A-Rosa Mia Reisebericht – Von Passau ins schwarze Meer

Donaukreuzfahrt mit A-Rosa MIA im Juni/Juli2013 : Von Passau bis ans Schwarze Meer und wieder zurück. Route: Passau – Wien – Bratislava –  Budapest – Mohacs – Novi Sad – Giurgiu – Vilkovo – Russe – Belgrad – Dürnstein – Passau Wir hatten lange schon mal beschlossen eine Donaukreuzfahrt zu machen, im September 2012 haben wir sie dann endlich gebucht, 17 Tage mit der A-Rosa MIA von Passau bis ans Schwarze Meer und zurück. Über den Termin waren wir uns zunächst nicht einig, auf Flüssen besteht ja immer das Problem, daß man Niedrig- oder Hochwasser haben kann und so entschieden wir uns für Ende Juni, da ja  zu der Zeit die Schneeschmelze mit Hochwasser schon vorbei ist und Niedrigwasser ist dann auch noch nicht zu befürchten.

Leider hatten wir aber die Rechnung ohne Petrus gemacht, denn 3 Wochen bevor es am 21.06. losgehen sollte, fing es an zu regnen wie aus Eimern und am 03.06.2013 stand die Altstadt von Passau unter Wasser. Der höchste Wasserstand bisher, 12.86 m!!!



Auch unser Hotel, in dem wir noch 3 Tage vor der Kreuzfahrt übernachten wollten, war betroffen, bis zum 1. Stock war die Flutwelle gekommen! Wir haben täglich im Internet die Webcam von Passau angeschaut und den Wasserstand der Donau beobachtet und uns gefreut über jeden Zentimeter, den es runterging.

Zwischenzeitlich waren wir beide irgendwie deprimiert, weil wir um unsere Kreuzfahrt fürchteten und waren schon so weit uns zu wünschen, daß sie abgesagt wird, weil uns das alles ziemlich auf die Nerven ging. Aber A-Rosa Flusskreuzfahrten hat uns Mut gemacht, die Wasserstände fielen kontinuierlich und 3 Tage bevor wir losfuhren, hat dann auch unser Hotel in Passau wiedereröffnet, der Abfahrt stand also nichts mehr im Wege!

Anreise Bremen -> Passau

Die Zugfahrt nach Passau war natürlich mal wieder etwas holperig. Die ganze Zeit vorher war kühles Regenwetter gewesen und ausgerechnet für unseren Reisetag und die darauffolgenden Tage war die große Hitzewelle angesagt (30° und mehr), schnauf!

Naja, zumindest ging unser ICE ab Bremen pünktlich, wir hatten 1. Klasse Fahrkarten mit Reservierung und die Sitze waren auch nicht übel, doch als wir in Hannover waren, mußten wir 20 Minuten warten, weil der andere Zugteil aus Hamburg Verspätung hatte, hier wurden nämlich 2 Züge zu einem zusammengehängt.

Als es endlich weiterging, wurde die Klimaanlage irgendwie immer schwächer auf  der Brust und als es dann total heiß war, habe ich der Zugebegleiterin Bescheid gesagt. Die konnte leider auch nichts machen und so sind wir in einen anderen Wagen umgezogen, da funktionierte alles und Platz war auch.

In Würzburg hatten wir 60 Minuten Aufenthalt und sind  ruckzuck zu McDonalds, haben beide gegessen und sind dann wieder auf den brütendheißen Bahnsteig. Ich bin aber nochmal runter und habe meinem armen schwitzenden Mann 2 Dosen Bier geholt, immerhin hat er die großen Koffer geschleppt und ich nur das Handgepäck, Belohnung muß sein! Hätte mich aber gar nicht so zu beeilen brauchen, denn der Zug nach Passau hatte natürlich 10 Minuten Verspätung.

Auf unseren reservierten Plätzen saßen Engländer, die haben wir aber vertrieben, wo kämen wir denn da hin! Die Klimaanlage in dem Zug hat funktioniert, aber zwischen Nürnberg und Regensburg haben wir 4 mal gehalten und sind dann teilweise nur Schrittempo gefahren, weil da Bauarbeiten waren, das war eine elende Nerverei.  Letztendlich sind wir  mit 45 Minuten Verspätung in Passau angekommen.

Wir sind dann mit dem Taxi zum Hotel Residenz (über A-Rosa gebucht), es war einfach zu heiß zum Laufen und auch nicht so nahe wie gedacht. Wir haben ein schönes Zimmer mit getrennten Betten im 3. Stock gekriegt, aber leider ging die Klimaanlage noch nicht (hat die Chefin gesagt) und so wurde es eine heiße Nacht (temperaturmäßig!).

3 Tage Passau

Am nächsten Morgen habe ich  die Klimaanlage einfach mal angestellt und, oh Wunder, sie funktionierte!!  Wenigstens brauchten wir  nicht mehr so zu schwitzen, in Passau waren nämlich 35°, das war fast unerträglich.

Bei unserer Ankunft im Hotel hatten wir schon nach dem Transfer zur Ablegestelle unseres Schiffes am 21.06. gefragt und man hat uns angedeutet, daß es voraussichtlich nicht in Passau losgehen würde, sondern in Wien, da die Schleuse in Altenwörth zwischen Passau und Wien durch das Hochwasser beschädigt worden war und das Schiff in Wien festlag. Einen Tag vor Abreise würden wir aber noch definitiv Bescheid bekommen.

Wir waren erst etwas geschockt, aber dann fanden wir das doch gar nicht so schlecht, denn eigentlich wären wir ja nur am 22.06. von 13.00-19.00 in Wien  gewesen, unserer Ansicht nach viel zu kurz und falls wir schon am 21.06. mit dem Bus nach Wien gebracht würden, hätten wir da ja viel mehr Zeit!  Glück im Unglück sozusagen.

