner, da habe ich Lust drauf. Ist aber gar nicht so einfach, denn es werden zwar Euro akzeptiert, das Rückgeld sind allerdings Zloty. Ich hatte nun aber nur große Scheine, Münzen werden nicht akzeptiert, was soll ich denn dann mit so viel Zloty? Naja gut, ich lasse einfach einen Teil bei der Wechselstube tauschen. Gesagt, getan, oder auch nicht. Denn die Dame am Schalter konnte kein Englisch und schwupps hatte ich um die 800 Zloty in der Hand.

Also hopp, nicht aufregen, erstmal essen. Mensch, hier ist am Freitagabend aber viel los, sämtliche Schnellrestaurants sind total überfüllt, nach einer Weile habe ich dann doch eines gefunden.

Dann wieder zurück zu Wechselstube und zurückwechseln. Beim nächsten Mal nehme ich dann doch kleine Scheine und Kreditkarte mit…

 

Spaziergang durch Stettin 

Mein Währungsproblem hatte jetzt zwar sehr viel Zeit gekostet, aber ich wollte natürlich noch etwas sehen, also habe ich mich auf einen Spaziergang begeben. Hierbei habe ich die Philharmonie besichtigt. Zumindest von Außen. Die wurde im Stile eines Eisbergs gefertigt, von Spaniern konzipiert. Merkwürdige Kombination. Aber schickes Gebäude.

Quasi direkt daneben befindet sich das Berliner Tor im Stile des Barock (seit Restaurierung), früher war das Tor ein Teil der Stettiner Festung.

Das absolute Highlight war dann allerdings ein Feuerwerk. Es dauerte über eine Stunde lang an und war fast in der gesamten Stadt zu sehen, ich konnte es sowohl an der Philharmonie als auch unten an der Oder begutachten. Sehr schön! Dummerweise kenne ich den Anlass bis heute noch nicht.

 

Feierabend

Kurz nach Mitternacht war ich zurück im Radisson Blu, eigentlich wollte ich ja noch unten Sport machen, aber der Tag war lang, morgen früh raus. Schade, der Fitnessraum sah sehr einladend aus. Aber es wurde auch so halb 2 bis ich dann endlich geschlafen habe. Und ich hatte im Hotel extrem gut geschlafen, vom äußerlichen Getümmel des Nachtlebens hatte ich nichts wahrnehmen können.

 

Vlog 1

Stettin – Eberswalde – 11.08.2018  

Eberswalde? Kenne ich nicht. Das Frühstück im Hotel hatte ich ausfallen lassen, einfach kein Hunger, das ist manchmal so. Um 9 Uhr kam dann unser Bus wieder zum Hotel, brachte uns zum Schiffsanleger und hier sah ich dann auch zum ersten Mal die Serrahn Queen.

 

Die Serrahn Queen 

Oh ein hübsches kleines Schiff, sieht gut aus. Innenbereich richtig schön, Oberdeck lädt zum entspannen ein. Hier gibt es Hängestühle, Bänke, und auch weitere Sitzmöglichkeiten, im inneren befinden sich Tische mit Bänken, klingt jetzt nicht berauschend, aber die Bänke sind bezogen und bequem. Die Tische sehen optisch sehr gut aus. Zudem gibt es hier die kleine Buffetecke, an der es Mittags immer etwas zu essen gibt. Daneben befindet sich der Service Tresen.

Der Check In verlief interessant. An der Tür wurden wir vom Kapitän, der gleichzeitig der Chef ist (ja sowas gibt’s auch noch!) empfangen. Name abgehakt, Tischnummer erhalten und los kann es gehen.

Das Personal bestehend aus dem Kapitän, einem zweiten Kapitän und zwei Service Kräften (zumindest habe ich keine weiteren Personen wahrgenommen), ist extrem freundlich und zuvorkommend.

 

Von Stettin nach Eberswalde

Was soll ich erzählen? Entspannung und Entschleunigung, mehr gibt es nicht an Bord. Die meiste Zeit wird mit schönen Aussichten und tollen Gesprächen an Deck verbracht. Da gibt es so an sich nicht viel zu erzählen, es war einfach nur entspannt. Zwischendurch gibt es interessante Durchsagen und Informationen zu den umliegenden Gebieten. Teilweise wurde es aber auch ziemlich langwierig, dieses Gefühl verlor ich glücklicherweise mit den Tagen.

 

Wirklich spannend wurde es allerdings erst am Ende der Fahrt, denn Höhe Eberswalde fuhren wir in ein Schiffshebewerk, das war wirklich interessant und spannen, sowas sollte man mal erlebt haben. Für uns ging es 32 Meter nach oben.

 

Ringhotel Schorfheide

Nach einer erholsamen Fahrt brachte uns das Schiff nach Eberswalde, unser Bus uns im Anschluss in das Ringhotel Schorfheide. Eigentlich ein reines Tagungshotel. Das Ganze befindet sich mitten im Wald. Außenrum gibt es quasi nichts. Ein Jagdschloss und ein See mit Campingplatz soll es in der Nähe geben. Das ist auch so, aber irgendwie hatte es mir das Jagdschloss interessentechnisch einfach nicht angetan also bin ich auch nicht mehr dorthin gegangen.

