„Der Busausflug“ - Barbs Kolumne

Kolumne: „Der Busausflug“ auf Kreuzfahrt

Endlich haben wir auf der Kreuzfahrt mal wieder einen organisierten Busausflug und das auch noch ganztags! Aber schließlich will man ja was sehen, also muß das sein.

Wir sind früh aufgestanden, um noch genügend Zeit fürs Frühstück und nachgelagerte Tätigkeiten bzgl. der Verdauung zu haben (muß ja auch sein, wer kann schon unterwegs in Ruhe gehen). Der Rucksack muß auch noch gepackt werden, nicht zu vergessen die Ausflugstickets, die Bordkarten, unsere Wasserflaschen, den Fotoapparat, das Handy und jede Menge Papierservietten, die unterwegs wahlweise für verschiedene Dinge bestens zu gebrauchen sind.


Noch mal schnell einen Blick auf die Tickets, denn da steht Zeit und Ort unseres Treffpunktes. Aber herrje, wo ist denn jetzt diese Bar? Da waren wir noch nie! Hektischer Blick auf den Schiffsplan beim Fahrstuhl, dann nix wie hin! Dort warten schon jede Menge andere Teilnehmer und erfahren, wie wir nun mal sind, melden wir uns natürlich bei der Person mit der Liste, um uns ordnungsgemäß abhaken zu lassen. Sie spricht mehrfach mit dem Schiffsausgang über Walkie-Talkie, ob wir nun rausgehen dürfen oder nicht.

Das dauert aber noch, auch deshalb, weil sich entweder einige noch gar nicht haben abhaken lassen oder immer noch nicht da sind. Nach einigem Warten ruft sie in der betreffenden Kabine an, aber da kommen die beiden schon angehetzt („Wir mußten erst die Bar suchen, da waren wir noch nie“), ach was.

Nun endlich die erlösende Ansage: „Wir können jetzt das Schiff verlassen, bitte folgen sie mir, aber bitte nicht überholen, ich gehe immer mit dem Schild voraus.“ Okay, okay, machen wir ja auch nicht. Eine scheinbar endlose Schlange bewegt sich zum nächsten Treppenhaus, wo natürlich einige ganz Schlaue doch mit dem Fahrstuhl fahren und so beim Ausgang ganz vorne sind. Und, oh Wunder, bei den Ausflugsbussen stehen auch schon welche, die müssen sich irgendwie nach dem Abhaken auf der Liste davongeschlichen haben, denn den besten Platz im Bus kriegt man schließlich nicht als Letzter!!

Nun also in den Bus, am Eingang sammelt der örtliche Reiseleiter die Ticketabschnitte ein, die man tunlichst vorher abtrennen sollte, zwecks Zeitersparnis und anschließend folgt die schwierige Aufgabe der Platzwahl.

Das ist nämlich gar nicht so einfach, da man mehrere Faktoren bedenken muß: Sicht nach draußen, Platz für die Beine und Qualität des Sitzes. Hat man genau eine Fensterverstrebung, möglichst noch mit Vorhang, vor der Nase, ist das schon mal nicht so optimal und die Sitze beim mittleren Eingang hinter einer Abtrennung haben oft so wenig Platz für die Beine, daß man Krämpfe kriegt. Und natürlich der Sitz selber, sieht er schon sehr durchgesessen aus, ist das bei längeren Fahrten durchaus nicht ganz angenehm, besonders für zarte Rückseiten. All diese Faktoren sind natürlich in Windeseile zu berücksichtigen, denn die hinter einem Einsteigenden wollen nicht ewig warten und werden leicht ungeduldig.

Die vordere Reihe ist übrigens für Behinderte reserviert und böse Zungen behaupten, es gäbe Leute, die mit einem Krückstock auf den Ausflug gingen, nur um dort einen Platz zu bekommen, aber das würde ich ja nie sagen.

Okay, wir haben nun unsere Wahl getroffen, mein erster Blick geht nach oben zur Luftöffnung der Klimaanlage. Funktioniert die und kann man sie bei Bedarf zu machen? Falls nicht, kommt hier meine Papierserviette zum Einsatz und das Loch wird verstopft, die übelsten Erkältungen holt man sich nämlich meistens auf Busfahrten mit gräßlich ziehenden Lüftungen. Ein Schal oder eine leichte Jacke einzupacken ist sowieso immer ein Muß, egal, wie heiß es draußen ist.

Und – ganz wichtig – hat der Bus ein Klo? Ja, – wie schön – , kurzer Griff an die Tür und wie immer, die ist verschlossen. Angeblich ist das WC defekt, komischerweise ist das meist so, wohl auch deshalb, weil die Reinigung unangenehm ist und welcher Busfahrer betätigt sich gerne als Klomann? Na, egal, müssen wir halt sehen, wie wir klarkommen.

Da nun die ersten Hürden genommen sind, kommt der Reiseleiter dran, er muß das Mikrofon einstellen. Erst mal ertönt ein ohrenbetäubendes Quietschen, dann klopf – klopf – test „Können sie mich verstehen?“. Entweder viel zu laut oder kaum hörbar und erfahrungsgemäß wird die Lautstärke dann so geregelt, daß den Leuten im vorderen Bereich fast die Ohren abfallen und die hinteren grade noch was verstehen, unterbrochen von Übersteuerungen der Anlage, versteht sich.