Die Tage in Passau bis zur Abfahrt waren schweißtreibend, aber wir sind tapfer jeden Tag 2-3 Stunden durch die Gegend marschiert und haben alles angeguckt. Bloß auf die Burg hochzukraxeln haben wir uns gespart, das wäre dann doch zuviel des Guten gewesen, wir sind zwar fit, wollen uns aber nicht unbedingt umbringen!

Bustransfer Passau -> Wien

Und wie das Schicksal so spielt, in der Nacht vor dem Bustransfer nach Wien war in der Nähe ein schweres Gewitter und so war es am Reisetag angenehm kühl nur 25°. Wir sind mit dem Taxi zum Bahnhof, da standen schon die A-Rosa Busse und um 14:30 ging’s los.

Noch im Bus in Passau hätte ich fast einen Herzinfarkt gekriegt. Als die Reiseleiterin nämlich die Pässe einsammeln wollte, sagte mein Mann zu mir Du hast sie, aber ich hatte sie nicht! Normalerweise schleppe ich sie immer mit, aber da wir ja noch einige Zeit in Passau waren, wußte ich genau, mein Mann hat sie eingesteckt. Mein Blutdruck ging in astronomische Höhen, ich sah uns schon wieder umkehren und die Kreuzfahrt abblasen, aber irgendwie bin ich doch zumindest äußerlich cool geblieben und habe sein Handgepäck durchsucht und was sage ich, da waren sie!!!!!
Mega-Erleichterung!!! Mein Puls beruhigte sich so langsam und endlich konnte ich die Busfahrt nach Wien genießen. Bloß leider war da nicht viel zu genießen, weil wir die ganze Zeit Autobahn gefahren sind mit größtenteils hohen Lärmschutzwänden. Pustekuchen mit Sightseeing! Und als endlich nach 2 Stunden Fahrt eine Pause eingelegt wurde, bin ich natürlich wie von der Tarantel gestochen raus aufs Raststättenklo, das erfreulicherweise sauber und umsonst war, ein Hoch auf die Österreicher!!

Nach 4 Stunden 10 Minuten waren wir  endlich am Schiff, unsere A-Rosa MIA wartete schon auf uns und jede Dame wurde mit einer Rose begrüßt. Wir brauchten auch gar nicht anstehen zur Einschiffung sondern konnten einfach auf unsere Kabine gehen, da lagen dann die Bordkarten auf dem Schreibtisch und eine Flasche Sekt und ein Obstkorb standen auch zur Begrüßung da.
Die Koffer kamen auch bald, wir haben ausgepackt und ab ging’s zum 1. Abendessen, A-Rosa hat übrigens zu jeder Mahlzeit Büffet, da konnten wir uns schön was raussuchen. Naja, wir ist nicht ganz richtig, eigentlich ja  nur ich weil mein Mann abends nie was ißt.

Wir hatten übrigens bei A-Rosa das Aktiv-Verwöhn-Paket gebucht, das u.a. auch freie Getränkeauswahl enthielt und so wurde der Abend dann noch feucht-fröhlich bei Whisky  bzw. Sherry. Inzwischen bietet A-Rosa all-inklusiv standardmäßig an, aber bei unserer Reise war das noch in der Testphase, es scheint aber offensichtlich gut angekommen zu sein.

Wien, Österreich

Am nächsten Vormittag gab’s noch die obligatorische Sicherheitsinformationsveranstaltung und wir wurden auch über den weiteren Reiseverlauf informiert.

Da das Wasser nämlich immer noch sehr hoch war und wir in Novi Sad (Serbien) unter einer sehr niedrigen Brücke durchzufahren hatten, mußte A-Rosa den Reiseverlauf  ändern und zu Anfang etwas langsamer machen (d.h. nach Wien schon mehr Häfen als geplant anlaufen statt auf dem Rückweg), damit das Wasser noch runtergehen konnte, bevor wir Novi Sad erreichten.

War uns aber recht, da wir auf diese Art und Weise die Action zu Beginn der Reise hatten und auf dem Rückweg dann etwas mehr relaxen konnten, mit mehreren Flußtagen.

Nach der Sicherheitsinfo hatten wir noch genug Zeit vor dem Mittagessen an Land zu gehen um Wiener Luft an der schönen blauen Donau zu schnuppern. Das war aber irgendwie ein Flop, denn es roch genauso wie bei uns in Bremen an der Weser und die Donau war auch nicht blau sondern bräunlich! Später hat man uns dann erzählt, daß das Wasser eigentlich meistens so eine Farbe hat, also denke ich mal, daß das ein Überlieferungsfehler sein muß, der beim Heurigen entstanden ist. Ursprünglich hieß es nämlich blau an der schönen Donau, hahaha.

Naja, ganz so ein Flop war unser Landgang dann doch nicht, als wir eine Weile an der Uferpromenade entlanggelaufen waren, sahen wir auf der rechten Seite die Franz von Assisi Kirche, ein wirklich imposantes Gebäude am Mexikoplatz, an der wir bei der Stadtrundfahrt nachmittags dann auch noch vorbeigefahren sind.

Diese Stadtrundfahrt war natürlich ein touristisches Muß und lief wie folgt ab:
Zuerst das Schloß Belvedere, eine im 17. Jahrhundert für Prinz Eugen von Savoyen erbaute Schloßanlage mit wunderschönem Garten. Heute ist in den beiden Schloßbauten die Österreichische Galerie Belvedere  untergebracht, wir haben das Gebäude allerdings nur von außen besichtigt.

Im Schloßgarten hat  mich die Statue einer Sphinx besonders fasziniert: der Körper einer Löwin mit Flügeln, menschlicher Kopf mit Zopffrisur und einem Busen. Nach der Besichtigung des Schlosses Belvedere ging es weiter zur Hofburg. Sie war vom 13. Jahrhundert bis 1918 Residenz der Habsburger in Wien war und ist seit 1945 Amtssitz des Österreichischen Bundespräsidenten.
Die Hofburg ist ein riesiger Gebäudekomplex, hier sind u.a. verschiedene Museen und das Bundesdenkmalamt untergebracht und in der Stallburg, die auch zu dem Komplex gehört, findet man die berühmte Spanische Hofreitschule. Natürlich haben wir sie gesehen, konnte aber nicht hinein.