Die 2,4 Kilometer bis zum See habe ich dann auch auf mich genommen, aber man kommt nicht wirklich an den See ran, wenn man nicht unbedingt gerade auf dem Campingplatz Gelände ist – Schade!

Zurück am Hotel habe ich mir das eingezäunte Grundstück noch einmal ausgiebig angeschaut, das ist riesig. Und passend zu meiner aktuellen Reise geht es hier nur ums entschleunigen.

Auch Abendessen gab es im Hotel. Hier wurde ein Buffet im hoteleigenen Restaurant angeboten. Nichts spektakuläres, aber durchaus lecker. Ich hatte allerdings so viel Hunger, dass ich es vor dem Fotografieren schon gegessen hatte.

 

Vlog 2

Eberswalde – Berlin – 12.08.2018

Irgendwo im Nirgendwo bin ich hier gelandet, aber geschlafen habe ich dennoch wunderbar. Schönes Hotel, gemütliche Zimmer. Und rund herum nur Wald, Natur und Ruhe pur – fantastisch! Aber am frühen Morgen ruft dann doch der Hunger, früh aufstehen hieß es, denn ab 08:15 Uhr soll der Bus geladen werden und man muss ja auch täglich wieder den Koffer packen. Das ist ja halb so schlimm, aber benötigt ein paar Minuten.

 

Frühstück im Ringhotel Schorfheide

Lecker, große Auswahl, schön hergerichtet, lächelndes und grüßendes Personal beim Eintritt in das Restaurant des 4 – Sterne – Hotels. So kann ein Morgen doch gerne starten, damit sollte wirklich niemand ein Problem haben. Morgendliche Kreuzfahrtroutine war angesagt: Rührei, Speck und Würstchen – meine täglichen Wach- und Glücklichmacher, Kaffee trinke ich ja keinen.

 

Von Eberswalde in die deutsche Hauptstadt

Wie jeden Morgen – Koffer packen, zum Bus, Koffer abgeben und mit dem Bus zum Anleger, die Koffer bleiben an Bord des Busses, die gibt es am Abend zurück, alles was benötigt wird, kann mit an Bord. Das ist natürlich eine tolle Sache, ich frage mich nur stellenweise, was der Busfahrer wohl den ganzen Tag so treibt, wir fahren ja schließlich acht Stunden, er maximal zwei. Mit Sicherheit schaut er sich vorher die Wege zu den Hotels an. Aber da bleibt ja dennoch so viel Zeit. Da macht er bestimmt auch was schönes. Die Bergedorfer Schiffahrtslinie arbeitet im Übrigen dauerhaft mit Ringreisen zusammen, so kann man sich bei jeder Reise einfach an den knallroten Bus orientieren, das macht es beim deutschen Busaufkommen dann deutlich einfacher.

 

Wieder eine achtstündige Fahrt… ich muss ehrlich sagen, gestern wurde mir als junger, aufgedrehter Mensch da wirklich zwischenzeitlich langweilig – aber erstaunlicherweise legte sich das heute etwas. Bereits am dritten Tag fühlte ich mich sehr entspannt, ausgeruht, und so doof es auch klingen mag, aber es ist nun mal das Ziel: diese Reise hat mich tatsächlich schon etwas entschleunigt. Ja, ein blöder Begriff, aber das ist nicht nur ein Versprechen auf dieser Reise sondern wirklich Fakt. Ich habe die Fahrt heute wirklich sehr genoßen, viele Foto – und Filmaufnahmen gemacht.

 

Was macht man 8 Stunden auf dem Fluss?

Man entspannt und entschleunigt (mein Unwort des Jahres, aber mir fällt kein besseres ein). Zusätzlich führt man interessante Gespräche, lernt die Leute besser kennen und lauscht spannenden Erlebnissen. Und ja, das kann man acht Stunden tun ohne dass es zu langweilig wird oder es einem vor kommt, als ob die Zeit nicht umgeht. Ich habe allerdings entschlossen, euch hier nicht von allen Schleusen zu erzählen, das würde im Bericht eher langweilig wirken. Aber unsere beiden Schiffsführer erzählten zu jeder einzelnen etwas, auch immer wieder zu den Flüssen, Kanälen und Umfeldern. Das war natürlich interessant, aber wenn ich das wiedergeben würde, wären wir nach 20.000 Wörtern immernoch nicht fertig.

 

Außerdem gibt es während der Fahrten an Bord ein inkludiertes Mittagessen, die Auswahl ist bei 48 Passagieren natürlich auf eine Mahlzeit beschränkt. Aber es wird alternativ auch vegetarisches Angeboten, insofern darum gebeten wird. Auch auf Allergien oder andere Unverträglichkeiten wird geachtet. Derartiges sollte aber vor der Reise angegeben werden. Das Essen kommt im Regelfall aus dem letzten Hotel oder anderweitig von Extern und wird an Bord nur aufgewärmt, doch nur selten haben Geschmack oder Qualität darunter gelitten. Einzig die Bratkartoffeln waren mal etwas matschig, haben aber trotzdem geschmeckt.

 

Heute gab es Nudeln mit einer leckeren Soße, dazu Hähnchenfleisch. Auf die vegetarischen Speisen habe ich ehrlich gesagt während der Reise nicht geachtet, aber die beiden Paare, für die die Speisen gedacht waren, waren rundum zufrieden. Zum Nachtisch gab es immer etwas Süßes, von Schokopudding bis Milchreis gab es während der Woche verschiedene Nachspeisen.