So, nun geht es endlich los, der Reiseleiter erläutert das Programm des heutigen Tages, wenn man Glück hat, ansonsten zieht man es ihm bei irgendeinem Halt aus der Nase, man will schließlich wissen, was einen erwartet!

Nun folgt ein kurzer Fotostopp: „Nur 5 Minuten bitte, wir müssen unseren Zeitplan einhalten!“ Aus den 5 Minuten werden dann meist 15, Ein-und Aussteigen dauert ja schon mal und irgend einer ist immer dabei, der ein ganz niedliches Hündchen etwas weiter weg entdeckt hat, daß er unbedingt fotografieren muß und dann viel zu spät zurückgehetzt kommt.


 

Weiter geht’s zum ersten Besichtigungspunkt „Meine Damen und Herren, wir steigen hier jetzt aus, bitte folgen sie mir und falls sie sich selbständig machen, wir haben Bus Nr. 13. Der Bus bleibt hier stehen und in 30 Minuten geht es weiter, bitte seien sie pünktlich!“

Manchmal klappt das ja mit der Pünktlichkeit und alle sind rechtzeitig zurück, aber wir haben meist das große „Glück“, daß einer immer zu spät kommt („Ich mußte doch dieses tolle Souvenir runterhandeln, das dauerte halt!“) oder auch der Reiseleiter selber sich nicht so ganz an die Zeiten hält oder seine Uhr irgendwie anders geht, oder, oder, naja.

Wir sind jedenfalls immer pünktlich und nachdem dann auch der Letze eingetrudelt ist, geht es weiter.

Nach diversen weiteren Haltepunkten und immer den gleichen Schwierigkeiten beim Einsammeln der Teilnehmer, fängt der Magen langsam an zu knurren, denn es geht auf die Mittagspause zu. Es ist ein gemeinsames Mittagessen vorgesehen, aber wir verdrücken uns und gucken uns lieber die Umgebung an, die oftmals 1-2 Stunden kann man durchaus sinnvoller verbringen und auf einer Kreuzfahrt ist bisher noch keiner verhungert. Außerdem ist es klug, die Toiletten dann zu benutzen, wenn alle andern grade nicht Schlange stehen, sondern mit essen beschäftigt sind, das spart viel Zeit und Nerven.

Nach dem Essen folgen noch einige Besichtigungspunkte, einige Teilnehmer zeigen aber schon deutliche Ermüdungserscheinungen und bleiben lieber im Bus, irgendwann ist auch die schönste Kirche nicht mehr so attraktiv.

Und natürlich darf der obligatorische Stopp an einem Souvenirladen bzw. einer landestypischen Manufaktur mit Verkauf nicht fehlen. Die Toiletten sind nur zu erreichen, wenn man durch den ganzen Laden durchgeht, das ist natürlich rein zufällig und irgendwie bauartbedingt. Der Reiseleiter sitzt während des Halts mit dem Inhaber im Hinterzimmer ganz vertraut bei einer Tasse Tee/Kaffee, beide haben sich selbstverständlich grade kennengelernt, ein Schelm, wer Arges dabei denkt!

Dann die Rückfahrt, viele dösen vor sich hin, einige schnarchen sogar mehr oder weniger laut, obwohl der Reiseleiter ununterbrochen redet. Zwar hat er versprochen, jetzt mal nichts mehr zu erzählen, aber irgendwie klappt das nicht so recht, die Hoffnung auf das abschließende Trinkgeld treibt ihn wohl zu Höchstleistungen an.

Naja, irgendwann ist Ruhe, der Bus holpert und quietscht vor sich hin, die Sonne geht langsam unter und schließlich kommt die erlösende Ansage:“Meine Damen und Herren, wir nähern uns dem Hafen und unser Ausflug geht langsam zu Ende. Ich freue mich, daß sie heute meine Gäste waren. Bitte vergewissern sie sich beim Aussteigen, daß sie nichts im Bus vergessen“.

Als der Bus vor dem Schiff zum Stehen kommt, wird natürlich nur die vordere Tür geöffnet, damit auch jeder am Reiseleiter vorbei muß, um sich gebührend von ihm verabschieden zu können. Was das heißt, möge jeder für sich entscheiden, Bakschisch ja oder nein.

Als wir endlich draußen sind, folgt die letze Hürde, Schlange stehen bei der Sicherheitskontrolle, meist haben wir nämlich das Glück, daß mindestens 3 Busse auf einmal zurückkommen. Egal, was sein muß, muß sein und endlich haben wir es wieder einmal geschafft, „Home sweet home“, wir sind zurück auf dem Schiff.

Der Ausflug war ja ganz nett, aber nächstes Mal unternehmen wir doch lieber privat was. Aber wenn wir dann zu spät zurückkommen, wartet das Schiff nicht. Mmmh, also doch wieder einen Ausflug buchen? Sicher ist sicher oder Mut zur Lücke? Wir werden sehen, denn die nächste Kreuzfahrt ist natürlich schon gebucht.

 

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Über den Verfasser
Barb
Die Kolumnistin: Barb geht seit 1980 auf Kreuzfahrt, sie hat in dieser Zeit 29 Schiffe der unterschiedlichsten Reedereien kennengelernt, hat bis heute 795 Tage auf diesen Schiffen verbracht und alle großen Zielgebiete bereist.
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