Den Heldenplatz mit dem klassizistischen Burgtor und den Reiterdenkmälern vom Erzherzog Karl und Prinz Eugen haben wir uns noch angeschaut und haben dann durch den Südostflügel (die Neue Burg) die Hofburg verlassen.

Anschließend fuhr der Bus zum Prater um das Riesenrad zu sehen, angehalten wurde aber nicht, was meiner Meinung nach auch nicht notwendig war, Riesenräder sind ja nun doch nicht sowas besonderes (die Wiener mögen mir verzeihen).

Der nächste Besichtigungspunkt war das für manche grotesk aussehende Hundertwasserhaus, eine von 1983-1985 erbaute Wohnanlage der Gemeinde Wien mit sehr viel Begrünung, sodaß es auf dem Dach aussieht wie ein Park.

Ich finde die Architektur interessant und außergewöhnlich, genau wie die Malereien von Friedensreich Hundertwasser, die man im gegenüberliegenden Souvenirshop kaufen konnte. Kunstdrucke, versteht sich.

Sicherlich hätte man in Wien noch viel mehr Zeit verbringen können, aber wir haben zumindest einen Eindruck gewonnen und beschlossen, auf alle Fälle nochmal für mehrere Tage hier hin zu kommen.

Bratislava, Slowakei

Bratislava ist die Hauptstadt der Slowakei und liegt nur 55 km von Wien entfernt. Da in unserem Aktiv-Verwöhn-Paket 8 Ausflüge inklusive waren, haben wir hier auch einen geführten Stadtrundgang mitgemacht (Bratislava City Express), obwohl ich sowas eigentlich gar nicht leiden kann. Ich entscheide lieber selbst, was ich mir angucke oder wo ich hingehe.

Aber diesmal war es eine gute Wahl, die slowakische Reiseführerin war sehr humorvoll und hat uns in angenehmer Art und Weise die faszinierende und wunderschöne Altstadt von Bratislava gezeigt.

Ihren Ausspruch zu Nobelrestaurants werde ich nicht vergessen: Da kriegt man ja für €100 nur eine Ameisenleber und einen Zentimeter Schnittlauch serviert! Hat sie irgendwie nicht unrecht, oder?

Die Häuser in der Altstadt waren alle tip-top renoviert, es gab viele Kneipen und Restaurants mit moderaten Preisen (ohne Ameisenleber!!)  und wir haben auch noch das schmalste Haus der Welt gesehen, das grade mal 1,30 m breit ist. Es wurde gebaut, als die alte Stadtmauer abgerissen wurde und dort eine Lücke entstand, wo sonst  ein Durchgang für die Mauerwachen war. Wir wären liebend gerne mal reingegangen, das war aber leider nicht möglich. Ich frage mich, wie haben die Leute da drin geschlafen, hochkant?

Nach der Besichtigung der Altstadt sind wir mit dem Bus auf die Burg Bratislava hochgefahren, westlich der Altstadt auf einem Felsen 85 m über der Donau gelegen. Die Burg war 1811 komplett abgebrannt und wurde dann von 1953 bis 1968 originalgetreu wieder aufgebaut so wie sie um 1650 ausgesehen hat.

Als wir sie besichtigt haben, war sie grade mal wieder blendend weiß gestrichen worden (man sah noch Reste von den Handwerkermaterialien) und auch die Nebenanlagen wirkten wie nagelneu. Da wir natürlich auch  wieder wohin mußten und sie doch tatsächlich dafür 80 Cent pro Person eisenhart kassiert haben (mit streng blickender Dame am Eingang), haben wir gewitzelt, daß der Erhalt der Burg wahrscheinlich nur aus dem Obolus der Touristen fürs Klo finanziert wird, es war dort nämlich ein Riesenandrang!

Aber der Blick von der Burg auf die Donau hat uns für den herben Verlust von €1,60 entschädigt, einfach fantastisch!

Nachdem wir uns kaum sattsehen konnten, hat uns der Bus dann zurück zum Schiff gebracht, wo mal wieder ein leckeres Mittagsbuffet auf uns wartete. Die Küche an Bord war übrigens slawisch-österreichisch angehaucht, total lecker und an Kalorien durfte man erst gar nicht anfangen zu denken (ich hab sie einfach mit der Gabel plattgedrückt, dann macht das nichts).

Budapest, Ungarn

Budapest ist die Hauptstadt Ungarns und 1873 durch Zusammenlegung der Städte Buda, Óbuda und Pest entstanden.

Da die wichtigsten Bauwerke der Stadt am Ufer der Donau stehen, hatten wir schon bei der Ankunft morgens von unserer A-Rosa MIA einen wunderbaren Blick zu beiden Seiten. Aber natürlich haben wir die Stadtrundfahrt mitgemacht, wenn man hier zu Fuß alles erreichen will, dauert das doch sehr lange, wenn man es überhaupt schafft.

Die Rundfahrt ging zunächst durch den Stadtteil Pest, in dem auch das weltberühmte Parlamentsgebäude steht. Die Fahrt war  ziemlich schwierig, da hier alles teils abenteuerlich zugeparkt ist und der Bus mehrmals Probleme hatte, in Nebenstraßen einzubiegen. Aussteigen konnten wir nicht, aber  man hat zumindest einen Eindruck gekriegt.

Anschließend sind wir über die berühmte Kettenbrücke auf die andere Seite der Donau gefahren. In Budapest gibt es insgesamt 12 Brücken, wobei die Kettenbrücke die älteste ist, sie wurde bereits 1849 gebaut.

Im Stadtteil Buda ging’s zunächst auf den Burgberg, dort sind wir vom Busparkplatz durch das Burgviertel gelaufen, wo wir auch  am ältesten Haus Budapests vorbeigekommen sind. Die ideale Gelegenheit für mich während der langatmigen Erläuterung der Reiseleiterin mal eben nebenan in ein Cafe zu verschwinden um den Frühstückstee wegzubringen.