 

Berlin, Berlin – wir sind endlich in Berlin

Nach acht Stunden hatten wir Berlin erreicht, haben direkt einmal eine Rundfahrt gemacht – mit Erklärungen und Durchsagen von der Brücke , fantastisch! Organisatorische eins. Das hat Spaß gemacht. Nahe des Reichstagsufers haben wir dann schließlich festgemacht, wurden die knappen 600 Meter zum Hotel Maritim proArte mit dem Bus transferiert. Dann rasch das Zimmer bezogen und schon ging es los. Schickes Hotel, hat was, sehr zentral, alles barrierefrei. Mit Wellness, Pool und Fitnessbereich. Fantastisch. Die letzteren drei Punkte helfen nur leider nicht wirklich, wenn man nur eine Nacht hat. Dennoch schön so etwas geboten zu bekommen.

 

Sightseeing

Auf der Jagd nach Sehenswürdigkeiten stand das Brandenburger Tor an der Stelle, was auch sonst? Das habe ich mir natürlich mit Sonne und bei Nacht gesichert, das war ein sehr langer Tag für mich, aber bleiben wir mal in der Reihe.

Das Brandenburger Tor ist etwa 500 Meter vom Hotel entfernt, wunderbar zu Fuß machbar, dann noch rüber zur Siegessäule. Ui, die Strecke zieht sich aber, heute war hier noch ein Lauf, deshalb ist die Straße noch sehr vollgestellt mit den Absperrungen, das tut dem Blick dann doch einen kleinen Abbruch. Aber wir sind in Berlin, da macht man das Beste draus.

 

Von der gigantischen Siegessäule führte mich mein Weg weiter zum Schloss Belvue, dem Zuhause des Bundespräsidenten. Ach Mensch, so einen grünen Rasen hätte ich auch gerne. Bei mir soll man sich mit Bewässerung und ähnlichem Zusammenreißen aufgrund des heißen Sommers, das zählt hier wohl nicht. Ist aber schick, sieht extrem gut aus. Und man muss ja auch nur Bundespräsident werden um hier zu wohnen.

 

Reichstag und Alexanderplatz

Nächstes Ziel nach einem Stop am Reichstagsgebäude, das ab 1884 gefertigt wurde und heute eine traumhafte Wolkenformation bildete: der Alexanderplatz. Der Fernsehturm wirkt so nah, dort der Weg zieht sich dann doch sehr, es waren fast drei Kilometer ab dem Reichstagsgebäude. Aber gut, auf dem Weg gab es vieles zu entdecken, vor allem die Museumsinsel war beeindruckend, nur leider sind viele der Museen derzeit aufgrund von Renovierungsarbeiten eingehüllt – das war auch nicht nur hier der Fall sondern an vielen Stellen Berlins, schade eigentlich.

 

Den Alexanderplatz mit der berühmten Uhr habe ich mir natürlich auch angesehen, es ist mittlerweile dunkel geworden, aber hier war dennoch die Hölle los, viele Stände mit Souvenirs, Essen etc tummelten sich hier, da hatte ich heute aber wirklich keine Lust drauf also ging es rasch weiter. Oder eher zurück, denn vor der Rückkehr zum Hotel wollte ich mir das Brandenburger Tor noch einmal bei Nacht anschauen – gesagt getan.

 

Aber ich habe noch gar nicht gegessen. Auf dem Rückweg zum Hotel habe ich dann an einer Bude um die Ecke gehalten. Currywurst und Pommes hieß es – Berlin eben. Dazu ein Berliner Pilsner – das war scheußlich. Dafür war das Essen umso besser. Nun aber ab ins Bett, morgen ist um 08:15 Uhr Abfahrt angesagt.

 

 

Vlog 3

Berlin – Brandenburg – 13.08.2018

Guten Morgen liebe Hauptstadt! Leider haben wir heute nichts mehr von dir, außer einen Abschiedsblick aus dem Bus heraus. Aber schön war es! Wunderbar geschlafen hatte ich auch. Am Frühstücksbuffet gab es auch heute im Maritim proArte eine Auswahl an allem was man sich so erdenken kann. Nur der Erdbeerjoghurt, auf den ich heute Lust hatte, hat gefehlt. Dafür gab es zahlreiche andere Joghurtsorten – man kann schließlich nicht alles haben. Auf zur Morgenroutine: Koffer packen und ab in den Bus.

Von Berlin nach Brandenburg

Zum Berliner Anleger dauerte es dann auch wieder keine fünf Minuten mit dem Bustransfer. Das hat natürlich was. So ist die Reise deutlich unbeschwerlicher. Gleicher Bus, gleicher Fahrer, Koffer können an Bord bleiben. Angenehm.

 

Und dann hatten wir doch noch etwas von Berlin, denn um in Richtung Brandenburg zu gelangen, machten wir quasi noch einmal eine Stadtrundfahrt und auch heute hieß es achtgeben. Denn die Berliner Brücken sind zum Teil so niedrig, dass man da als größerer Mensch mit etwas Pech einen Kopf kürzer gemacht werden könnte. Aber zur Sicherheit kam dann auch das Personal an Deck und achtete darauf, dass sich die Passagiere entsprechend verhalten und kein Kopf zu wenig am Ende der Brücke vorhanden ist.

