MS Trollfjord Reisebericht Norwegen: Teil 5 – Ende: Der letzte Tag auf See


    [Der letzte Tag auf See] – Der letzte Tag auf See hat begonnen. Noch fünf Häfen bis Trondheim, der Endstation meiner Fahrt mit der MS Trollfjord entlang der norwegischen Küste. Ein Blick aus dem Fenster genügt, um zunächst im Bett zu bleiben: es ist neblig und schneit, die Sicht geht nur wenige Meter hinter die Reling. Von daher ist das Frühstück erst um kurz nach halb zehn angesagt – und diese Idee scheinen auch die meisten anderen gehabt zu haben, zumindest ist das Restaurant ungewöhnlich voll.

    Die schönste Seereise der Welt …

    An der Speisenauswahl kann es nicht liegen – die ist wie immer reichlich und gut (hatte ich eigentlich schon einmal über die in Sherry marinierten Heringshappen gesprochen?). Und wie ich da so sitze, meinen Kaviar aus der Tube auf meinem Brötchen verteile und mich ein bisschen umschaue, fällt mir an den Nebentischen immer wieder die gleiche Handlungsweise auf: aus den Handtaschen der anwesenden Damen werden immer wieder mal so kleine Plastiktütchen herausgeholt und schon verschwindet hier mal ein Apfel, da mal ein belegtes Brötchen, hier ein paar Kekse, dort ein paar Tuben mit Nuss-Nougat-Creme, da einige Stückchen Melone – die Aufzählung könnte endlos weitergehen. Hab‘ ich da etwas verpasst? Bedeutet Halbpension, dass das Mittagessen beim Frühstück eingeschlossen ist? Im Übrigen ist das Verhalten ausschließlich bei Damen festzustellen, die ihren 60. Geburtstag schon vor einer Weile gefeiert haben. Verwirrt verlasse ich das Geschehen …



    Also nutze ich die Zeit und beginne mich langsam wieder an das Arbeitsleben zu gewöhnen: ich bearbeite einige E-Mails, nehme an der einen oder anderen Telefonkonferenz teil und bereite mich auf die Sitzungen Ende der Woche vor – was erledigt ist, ist immerhin schon mal nicht mehr auf der To-Do-Liste … Und zu sehen gibt es draußen ja eh nichts (es gäbe natürlich schon etwas zu sehen, man sieht es halt nur nicht…). Die erneute Überquerung des Polarkreises ist von daher auch eher nebensächlich – das Monument am Ufer kann man nicht sehen und das Wetter ist ja bereits auf süd-norwegischem Niveau. Auf der anderen Seite erleichtert das natürlich den Abschied von einem unvergesslichen Urlaubserlebnis etwas…

    Die schönste Seereise der Welt …

    Inzwischen würde es durchaus Zeit werden, mal mit dem Schneeschieber über das Deck zu gehen – auf Deck 9 dürften inzwischen knapp 10 cm Neuschnee gefallen sein. Macht natürlich keiner – also zurück in die Kabine und mal das eine oder andere Spiel auf dem Notebook installiert. War doch eine gute Idee, die c’t-DVDs mitzunehmen …
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    Um 18.30 Uhr beginnt die 1. Sitzung des Abendessens im Restaurant „Saga Hall“; nach einer Fischsuppe kommt heute in Wildkräutern gebratenes norwegisches Lamm auf den Teller. Den Abschluss bildet ein Zitronenparfait mit Früchten von der Passionsfrucht.Zum Abschluss des wirklich vorzüglichen Essens nehme ich dann noch einen letzten Kaffee zu Lasten meines „Kaffee-Deals“ in der Bar (OK, ein Caipirinha findet auch noch den Weg in den Harald). Zurück an der Kabine ist dann aber auch unmissverständlich klar, dass dieser Urlaub zu Ende geht: ein Informationsblatt gibt zu verstehen, dass spätestens um 9.00 Uhr der Hammer fällt – sprich, die Kabine geräumt ist.

    Gut, das kommt jetzt nicht ganz so überraschend, zumal der Bus zum Flughafen schon um 8.45 Uhr fährt (und sich damit das Räumen der Kabine sowieso von selbst erledigt), erinnert mich aber doch daran, dass es jetzt Zeit ist, den Koffer unter dem Bett hervorzuholen und die ersten Sachen darin zu verstauen.

    Von daher beginne ich jetzt mal mit dem Packen und werde anschließend noch ein bisschen mit meinem neuen M3 um den Nürburgring heizen (Super-Spiel übrigens!).

    Trondheim – Das Ende

    Die schönste Seereise der Welt …

    Fertig! Ende! Aus! Vorbei! Es ist jetzt 8.45 Uhr und ich bin gerade in den Bus zum Flughafen gestiegen. Vorher klappern wir zwar noch das eine oder andere Hotel ab und laden die Passagiere aus, die ihren Hurtigruten-Urlaub in Trondheim noch um ein paar Tage verlängert haben; da mein Flieger nach Kopenhagen aber erst um 12.10 Uhr geht, ist da eh keine Hektik angesagt.

    Norwegen von oben …

    Der Morgen hat gemütlich angefangen – gegen 6.30 Uhr sind wir wohl in Trondheim angekommen (was ich wie immer nicht mitbekommen habe), pünktlich um 7.00 Uhr gibt aber die Weckfunktion des Kabinentelefons zu verstehen, dass es Zeit zum Aufstehen ist.Also ab ins Bad, ein letztes Mal an Bord duschen und die Haare aus dem Gesicht entfernen, dann noch mal zum Frühstücksbuffet und toten Fisch gegessen (OK, nicht nur) und zum Abschluss die restlichen Sachen in den Koffer geworfen – pünktlich zur Abfahrt des Busses ist die Kabine geräumt. Neben der Kabinentür hängt noch ein kleines Abschiedsgeschenk: die Rechnung der Cruise Card, d.h. die während des Aufenthaltes an Bord konsumierten Extras. Wow, der portugiesische Wein war richtig gut – und das nicht nur geschmacklich …

    Der Rest des Tages ist eigentlich nicht wirklich spannend: ich fliege von Trondheim über Kopenhagen nach Frankfurt, wo ich gegen 16.50 Uhr im Terminal 1 ankomme – und damit meinen ersten Urlaub mit Hurtigruten beendet habe.

    Wer bis hierher durchgehalten hat, weiß natürlich, dass die Entscheidung zu dieser Fahrt goldrichtig war (wobei das Wetter eine wesentliche Rolle gespielt hat); ich könnte mir also durchaus vorstellen, etwas Ähnliches im Sommer (und dann mit der Mitternachtssonne anstelle des Nordlichts) noch einmal zu machen. Vielleicht wird es aber auch nur ein verlängertes Wochenende mit dem Flieger in Kirkenes – ich glaube, da gibt es auch eine ganze Menge zu erleben … Schau’n mer mal …


    © Reisebericht und Bilder von Harald Manger – vielen Dank für den 5-teiligen Reisebericht! 





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