Die Matthiaskirche und die Fischerbastei folgten als nächster Programmpunkt. Die Fischerbastei sieht aus wie eine Ritterburg in Disneyland, sie steht an der Stelle des ehemaligen Fischmarkts von Buda und hat ihren Namen von einer Fischergilde, für die sie gebaut wurde.

Hier hatten wir  etwas Freizeit und es war wirklich eine Spitzenidee von mir, schon vorher mal wohin zu gehen, weil die meisten Ausflugsteilnehmer einen großen Teil der Pause damit verbracht haben, in der Schlange vor dem Klo zu stehen.

Ich konnte dafür in Ruhe Fotos von der gegenüberliegenden Donauseite mit dem Parlamentsgebäude machen. Die Aussichtstürme der Fischerbastei waren  zwar von unzähligen Chinesen bevölkert, aber wozu ist man schließlich am chinesischen Nationalfeiertag auf dem Bund in Shanghai gewesen? Kamera festhalten,  immer freundlich lächeln und nach vorne durchdrängeln, so geht das!
Als nächster Programmpunkt stand die Zitadelle und die Freiheitsstatue auf dem Géllertberg im Stadtteil Pest auf dem Plan. Der Géllertberg wurde nach dem Heiligen Géllert benannt, der von diesem Berg zu Tode gestürzt wurde (immerhin ist der Berg 325m hoch!).

Die Zitadelle auf dem Gipfel des Berges ist eine Festung, die 1848/49 errichtet wurde und heute zum UNESCO Weltkulturerbe zählt. Auf dem Weg dorthin (leicht bergauf) waren unzählige Souvenirstände und natürlich wieder jede Menge Touristen aller Nationalitäten, so ein Massenauflauf wie wir ihn eigentlich gar nicht mögen. Die Freiheitsstatue am Ende der leicht steilen Straße haben wir aber noch angeguckt, Kultur muß nun mal sein. Sie wurde 1947 aufgestellt und erinnert an die Eroberung von Budapest durch die Rote Armee im Winter 1944/45.

Auf dem Rückweg zum Bus wollten wir noch kurz in die Zitadelle rein, da waren einige Restaurants und Geschäfte und auch ein offizielles WC. Praktischerweise stand aber ein Preisschild gleich am Eingang:  €1 pro Person, aus der Not der Touristen wurde auch hier kräftig Profit geschlagen, ich habe das aber boykottiert, man hat ja auch seinen Stolz und da es dann sowieso zurück aufs Schiff ging, war das auch kein größeres Problem für mich.

Nachmittags haben wir noch einen Spaziergang am Flußufer entlang bis zum Donauknie gemacht, hier war ein sehr schönes Naherholungsgebiet mit Restaurants, einem Schwimmbad und gerudert wurde auch. Allerdings war es sehr windig und so waren nur wenige Leute unterwegs. Auf dem Weg über eine  Brücke hatten wir Mühe voranzukommen und wir waren froh, als wir nach zwei Stunden wieder auf dem Schiff waren.

Genau wie in Wien hätte man auch  in Budapest  noch viel mehr Zeit verbringen können, aber am Abend fuhr die A-Rosa MIA ja weiter Richtung Mohacs (Ungarn), wo auch die Zollabfertigung an der Außengrenze der EU ein sollte.

Mohacs, Ungarn

Auf dem Weg nach Mohacs war vormittags ein kurzer technischer Stop in Kalocsa um die Teilnehmer abzusetzen, die hier einen Ausflug gebucht hatten, sie wurden dann später in Mohacs wieder aufgenommen.

Wir hatten ausnahmsweise mal frei, aber natürlich war das Wetter mies, Regen und 18°. So haben wir es uns in der Lounge gemütlich gemacht, ich habe mein Netbook mitgenommen und auch tatsächlich eine Internetverbindung über das  WLAN des Schiffes bekommen (kostenfrei in unserem Aktiv-Verwöhnpaket enthalten).

Wegen des Regens hatte ich dann beschlossen, das Bordguthaben von €50, das uns unser Reisebüro geschenkt hatte, in eine A-Rosa Regenjacke umzuwandeln und natürlich, kaum hatte ich die gekauft, hörte der Regen auf. Auf dem Rest der Reise war dann bis auf einmal auch nur noch schönes Wetter, das hatte ja wunderbar funktioniert, der Wettergott läßt sich doch irgendwie bestechen!

Als wir in Mohacs ankamen, sind wir noch an Land, es gab eine ganz nette Fußgängerzone und einige sehenswerte Gebäude wie z.B. das Rathaus und das Gemeindehaus. In dem örtlichen Penny Supermarkt haben wir uns die Angebote angesehen, hier gab’s doch tatsächlich Bierflaschen mit 1 Liter Inhalt! Sehr praktisch für den kleinen Durst zwischendurch.
Bekannt ist Mohacs aber eigentlich als Grenzrevisionsstelle für Schiffe, die aus der EU aus – bzw. einreisen. Deswegen mußte unser Schiff auch an der Zollstelle eine Weile liegen, bis alle Pässe kontrolliert waren. Ein Offizier vom Schiff ist dazu mit all unseren Pässen im Koffer zu den Behörden gegangen und nach einer Weile, als alles okay war, kam er zurück und wir durften ausreisen.

Novi Sad, Serbien

Novi Sad ist eine Universitätsstadt und zweitgrößte Stadt in Serbien nach Belgrad. Sie besteht aus den Stadtteilen Novi Sad nördlich der Donau und Petrovaradin am Fuß der gleichnamigen Festung südlich der Donau.

Im Kosovo Krieg wurden alle Donaubrücken Novi Sads zerstört und der Verkehr über eine Pontonbrücke abgewickelt, die nur  dreimal wöchentlich für Schiffe geöffnet war. Aber seit dem 11.10.2005 ist der Schiffsverkehr wieder ungehindert möglich, da zu diesem Zeitpunkt die Freiheitsbrücke wiedereröffnet wurde, die allerdings relativ niedrig ist und bei Hochwasser haben Schiffe manchmal Schwierigkeiten dort drunter hinweg zu kommen.