 

Die Strecke zwischen Berlin und Brandenburg war für mich mit einer der schönsten Abschnitte, die wir auf dieser Reise zurückgelegt haben. Viel Aussicht, wenig Kanal. Denn die Fahrten durch die Kanäle laden lediglich zu einem Mittagsschläfchen ein, nicht aber zum schauen. Aber natürlich erst nach dem leckeren Mittagessen.

 

Die achtstündige Fahrt habe ich heute einfach nur noch genossen, Kopfhörer auf, Musik an, die Nase in die frische Luft stecken und entspannen – zusätzlich natürlich filmen und fotografieren, aber dennoch war der Tag extrem entspannend für mich.

 

Sorat Hotel Brandenburg

Wenn ich mich recht entsinne war das Hotel diesmal etwas über einen Kilometer vom Anleger entfernt, dafür aber wieder super zentral in der Stadt gelegen. Von außen scheint es wenig einladend zu sein, ist aber von innen dann schon wieder ganz anders, das waren wieder Zimmer zum wohlfühlen, gute Ausstattung.

 

Erkundungstour

Brandenburg an der Havel ist wenig spektakulär, läuft auch nicht über an Sehenswürdigkeiten, also habe ich mich erstmal stumpf in die Stadt begeben, die ist aber wie ausgestorben, man konnte mitten auf der Straße laufen (trotz Schienen), ohne dass man Angst haben musste, überfahren zu werden. Hochgezogene Gebäude mit vielen Wohnung zieren die Stadt. Da fragt man sich in Brandenburg aber recht schnell, wo die Leute denn stecken, um 17:30 Uhr werden die doch wohl Feierabend haben. Bei dem geringen Fußgängeraufkommen werden wohl auch sehr viele Wohnungen einfach freistehen.

 

Schwanenbiss

Relativ schnell zog es mich wieder ans Wasser, hier schwammen drei Schwäne, schön fotografiert und gefilmt, aber die waren wohl auf der Durchreise, ich hatte eh nichts zum füttern dabei. Ganz entspannt wollte ich mich eben am Wasser setzen, gegenüber (etwa 20-30 Meter entfernt) zog plötzlich eine Schwanenfamilie vorbei, 2 ausgewachsene, 8 junge. Als ich mich am setzen war, stürmten sie zu zehnt in meine Richtung, da habe ich dann lieber einen Satz nach oben gemacht. Was wollen die denn von mir? Ach egal, ich habe dann erstmal einige Bilder und Videos gemacht. Die wollten aber nicht mehr weiterziehen, sodass ich mich wieder hinsetzen kann, also ging es für mich entlang des Wassers weiter.

 

Doch irgendwie wollten die Schwäne etwas von mir, entlang des Wassers folgten sie mir, also bewegte ich mich über die Brücke und zurück Richtung Stadt um sie los zu werden, doch die Brücke hielt sie nicht ab, sie schwammen weiter neben mir her. Doch plötzlich sprang einer der großen Schwäne an Land „schrie“ mich an, biss mir in den Oberschenkel und sprang wieder ins Wasser. Was soll der Mist denn jetzt? Ruckzuck verschwand die Familie dann. Aber man, hat das weh getan! So feste können Menschen nicht zwicken. Später wurde es großflächig rot und schwillte an, ist mittlerweile verheilt. Mal im Ernst, was war denn seine Mission? Wäre ja verständlich wenn ich die verfolgt hätte, aber andersherum war das jetzt nicht wirklich fair. Irgendwie aber auch eine lustige Geschichte.

 

Hallo Serrahn Queen!

Auf meiner weiteren Erkundungstour entdeckte ich eine spannende, kleine Kapelle. Spannend in der Hinsicht, dass sie einst einfach mal um 11 Meter verschoben wurde, dass ist ja nicht so einfach. Nachdem ich das Schild „Dominsel“ gelesen hatte, musste ich da als Wassermensch natürlich sofort hin – mit kleiner Überraschung. Denn hier war ja auch der Anleger der Serrahn Queen, das sah in der abendlichen Dämmerung dann auch verdammt gut aus, endlich konnte ich Aufnahmen vom Schiff machen, das ist gar nicht mal so einfach, da sie an den Anlegern ja doch ziemlich tief liegt.

 

Und an Bord befanden sich sogar noch die Mitarbeiter. Hier sind heute zwei neue hinzu gestiegen, da der Chef und Mareijke das Schiff heute verlassen hatten. Bei einem kleinen Betrieb ruft dann zwischendurch halt auch der volle Bürotisch, aber gar kein Problem, die beiden neuen, Adriana und Sven fanden sich sehr schnell ein, sind super nette Menschen.

Und diese durfte ich dann auch schon etwas kennenlernen, da haben wir uns noch etwa 30 Minuten gemütlich unterhalten bevor es dann auch für mich Richtung Hotelbett ging und ein weiterer, entschleunigender Tag fand sein Ende.

