Zika Virus Kreuzfahrten


    Aktuell ist es ein weit verbreitetes Thema und in aller Munde, das Zika Virus. Seit September 2015 hört man von immer mehr Krankheitsausbrüchen auf Grund des Zika Virus, die vor allem in Brasilien aufzutreten scheinen. Es gibt wohl vermehrt Anzeichen dafür, dass bei Neugeborenen sich häufende Schädelfehlbildungen auf das Zika Virus zurückzuführen sind. Allein im letzten Jahr sollen über 3.500 solcher Geburtsfehler festgestellt worden sein, in 2014 waren es hingegen gerade mal 150 Fälle, so dass man akut von einer Gefahrenlage sprechen kann.

    Auch viele Kreuzfahrt-Passagiere fragen sich nun, ob eine Kreuzfahrt in die gefährdeten Regionen überhaupt noch sicher ist, ob es gar Reisewarnungen wegen des Zika Virus vom Auswärtigen Amt gibt und ob es vielleicht besser ist die geplante Kreuzfahrt zu stornieren oder umzubuchen. Auf Grund dessen habe ich mich mit dem Thema eingehend beschäftigt, und möchte an dieser Stelle die wichtigsten Informationen zum Zika Virus zusammen tragen.



    Welche Kreuzfahrtregionen sind vom Zika Virus betroffen?

    Vor 2015 traten Ausbrüche des Zika Virus vorwiegend in Gebieten von Afrika, Südostasien und auf diversen pazifischen Inseln auf. Im Mai gab es die erste Warnung von der PAHO (Pan American Health Organization) wegen ersten bestätigten Zika-Virus-Infektionen in Brasilien. Inzwischen verbreiteten sich die Ausbrüche auf diverse weitere Länder und es ist davon auszugehen dass sich das Virus weiter ausbreiten wird.

    Kreuzfahrt Regionen mit Zika Virus © CDC (Centers for Disease Control and Prevention)

    Kreuzfahrt Regionen mit Zika Virus © CDC (Centers for Disease Control and Prevention)



    Hier eine Liste und Übersicht der Länder mit aktuellen Übertragungen des Zika Virus:

    Amerika

    • Barbados 
    • Bolivien
    • Brasilien
    • Kolumbien
    • Puerto Rico
    • Costa Rica 
    • Curacao
    • Dominikanische Republik
    • Ecuador
    • El Salvador
    • Französisch-Guayana
    • Gouadeloupe
    • Guatemala
    • Guyana
    • Haiti
    • Honduras
    • Martinique
    • Mexiko
    • Nicaragua
    • Panama
    • Paraguay
    • Saint Martin
    • Suriname
    • Virgin Islands
    • Venezuela

    Pazifische Inseln

    • Amerikanisch Samoa
    • Samoa

    Afrika

    • Kapverdische Inseln

    Wie man bei der Auflistung nur unschwer erkennen kann gehören auch einige Kreuzfahrt Reiseziele zu den Regionen in denen das Zika Virus übertragen wird, so dass nicht nur Süd- und Mittelamerika Kreuzfahrten sondern vor allem auch Karibik Kreuzfahrten betroffen sind. Auch bei einer Kanaren Kreuzfahrt, sollten hierbei die Kapverdischen Inseln angefahren werden, besteht das Risiko sich mit dem Zika Virus zu infizieren.

    Wie infiziert man sich mit dem Zika Virus?

    Mit der Tropenkrankheit die durch den Zika Virus übertragen wird, kann man sich ausschließlich mit Moskito-Stichen infizieren. Zwar wird aktuell auch davon gesprochen dass eine Übertagung auch durch Geschlechtsverkehr möglich ist, allerdings ist das medizinisch bisher noch nicht erwiesen. Demnach sind vor allem tropische Länder gefährdet, in denen Moskitos beheimatet sind.

    Wie kann man sich vor einer Infektion mit dem Zika Virus schützen?

    Eine Impfung, die vor einer Infektion mit dem Zika Virus schützt gibt es aktuell noch nicht, schützen beziehungsweise best möglichst vorsorgen um eine Infektion zu verhindern gibt es aber schon.

    Die Vorsorge besteht in erster Linie darin, sich vor Moskito-Stichen zu schützen:

    • Tragen von langen Shirt und langen Hosen
    • In Räumen mit Klimaanlage aufhalten und das Eindringen der Steckmücken durch Insektengitter verhindern
    • In geschlossenen Räumen oder unter einem Moskitonetz schlafen
    • Verwendung vom Insektenschutzmitteln (Achtung: nicht für Kinder unter 2 Jahren geeignet)
    • Mit Permethrin behandelte Kleidung tragen

    Symptome nach Infektion mit dem Zika Virus

    Sollte es doch zu einer Infektion mit dem Zika Virus kommen ist das laut Medizinern erst mal kein Grund zur Panik, zumal nur eine von fünf infizierten Personen tatsächlich krank werden. Die häufigsten Symptome sind:

    • Fieber
    • Hautausschlag
    • Gelenkschmerzen
    • Muskelschmerzen
    • Kopfschmerzen

    Die Inkubationszeit des Zika Virus ist bisher unbekannt, man geht aber von wenigen Tagen bis zu einer Woche aus. Die Krankheit selbst hat in der Regel einen milden Verlauf und kann rund eine Woche andauern. Schwerere Krankheitsverläufe oder gar Todesfälle sind äußerst selten.

    Um wieder auf die Beine zu kommen sollte wie bei jeder Erkrankung an eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr gedacht werden. Gegen das Fieber und die Schmerzen können klassische Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen genommen werden. Von Aspirin sowie anderen nicht-steroidalen entzündungshemmenden Medikamenten wird abgeraten so lange das Dengue Fieber, was ebenfalls durch Moskito-Stiche übertragen wird, nicht sicher ausgeschlossen ist. Hier besteht nämlich durch die Einnahme dieser Medikamente eine erhöhte Gefahr für innere Blutungen.

    Reisewarnung auf Grund des Zika Virus

    Eine allgemeine Reisewarnung auf Grund des Zika Virus existiert zur Zeit nicht, was auf den milden Krankheitsverlauf zurückzuführen ist. Allerdings sollten Reisende mit einer Immunschwäche oder auch Familien die mit Kindern reisen sicherheitshalber vor Reiseantritt einen Arzt aufsuchen um mögliche Risiken vorab zu besprechen.

    Schwangeren Frauen hingegen wird dringend abgeraten eine Reise in die betroffenen Länder zu unternehmen. Auch wenn der Krankheitsverlauf bei der Schwangeren ebenso mild zu erwarten ist, so ist mit schweren Schädigungen des ungeborenen Kindes zu rechnen. Eine Infektion mit dem Zika Virus wird mit Mikrozephalie beim Neugeborenen in Verbindung gebracht. Hierbei handelt es sich um eine Fehlbildung des Kopfes, der verhältnismäßig klein ausfällt. Dadurch kann es zu schweren Folgeerscheinungen mit schweren kognitiven Behinderungen kommen.

    Das Auswärtige Amt warnt daher Schwangere vor Reisen in die betroffenen Länder. Schwangere können ihre geplante Reise in die betroffenen Länder kostenfrei stornieren oder umbuchen.



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