Gleich bei unserer Ankunft in Novi Sad hat unser Kapitän deswegen auch einen Testlauf gefahren, um zu sehen ob die A-Rosa MIA unter der Brücke durch paßt und wir hatten Glück! Mit eingefahrenem Steuerhaus, eingeklappten Aufbauten auf dem Sonnendeck und viel Daumendrücken waren noch 40 cm Platz!

Nun konnten wir uns also beruhigt auf den Ausflug machen, da unserer Weiterfahrt Richtung Donaudelta offensichtlich nichts mehr im Weg stand.

Diesmal hatten wir uns die Fahrt zum Kloster Krusedol mit anschließendem Stadtrundgang in Novi Sad ausgesucht, alternativ wäre noch eine Fahrradtour möglich gewesen, aber das muß dann doch nicht sein.

Klöster und Kirchen sind eigentlich nicht so unser Ding, aber da das Kloster Krusedol etwas im Landesinneren lag, war die Fahrt dorthin für uns interessant, teilweise sah es ziemlich ärmlich aus.
Das Kloster Krusedol (gebaut von 1509-1514) ist relativ klein und außer in die Kirche konnten wir nirgends hineingehen. Aber es gab natürlich einen Souvenirstand und lobenswerterweise auch Toiletten, scheinbar ein beliebtes Ziel für Touristen.

Zurück in Novi Sad folgte ein geführter Stadtrundgang, die Fußgängerzone sah modern und gut renoviert aus und man glaubt es kaum, gegenüber der großen Kirche und neben dem Rathaus am Hauptplatz war sogar McDonalds.

Nach einer kurzen Erfrischungspause in einem unterirdischen Lokal gab’s noch eine Rundfahrt durch die Stadt mit dem Bus. Aber abseits der Innenstadt sah es neben einigen schönen Villen   doch öfters ziemlich runtergekommen aus, da gibt’s noch einiges zu tun.

Nach dem Mittagessen sind wir nochmal an Land, es gab nämlich eine wunderbare Promenade mit einem kleinen Naherholungsgebiet an der Donau entlang, wunderbar zum Laufen. Und außerdem war Bewegung dringend notwendig, immer nur auf dem Schiff oder im Bus, das ist nichts für uns.

Flußtag  durch die Donau Katarakten Richtung Giurgiu, Rumänien

Unser erster Flußtag auf der Donau war zwar vom Wetter her noch nicht so schön, aber dafür gab es um so mehr zu sehen. Wir fuhren nämlich durch die Donau Katarakten, die etwas an  norwegische Fjorde erinnern. Rechts und links ragen steile Felswände hoch und bei der Ortschaft Dubova, südwestlich der Stadt Orsova  in Rumänien wo die Mraconia in die Donau fließt  ist  an einer Stelle sogar ein riesiger 40 Meter hoher und 25 Meter breiter  Kopf des Dakerkönigs Decebalus aus dem Felsen gehauen, sehr fotogen!

Die Donau Katarakten gehören zum Naturpark Eisernes Tor, einem Naturschutzgebiet von ca. 116.000 Hektar Größe. Der Donaudurchbruch Eisernes Tor gilt als eines der imposantesten Taldurchbrüche Europas, hier sind insgesamt 26 Meter Höhenunterschied zu überwinden.

Man hat deswegen  die Schleuse Eisernes Tor  mit zwei Staustufen gebaut und dank einem 1972 errichteten Staudamm und einem Kraftwerk ist heutzutage dieser Bereiche für Schiffe kein Problem mehr, früher galt das Eiserne Tor jedoch als der gefährlichste Abschnitt der Donauschiffahrt, der nicht ohne Lotsen passiert werden konnte.

Entlang der Donau findet man hier auch viele Reste des römischen Imperiums, so ließen z.B.  die römischen Kaiser Tiberius und Trajan entlang der Donau eine Straße in den Felsen hauen und 15 km flußabwärts vom Staudamm Eisernes Tor sind noch Brückenköpfe der Trajansbrücke über die Donau erhalten, die über ein Jahrtausend die längste Brücke der Welt war.

Die Durchfahrt durch die Katarakten war also sehr geschichtsträchtig und beeindruckend und wir konnten uns kaum losreißen, weil es immer wieder was Neues zu entdecken gab.

Giurgiu, Rumänien

In Gurgiu (Rumänien)  hatten wir nur einen kurzen technischen Stop um  die Leute auszuladen, die den Ausflug nach Bukarest gebucht hatten.

Eigentlich wollten wir die Fahrt auch erst mitmachen, aber nachdem wir gehört hatten, daß man geschlagene zwei Stunden eine Führung im Präsidentenpalast von Ceaucescu mitmachen muß und man vorher die Pässe abzugeben hat, haben wir uns die Sache nochmal überlegt, dazu hatten wir wirklich keine Lust.

Bevor das Schiff weiterfuhr sind wir  noch kurz an Land, aber wir sind schnell wieder umgekehrt, da an der Anlegestelle mindestens zehn streunende Hunde herumliefen (ein großes Problem in ganz Rumänien).  Als dann die Besatzung Müllsäcke in eine umzäunte Deponie gebracht hat, sind die Hunde sofort über die hohe Umzäunung geklettert und haben die Müllsäcke durchstöbert, kein wirklich schöner Anblick.

Wir hatten anschließend aber  noch eine wunderschöne Flußfahrt mit tollem Wetter, bis dann in Ostentia (Rumänien) die hungrigen Ausflügler um 14:15 wieder eingeladen wurden. Sie haben  uns übrigens recht gegeben, nicht mitzufahren. Die Fahrt war holperig und anstrengend wegen der schlechten Straßenverhältnisse und der Palast war ziemlich runtergekommen, nicht wirklich sehenswert.