 

Vlog 4

Brandenburg – Magdeburg – 14.08.2018

Guten Morgen Brandenburg an der Havel! Nach einer ruhigen Nacht ging es heute wie gewohnt weiter. Auch hier lag der Anleger wieder nur wenige Fahrtminuten entfernt vom Sorat Hotel. Immer wieder schön, wie man an Bord erwartet und mit einem lächeln empfangen wird. Kurze Zeit später geht es los, Service Kraft Beate ist bereits am rotieren, informiert sich über die Getränkewünsche der Passagiere, erfüllt sie einen Wimpernschlag später. Sehr angenehm wie sie das macht, denn sie fragt nicht nur, was der Passagier trinken möchte, sondern direkt ob es wieder das Lieblingsgetränk sein darf, die waren bereits nach einem Tag gespeichert. Wäre ja nichts für mich, was habe ich nochmal gefrühstückt? Schon wieder eine Stunde her.

 

Von Brandenburg nach Magdeburg

Auch heute erwartete uns wieder eine total entspannte Flussfahrt mit schönen Aussichten, aber auch Kanälen, in denen man sich dann einfach locker zurücklehnen kann und den Geschichten des Fahrers zu hören, insofern er für die entsprechende Strecke welche hat. Es gibt schließlich nicht zu jedem Grashalm etwas zu erzählen.

 

Wieder führte unser Weg durch einige Schleusen, eine davon muss ich dann aber wirklich erwähnen: Die Schleuse Hohenwarte Nord. Denn hier handelte es sich nicht um eine handvoll Meter die geschleust wurde, nein, es ging 19 Meter nach oben, das war schon sehr eindrucksvoll. Und hinter der Schleuse wurde es noch einmal deutlich spannender, denn dort ging es über eine Brücke, die über einen See führte. Ja, richtig, mit dem Schiff über eine Wasserbrücke, schönes Erlebnis, sollte man mal gemacht und gesehen haben, das war schon spannend.

 

Noch vor der nächsten Schleuse lag unser Anleger, der markante rote Bus stand bereits bereit, der Busfahrer wank und freudig zu und lud in gewohnt schnellem Tempo Koffer, Rollator und Rollstuhl ein.

 

Maritim Hotel Magdeburg

Das wohl spektakulärste Hotel auf der Reise. Bereits im Eingangsbereich schoss mir vor allem ein Gedanke in den Kopf: Innenkabine mit Balkon. Denn so ähnlich sah es im Zentrum des Hotels aus. Auch die Ausstattung ist absolut erstklassig. Wellnessbereich, Fitnessraum, Pool, Restaurant, Bars – alles vorhanden. Und auch die Zimmer und Badezimmer waren extrem groß und sehr freundlich gestaltet, sehr schönes Hotel.

 

Erkundung Magdeburg

Wie erwartet ähneln sich Brandenburg und Magdeburg vor allem im puncto Spannung. Es ist geeignet, um einen schönen Spaziergang zu machen, bietet ein paar schöne Ecken, ist aber nicht spektakulär. Aber stellenweise echt schön, die Cafes und Bars laden dann aber doch zum verweilen ein. Die drei großen Sehenswürdigkeiten hatte ich recht schnell abgearbeitet.

Dabei handelt es sich um das Hundertwasserhaus aus dem Jahr 2005. Das Besondere hieran ist auch, dass es das letzte Projekt war, an dem Hundertwasser selbst mitgewirkt hat. Der Dom Magdeburgs ist einfach nur eindrucksvoll und gigantisch, ich hatte nicht mitgedacht, konnte ihn deshalb nicht begehen, Stichwort kurze Hose.

 

Die dritte wichtige Sehenswürdigkeit ist der Jahrhundertturm, der zur Bundesgartenschau 1999 erbaut wurde, der hatte bei meiner Ankunft leider auch schon geschlossen und es wäre wohl auch nicht schlimm, wenn ich mir die 2,5 Kilometer dorthin gespart hätte. War aber ein netter Spaziergang, also alles in allem doch sehr gelungen. Da es aber spontan immer wieder anfing zu regnen flüchtete ich kurz in das gigantische Einkaufszentrum der Stadt – 150 Shops befinden sich hier. Allerdings waren diese nicht gut ausgeschildert, sodass mir das in Kombination mit den Schauern dann auch nicht mehr helfen konnte.

 

So ging es zurück ins Hotel und ab ins Bett.

 

Vlog 5

Magdeburg – Bad Bevensen 15.08.2018

Heute geht es zurück in den Wald, beziehungsweise in das nächste abgelegene Hotel auf dieser Reise, aber später mehr dazu. Vorher steht ja noch einiges an. Zum Beispiel das Frühstück, was soll ich sagen? Es ist reichhaltig, vielseitig, lecker, ich nehme im Regelfall dann aber doch das Gleiche wie immer.

 

Mit dem Bus nach Wolfsburg

Der Morgen gestaltete sich heute mal etwas anders, denn statt an Bord der Serrahn Queen ging es für uns mit dem Bus in die Autostadt Wolfsburg, die Werksführung konnte über die Bergedorfer Schifffahrtslinie hinzugebucht werden . Und eben diese stand jetzt auf dem Plan. Foto- und Videoaufnahmen sind allerdings strengstens untersagt – Schade.

 

Die Werkstour war extrem interessant und beeindruckend, für 8 Euro wird man durch den gesamten Weg eines Autos vom ersten Teil bis hin zum fertigen Volkswagen geführt. Die Lackiererei gab es natürlich nur in einem Video zu sehen, da kann man mit dem Werksbus nicht durchfahren, zumal dort alles sehr sauber sein muss und kein staub herein gelangen darf. Aber die gigantischen Maschinen und Roboter der anderen Fertigungsschritte waren extrem beeindruckend.