Vilkovo, Ukraine

Am nächsten Tag kamen wir  in die Ukraine nach Vilkovo, kurz vor dem Kilometer 0 im Donaudelta. Normalerweise werden die Stromkilometer beginnend mit der Quelle gezählt, aber da man sich bei der Donau nicht  einigen konnte wo sie entspringt, hat man es einfach andersrum gemacht und mit dem Kilometer 0 bei der Mündung im Schwarzen Meer angefangen.

Da fast die Hälfte der Stadt von Kanälen durchzogen ist, wird Vilkovo auch das urkainische Venedig genannt. Viele Menschen leben hier vom Fischfang und Weinanbau und fast jeder hat einen eigenen Gemüsegarten. Die Leute in Vilkovo werden im Durchschnitt sehr alt, das führt man auf die Tatsache zurück, daß sie sich zum größten Teil von ihren eigenen Produkten ernähren und Stress hier  fast ein Fremdwort ist.

Bei der Ankunft unseres Schiffes wurden wir traditionell von einer einheimischen Kinderfolkloregruppe begrüßt und ein alter Mann mit langem weißem Bart hat  Brot und Salz zur Begrüßung überreicht.

Anschließend sind wir  mit einem kleineren Ausflugsschiff ganz runter bis an die Mündung der Donau ins Schwarze Meer gefahren, wo sich das Donaubiosphärenreservat mit einer Fläche von fast 50.000 Hektar  befindet, es zählt damit zu den größten versumpften Territorien in Europa.

Beim Kilometer 0 hat die ukrainische Besatzung Wodka verteilt und gesagt, wenn man das Monument 0 km sieht, einen Wodka trinkt und sich was wünscht, geht der Wunsch in Erfüllung. Wir haben aber keinen Wodka genommen, nicht morgens um 10:00, das ist denn doch zuviel. Außerdem sind wir sowieso wunschlos glücklich.

Auf der Rückfahrt zu unserem Schiff wurde auch noch Rotwein zum Probieren ausgeschenkt, der ja in Vilkovo angebaut wird  und die Stimmung wurde entsprechend  ausgelassen an Bord. Mücken waren übrigens keine da, man hatte uns gewarnt ja Mückenschutzmittel zu benutzen, da immer Millionen unterwegs sein sollten. Aber glücklicherweise war am Tag vorher ziemlicher Regen gewesen, durch das abziehende Tief war es morgens relativ kühl (26°) und somit waren auch keine Mücken unterwegs. Was natürlich gut war, da wir nichts zum einreiben mitgenommen hatten.
Nachmittags sind wir natürlich nochmal an Land um den Ort  zu erkunden, die vielen kleinen Kanäle mit den malerischen Häusern haben mich zu einer Menge Fotos hingerissen, ein Motiv war schöner als das andere. Es wurde auch eine offizielle Führung angeboten, aber selbst alles zu entdecken hat uns viel mehr Spaß gemacht, wenn wir auch die ein oder andere historische Erläuterung verpaßt haben, aber alles kann man sich sowieso nicht merken.

Flußtag Richtung Russe, Bulgarien

Nun machte sich unsere A-Rosa MIA auf den Rückweg nach Passau, wir hatten schon im Internet gelesen, daß die Schleuse in Altenwörth wieder repariert ein sollte und somit der Rückfahrt nichts im Wege stand (wenn wir wieder unter der Brücke in Novi Sad durchkamen was dann auch so war, diesmal mit 1,10 m Platz!).

Dieser Flußtag war leider total verregnet, aber mit viel Nichtstun kann man auch die Zeit rumbringen. Und Dank unserem AI konnten wir uns auch ganz gut in der Bar aufhalten ohne gleich unser Budget zu sprengen.

Russe, Bulgarien

Die Stadt Russe  ist das kulturelle Zentrum Nordbulgariens und Grenzstadt zu Rumänien. Wegen seiner historischen Bedeutung ist das Stadtzentrum mit dem europäischen Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet worden, früheste Siedlungsspuren stammen bereits aus dem 5. Jahrtausend v.Chr.

Der Ausflug, den wir uns hier ausgesucht hatten, war Die Felsenklöster Iwanowo und Basarbovo mit anschließendem Stadtrundgang in der Altstadt von Russe.

Zunächst ging es 22 km über Land zu den Felskenkirchen von Iwanowo. Die zentrale Klosterkirche wurde in 38 m Höhe in den Fels gehauen und um dorthin zu gelangen mußten wir einen steilen Weg bergauf laufen. Aber wir waren ganz froh uns wieder mal richtig bewegen zu können, so eine Flußkreuzfahrt ist ja nicht grade ein Aktivurlaub.

Wir konnten nur die Felsenkirche der Jungfrau Maria besichtigen, der Eingang war sehr schmal und das Innere auch nicht sehr groß (16 m x 4 m x 2,15 m).  Die Wände waren über und über mit Fresken aus dem 13. Und 14. Jahrhundert  bedeckt und ein Angestellter des Klosters hat lang und breit jedes Bild erläutert, mir hätte die Hälfte der Erklärungen auch gelangt, merken kann man sich das alles ja sowieso nicht.

Der Abstieg von der Felsenkirche ging über eine ziemlich glitschige steile Treppe, aber wir haben es ohne Blessuren nach unten geschafft, wo natürlich ein Souvenirstand mit kostenpflichtiger Toilette zu finden war.

Nächster Besichtigungspunkt war das Felsenkloster Basarbovo im Tal des Flusses Russenski Lom, 10 km von der Stadt Russe entfernt. Dieses Kloster ist das einzige noch tätige Felsenkloster in Bulgarien und auch hier muß man schmale Treppen hinauf um zur Felsenkirche zu kommen.

Es waren außer uns auch viele einheimische Touristen unterwegs, deswegen gestaltete sich der Auf-und Abstieg etwas schwierig, da bei Gegenverkehr kein Durchkommen auf den engen, unebenen Stufen war und man bei jedem Treppenabsatz erst mal warten mußten, um eine Lücke zum Weitergehen zu erwischen.

Nach unseren Klettertouren zu den Felsenkirchen ging es dann etwas gemächlicher mit einem Rundgang im Stadtzentrum von Russe weiter. Wegen seiner schönen Architektur wird Russe auch als das „kleine Wien“ bezeichnet,  nicht zu Unrecht meiner Meinung nach, die Gebäude erinnern stark an  die Bauten in Wien, besonders das Opernhaus am Hauptplatz ist sehr imposant.

Aber es gab auch viele liebevoll renovierte kleinere Häuser in der Hauptgeschäftsstraße, die als Fußgängerzone eingerichtet ist und viel von Touristengruppen besucht wird. Einheimische kaufen hier eher selten, da die Preise für bulgarische Verhältnisse doch ziemlich hoch sind.

Flußtag Richtung Belgrad, Serbien

Der nächste Flußtag war wunderbar warm und sonnig und wir hatten viel Zeit zum Entspannen und genießen der vorbeiziehenden Landschaft.

Es waren sehr viel ältere Leute an Bord (65+ würde ich sagen) und die haben meist auf den Stühlen unter dem Sonnensegel gesessen, sodaß wir Jüngeren absolut kein Problem mit belegten Liegen hatten, es gab immer freie Auswahl. Und gegen den Fahrtwind hatte A-Rosa alle 10 Meter auf dem Sonnendeck Segeltuchwindwände gespannt, sodaß es nicht allzusehr zog und man gut in der Sonne liegen konnte.  Außerdem war das Schiff auch nicht ausgebucht, nur 130 Passagiere statt etwas über 200, das war sowieso sehr angenehm.

Wir sind auf dem Rückweg natürlich auch wieder durch die Schleuse Eisernes Tor gekommen, dort war es fast windstill und furchtbar heiß und wir waren froh, daß die A-Rosa MIA einen Pool hatte und wir ins Wasser gehen konnten.

Belgrad, Serbien

Belgrad ist die Hauptstadt der Republik Serbien und liegt an der Mündung der Save in die Donau. Die Stadt ist Dreh- und Angelpunkt für den Verkehr zwischen Mittel- und Südosteuropa sowie dem Vorderen Orient und wir deshalb auch oft als Tor zum Balkan bezeichnet.

Unsere Stadtrundfahrt führte uns zuerst zum Dom des Heiligen Save,  der größten Kirche Südosteuropas und eines der größten orthodoxen Gotteshäuser der Welt. Der Dom hat ungefähr die Ausmaße der Hagia Sophia in Instanbul, die Kuppel hat aber einen noch größeren und höheren Durchmesser. Mit dem Bau wurde schon 1935 begonnen, durch den 2. Weltkrieg gab es  einen Baustop bis 1985, offizielle Einweihung war dann 2004.

Aber ganz fertiggestellt ist der Dom noch nicht, im Innenraum sah es mehr so aus wie auf einer Baustelle, da die Verkleidung mit Mosaiken und Kacheln  immer noch andauert. Trotzdem werden hier natürlich schon Gottesdienste abgehalten, in der orthodoxen Kirche müssen die Gläubigen nämlich die ganze Zeit stehen, eine Ausstattung mit Sitzgelegenheiten ist deshalb nicht vorgesehen.
Nach dem Besuch der Kirche (und der wunderbaren unterirdischen nagelneuen Toiletten vor dem Gebäude) fuhr unser Bus weiter durch die Stadt bis zur Fußgängerzone, wo auch eine Erfrischungspause in einem Lokal vorgesehen war. Wir haben uns aber nur die uns zustehenden Wasserflaschen geschnappt und uns dann selbständig gemacht um im Eiltempo noch schnell die wirklich schöne Innenstadt zu besichtigen, leider hatten wir ja nur 30 Minuten Zeit, wir wären hier gerne noch länger geblieben, Belgrad hat uns wirklich gut gefallen.

Der letzte Punkt auf unserer Besichtigungstour war die Festung Belgrad, 50m oberhalb der Mündung der Save in die Donau gelegen.

Die Festung stammt in ihrer Grundstruktur aus dem 15. Jahrhundert, wurde aber Ende des 17. Und Anfang des 18. Jahrhunderts ausgebaut, sie ist das Wahrzeichen der Stadt Belgrad Man findet hier u.a. das Militärhistorische Museum, die Rosenkirche und die Kirche des Hl. Petka und natürlich viele Monumente.

Das bekannteste Monument ist wohl das Denkmal eines nackten Kriegers (Pobednik), das zu Ehren des Sieges gegen die Türken in den Balkankriegen aufgestellt wurde. Man hat uns erzählt, daß es wegen dieses nackten Kriegers einige Aufregung gab.  Damals wollten die ehrenwerten Damen der Stadt nicht, daß man den Krieger von vorne sieht, deswegen mußte er so aufgestellt werden, daß die Vorderseite direkt an der steil abfallenden Felswand steht. Von der gegenüberliegenden Flußseite kann man seine edlen Teile nur mit dem Fernglas erkennen, so waren sie zufriedengestellt (aber von hinten sieht der Knabe auch recht knackig aus, war also kein großer Verlust).

Das gesamte Areal der Festung ist sehr weitläufig und wir hätten gerne noch mehr besichtigt, aber dazu braucht man wahrscheinlich einen ganzen Tag. So haben wir aber zumindest das vollständig erhaltene Tor des Despoten, das doppeltürmige Zindan Tor und den Castellan Turm gesehen, der heutzutage als Observatorium dient, bevor es dann wieder zurück aufs Schiff ging.

Zwei Flußtage Richtung Dürnstein, Österreich

An unserem ersten Flußtag Richtung Dürnstein sind wir  in Mohacs wieder in die EU eingereist. Geschlagene zwei Stunden lag unser Schiff dort, diesmal mußte die Besatzung zur Gesichtskontrolle antreten und die Pässe der Passagiere wurden scheinbar genauestens geprüft.