Eine der Pressen hat gar die Kraft, um den Eiffelturm mit nur einem Schub komplett zu zerdrücken. Die Pressen dürfen allerdings auch nicht beziehungsweise kaum parallel laufen, da die Bewegung einer einzelnen schon spürbare Bewegungen im Boden auslöst. Wenn sie parallel laufen würden, könnte das 25 Meter tiefe Fundament des Werkes.

 

Auf nach Bad Bevensen

Noch einmal genießen, bevor es morgen bereits wieder nach Hamburg geht, nachdem wir ein Schiffshebewerk und eine 19 Meter Schleuse auf der Strecke bereits besucht hatten kam heute noch etwas besonders spektakuläres auf dem Weg nach Bad Bevensen: die höchste Schleuse der Tour, 23 Meter ging es für uns nach unten. Beeindruckend. Ansonsten war die Strecke wieder sehr schön und angenehm. Die Zeit ging auch sehr schnell rum. Und die letzte Schleuse war etwas besonderes, vor allem da sie nicht jedes mal passiert werden kann. Es kommt nur sehr selten vor, dass die Bergedorfer Schiffahrtslinie hier zeitig durch kommt. Im Regelfall werden die Gäste vor der Schleuse ins Hotel entlassen. Zum Mittagessen gab es heute Kartoffelgratin mit etwas Pute und Gemüse – lecker!

 

Ringhotel Fährhaus

Von Bad Beversen, einem Kurort, ging es ins Ringhotel Fährhaus, die Fahrt dauerte etwas mehr als 30 Minuten an. Und wieder befanden wir uns im absoluten Nichts, hier gibt es nicht viel, in der Nähe gibt es einige Thermen, aber mehr auch nicht, das ist auch passend zum Thema Entschleunigung. Die Abgelegenheit war sehr entspannend, aber das Internet hat schon gefehlt. Immerhin lief das WLAN recht gut. Gemacht habe ich heute Abend nicht mehr viel. Geschnitten und geschrieben, das wars. Und natürlich Abendessen. Ein üppiges Buffet. Die Getränke müssen in diesem Hotel allerdings extra bezahlt werden, in der Schorfheide waren Softgetränke und Wasser inkludiert.

 

Vlog 6

Bad Bevensen – Hamburg (Abreise) – 16.08.2018

Oh, das war es dann fast schon wieder. Schade! Aber sehr erholsam. Heute gab es zum Start in den Tag natürlich wieder Frühstück. Da war ich von einer Sache ja schier begeistert: Leberkäse gebraten, in Würfel geschnitten und perfekt gewürzt, da hätte ich mich wirklich reinlegen können. Heute war die Abfahrt etwas später, es kam auch ein neuer Busfahrer, denn der andere hatte seine Zeit „abgesessen“ und durfte nun nicht mehr weiterfahren, muss ab dem Tag pausieren, das ist natürlich irgendwie unglücklich aber Vorschrift ist Vorschrift.

 

Von Bad Bevensen nach Hamburg

Um 09:45 Uhr ging es dann in Richtung Heimat, ein letztes Mal an Bord der Serrahn Queen. Da wird man dann doch etwas wehmütig, im großen und ganzen war es ja doch eine schöne, erholsame Reise. Da ich beschlossen hatte bereits in der HafenCity auszusteigen, konnte ich meinen Koffer mit an Bord nehmen, das hat auch eine Handvoll der anderen Reisenden getan. Doch Beate überzeugte mich davon noch zu bleiben, so blieb der Koffer in der HafenCity stehen und es ging für mich erst in Hamburg Bergedorf von Bord.

 

Stadtrundfahrt Hamburg

Aber zu erst einmal ging es mit der Serrahn Queen von Lüneburg (dort hatte uns der Bus hin transferiert) nach Hamburg, in der Stadt angekommen wurde uns bevor wir in der HafenCity festmachten erstmal eine Hafenrundfahrt geboten. Mittags gab es selbstverständlich wieder eine Mahlzeit an Bord. Die Rundfahrt erfolgte später Inklusive Durchsagen, Erklärungen, etc. Das hat Spaß gemacht und war noch einmal etwas schönes zum Abschluss, denn mit Hafenrundfahrten ist die Bergedorfer Schiffahrtslinie mit Gründung 1998 schließlich groß geworden.

 

Hamburg nach Bergedorf

Welch ein Glück, dass ich mich von Beate hab überreden lassen, doch mit nach Bergedorf zu fahren und nicht früher auszusteigen, dass war zum Ende der Reise nochmal ein richtig schöner Abschluss, eng am Land entlang, alles sehr bewachsen, das hat einiges für das Augen geboten. Aber kurze Zeit später war die Reise dann dennoch beendet. Passend zum persönlichen Kontakt zum Personal wurden wir in Bergedorf noch einmal von Heiko Buhr, dem Chef der Linie, in Empfang genommen und jeder wurde noch einmal herzlich verabschiedet. Auf dem Weg nach Bergedorf sind wir dann schließlich auch noch an der Serrahn Star und der Serrahn Deern vorbeigefahren, die Freude beider Seiten war groß.

 

Vlog 7

 

Fazit

Nun kommen wir zum großen Fazit, hierbei werde ich natürlich alle relevanten Punkte der etwas anderen Flusskreuzfahrt noch einmal aufzählen, durchdenken und irgendwo auch bewerten. Natürlich nicht nur positives, auch kritisches werde ich mir nicht verkneifen.

Inklusivleistungen

Inklusive sind bei dieser Reise die Anreise oder Abreise (je nachdem in welche Richtung man Fährt), bei Zubuchung einer Vorübernachtung ist natürlich auch hier der Transfer mit dabei. Zusätzlich sind sämtliche Transfers mit dem Bus, die Schiffsreise und das Frühstück in den Hotels inklusive. Auch das Mittagessen an Bord ist im Preis inkludiert, die Getränke müssen am Ende der Reise extra entrichtet werden. Da man sich in den Ringhotels sehr weit abseits befindet, ist auch hier das Abendessen inkludiert. In der Schorfheide auch die Getränke zum Abendessen. An den anderen Abenden muss man sich selbst verpflegen, das ist auch in Ordnung so. Denn auf diese Weise kann man die örtlichen Spezialitäten kennenlernen und genießen. Nicht zuletzt ist auch ein Begrüßungssekt im Preis enthalten.

 

Essen

Wie erwähnt sind das Essen an Bord und das Frühstück inkludiert. Zusätzlich 2 x ein Abendessen im Hotel. Über das Hotelessen kann man natürlich kein schlechtes Wort verlieren, die Hotels waren alle mit 3 oder 4 Sternen versehen. Die Auswahl war immer üppig und variationsreich, auch auf jegliche Wünsche oder Unverträglichkeiten wird eingegangen.

Was an dieser Stelle deutlich interessanter ist, ist das Mittagessen an Bord. Hier wird nicht frisch gekocht, das Essen wird im Hotel zubereitet oder von einem Zulieferer am Morgen entgegengenommen und dann zum Mittagessen aufgewärmt. Natürlich kann man dann keine 6 Sterne a la Dubai erwarten. Aber es war immer lecker. Die Auswahl beschränkt sich aufgrund der Anzahl der Passagiere auch immer auf eine Speise. Die besteht im Regelfall aus Fleisch, Beilage, Salat und etwas süßes als Nachspeise.

Solltet ihr bei der Buchung eine Unverträglichkeit oder ähnliches angegeben haben, bekommt ihr eine Extra Speise zubereitet. Auch auf Vegetarier oder Vegane wird Rücksicht genommen und entsprechende Speisen zubereitet.

Alles in allem war es immer sehr lecker, einzig die Bratkartoffeln hatten unter dem Aufwärmen etwas gelitten, mehr in der Konsistenz als im Geschmack.

 

Hotels

Sehr, sehr gute Auswahl. Die Hotels waren allesamt mit 3 oder 4 Sternen versehen, teilweise etwas spartanisch eingerichtet aber so habe ich das ja echt gerne. Die meisten boten einen Wellnesbereich, mindestens einen Pool und einen Fitnessraum. Die Zimmer waren sauber, ordentlich, hatten zum Teil aber ein paar Mängel, die dann aber auf das Alter zurückzuführen waren. Außerdem waren sie weder dramatisch, noch fühlte man sich dadurch eingeschränkt.

In Stettin, Berlin, Brandenburg und Magdeburg wurden scheinbar die zentralsten Hotels ausgewählt die man finden konnte – gefällt mir! Zusätzlich achtete man bei der Auswahl auch stark darauf, dass die Hotels barrierefreie Zimmer haben und über Aufzüge verfügen, sodass der ganze Vorgang sehr erleichtert wurde.

 

Personal an Bord

Wie kitschig! Vor dem Schiff wird man vom Chef persönlich in Empfang genommen, er reiste mit uns auch als Kapitän mit nach Brandenburg, sehr nette und zuvorkommender Mensch! Aber das hat was, morgens empfängt uns der Chef, abends verabschiedet er uns. Und am Ende der Reise kam er zum Anleger in Bergedorf um jeden einzelnen Gast noch einmal persönlich zu verabschieden und eine gute Heimreise zu wünschen.

Aber er war nicht alleine an Bord. Es gab durchgehend zwei Fahrer und zwei Service Kräfte. Oftmals war es so, dass der Fahrer, der gerade nicht am Steuer war, sich entweder um die Durchsagen oder auch um die Fragen der Passagiere gekümmert hat. Egal welche Informationen und auch wenn es längere Fragen waren, man nahm sich die Zeit, den Gästen ihre Fragen zu beantworten. Sehr lobenswert.

Hervorheben muss ich auch Service Kraft Beate. Sie wartete bereits in Hamburg am Bus auf uns, kümmerte sich dort um den Check In. Und nicht nur das, bereits am Ende der Busfahrt kannte sie beinahe schon alle Namen der Gäste. Nach nur einem Tag begann sie, nicht nur nach dem Getränkewunsch zu Fragen, sondern auch direkt nach dem Lieblingsgetränk. Zusätzlich hat sie sich für jeden Gast ein paar Minuten Zeit genommen. Mehrfach am Tag. Das war schon sehr erstaunlich und beeindruckend, das fiel auf.

Mit Mareijke hat Heiko eine richtige Allrounderin an Bord. Während sie sich um die Küche und auch mit um den Service am Tresen kümmerte, organisierte sie parallel am Telefon weitere Dinge innerhalb des Unternehmens. Alles auf einmal. Auch sie nahm sich die Zeit nochmal an Bord zu kommen obwohl sie eigentlich in Brandenburg mit Heiko abstieg. Während der letzten Schleusung vor Bergedorf kam sie zum Abschied auch nochmal an Bord.

Als Ersatz für unsere beiden zurückgebliebenen in Brandenburg kamen Adriana und Sven an Bord. Sehr stark wie schnell die beiden sich eingefunden haben, der Wechsel brachte keine Nachteile mit sich. Beide fachlich gut. Und als Krönung war auch durchgehend Herbert an Bord. Der kennt die Flüsse, Kanäle und Schleusen besser als seine Hosentasche, schippert dort seit gefühlt hundert Jahren schon rum. Eigentlich aber „erst“ seit 1963. Das ist dann aber auch schon lange.

 

Route

Die Route ist äußerst gut bedacht und durch die Ringhotels abseits des Geschehens passt sie auch vollkommen zum Konzept der Reise. Dazu kam natürlich die deutsche Hauptstadt als absolutes Highlight der Route. Ergänzt durch das neue Ziel Stettin, dass auf dieser Reise erstmals angesteuert wurde. Ich war allerdings jetzt erst auf dem Rückweg dabei.  Auch die beiden Städte Brandenburg und Magdeburg luden zu einem gemütlichen Spaziergang ein, was Brandenburg an Sehenswürdigkeiten fehlte, machte es mit schönen Ecken wieder wett.  Anders in Magdeburg, hier stechen vor allem das Hundertwasserhaus und der große Dom hervor.

 

Altersstruktur

Das mag jetzt für den ein oder anderen „erschreckend“ aber natürlich nicht wenig überraschend sein. Die Reisenden waren diesmal alle in einem Alter, in dem sie meine Großeltern hätten sein können. Es gab auch schon weitaus niedriger Durchschnitte, aber zumeist bewegt er der Schnitt sich doch weit oben. Fand ich nicht schlimm. Die haben immer vieles zu erzählen, viel erlebt. Auch viele spannende Dinge. Das ist immer sehr interessant.

 

Kritik

Da gab es nicht viel, es ist nunmal eine andere Reiseform als gewöhnliche Kreuzfahrten oder gewöhnliche Flusskreuzfahrten. Mit dem Hintergrund gab es am Ende des Tages eigentlich auch nur einen Punkt den ich beanstanden kann. Diesen Punkt habe ich auch mit dem Chef besprochen, das sah er ähnlich wie ich. Und zwar ging es hierbei um die Stoff-Liegestühle. Die hängen sehr tief durch, daher kommen die älteren Gäste da nicht unbedingt wieder raus. Weiterhin ist die Holzstange in den Kniekehlen beim sitzen äußerst unbequem. Es gab allerdings auch andere Sitzmöglichkeiten, von daher ist das ein kleiner Kritikpunkt neben vielen positiven Punkten.

 

Schlusswort

Kommen wir nun zu den letzten Worten dieses Reiseberichts, der nun doch mehr zu berichten hatte, als ich es vor ab erwartet hätte. Es war eine schöne Reise und sogar für mich extrem erholsam, die Nacharbeit hält sich in Grenzen, während der Fahrten hatte ich genügend Zeit, um die Videos zu schneiden und schon mal zu schreiben. Ich muss hier ein letztes Mal mein Unwort des Jahres in die Tasten hauen, aber es war einfach unheimlich entschleunigend. Und es war eine sehr schöne Reise, ich habe sie sehr genoßen. Und dann war es durch die deutschen Städte auch noch so Heimatnah und es gibt auch in der Heimat noch so vieles zu entdecken. Am Ende ließ ich die Serrahn Queen dann auch mit ein bisschen Wehmut in Bergedorf zurück.

Es handelt sich hierbei um ein sehr interessantes und etwas anderes Produkt, das ich so bei keinem anderen Anbieter finden konnte. Tagsüber auf dem Schiff, Nachts an Land im Hotel. In sehr guten Hotels sogar. Es ist mal etwas ganz anderes als alles was so auf dem Markt herumschwirrt. Und wie ich finde eine sehr angenehme Art zu Reisen, vielleicht sogar eine der erholsamsten. Mittlerweile habe ich von sehr alten kleinen Hochseeschiffen, bis hin zu neuen internationalen Kreuzfahrtschiffen und auch Flusskreuzfahrten mitgemacht.

Aber damit ist diese Reise mit der Bergedorfer Schiffahrtslinie nicht zu vergleichen. Es ist etwas anderes, aber dennoch ein spannendes und interessantes Konzept das man hier an den Tag legt. Zusätzlich handelt es sich um eine Idee auf die man erst einmal kommen muss. Bis vor einer Woche wusste ich nicht mal das es so etwas gibt. Nun habe ich es selbst ausprobiert und für sehr gut befunden, das hat Spaß gemacht.

An dieser Stelle noch einmal ein großes Dankeschön an alle Beteiligten, vor allem an das fleißige Personal und Eigner Heiko Buhr!

 

Reisen und buchen

Den Fahrplan der Bergedorfer Schifffahrtslinie findet ihr hier. Buchbar sind die Reisen telefonisch unter der 040/ 73 67 56 90.





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