Das Wetter war  herrlich, wir lagen die ganze Zeit an Deck, nur unterbrochen vom Mittagessen natürlich, die leckeren Sachen kann man sich ja nicht entgehen lassen.

Der zweite Flußtag war genauso schön, in Bratislava haben wir kurz gestoppt um ein neues Crewmitglied auf zu nehmen, dabei haben wir neben der A-Rosa DONNA gehalten, dem Schwesterschiff  der A-Rosa MIA. Während dieser Zeit gab es auch eine gute Internetverbindung, das habe ich natürlich ausgenutzt, unterwegs war das meistens ziemlich schwierig, wenn gar unmöglich.

Dürnstein und Stift Melk, Österreich

Bevor wir in Dürnstein angekommen sind, mußten wir noch eine Weile bei der Schleuse in Altenwörth warten, da diese ja grade erst wieder repariert war und sich ein Schiffsrückstau gebildet hatte.

So schlimm war es aber nicht, unser Ausflug nach Dürnstein ging nur 15 Minuten später los als geplant.

Dürnstein ist eine Stadt in der Wachau mit 872 Einwohnern  (Stand 01.01.2013) und mindestens gefühlt hundert mal so vielen Besuchern pro Stunde. Wir hatten zunächst einen geführten Rundgang und anschließend habe ich in der freien Zeit versucht, Fotos ohne irgendwelche Touristenmengen zu bekommen, das war aber fast unmöglich, ein paar Leute sind mir immer ins Bild gelaufen.

In Dürnstein wird sehr viel Wein angebaut und auch die Marillen (Aprikosen) sind ein beliebtes Mitbringsel aus der Region, eingelegt, als Marmelade oder als Schnaps. Viele unserer Mitreisenden konnten dem Angebot nicht widerstehen und haben sich reichlich eingedeckt. Aber da wir ja wieder mit dem Zug nach Hause fahren mußten, haben wir lieber nichts gekauft, zu schleppen hatten wir schon genug.

Nach  der Besichtigung von Dürnstein fuhr der Bus weiter an der Donau entlang durch die Wachau bis zum Stift Melk.

Das Benediktinerkloster Stift Melk ist das Wahrzeichen der Wachau und gehört zum UNESCO Welterbe. Hier ist auch die älteste noch bestehende Schule Österreichs angesiedelt, das Stiftsgymnasium Melk.

Wir haben hier zunächst an einem 50 minütigen geführten Rundgang teilgenommen, der uns u.a. durch den Prälatenhof,  das Museum am Kaisergang, den Marmorsaal und die Stiftskirche führte.
Die Räume des Museums im Kaisertrakt sind die ehemaligen Zimmer der kaiserlichen Familie, jeder Raum behandelt jetzt ein oder zwei besondere Themen, die uns natürlich die örtliche Museumsführerin ausführlich erklären mußte. Da Museen nicht grade mein Lieblingsaufenthaltsort sind, war ich froh als das überstanden war und wir weiter zum Marmorsaal (wieder mit ausführlicher Erklärung) und zur Stiftskirche gehen konnten. Bei der Kirche hat man uns allerdings freigelassen, sodaß wir keinen ewigen Erläuterungen mehr lauschen mußten.
Anschließend hatten wir noch etwas Zeit und  wir haben uns den Stiftspark mit Gartenpavillon angesehen, bevor wir unsere Gruppe vor dem Eingangsportal wieder getroffen haben und dann gemeinsam zum Ort Melk runter und zu unserem Bus gegangen sind.

Am Nachmittag war dann schon Kofferpacken angesagt weil wir am nächsten Morgen um 6:00 in Passau ankommen sollten.

Passau -> Bremen

Um 6:30 haben wir die  Koffer vor die Kabinentür gestellt und nach dem Transfer zum Bahnhof konnten wir sie dann auf unserem Bahnsteig wieder in Empfang nehmen, toller Service!
Die Rückfahrt mit der Bundesbahn verlief ausnahmsweise mal ereignislos mit Umsteigen in Würzburg wie auf dem Hinweg und Mittagessen bei McDonalds, die reservierten Plätze waren gut und Verspätung hatten wir auch keine.

Zu Hause war aber leider nicht so alles in Ordnung. Durch ein schweres Gewitter war bei uns der FI Schalter rausgesprungen und unser Vermieter  hat erst ca. eine Woche später durch Zufall gemerkt, daß bei uns der Strom nicht läuft. Nach Rücksprache mit meiner Mutter ist er dann in die Wohnung und hat den Strom wieder angestellt. Natürlich war alles im Gefrierabteil  des Kühlschranks aufgetaut und dann wieder eingefroren und ich mußte den ganzen Mist wegschmeißen. Wohlweißlich hatte ich keinen Fisch mehr eingefroren, sondern hauptsächlich noch Gemüse, etwas Fleisch und Brot und so hat es nicht allzusehr gestunken.

Reisebeurteilung:

Das Essen an Bord war absolut fantastisch, es gab immer Buffet und alles hat (leider) immer sehr gut geschmeckt. Mineralwasser ist beim Essen frei und steht auf dem Tisch in einer Karaffe, andere Getränke werden serviert. Da wir ja AI gebucht hatten, waren uns die Preise egal, die waren nämlich nicht von schlechten Eltern (z.B. 0,4 l Königspilsener €3.90, 0,75l Mineralwasser €4.50, Cola €2.60, Whisky 4 cl €7.20, Sherry €4.20, Cocktails im Durchschnitt €7.20, Cappuccino €2.90 usw.) und wenn man alles extra bezahlen muß, kommt schnell was zusammen.

Das Personal war sehr aufmerksam, freundlich  und flink, alles super sauber und auch meine Extrawürste beim Essen wurden gerne erfüllt. Wir geben den 1. Teil unseres Trinkgeldes übrigens schon immer nach 3 Tagen, wenn wir wissen, wer für uns zuständig ist, das macht die ganze Sache noch besser und alles flutscht. Unsere Mitreisenden waren  auch sehr nett und wir haben viel gelacht. Natürlich gab’s auch ein paar Miesepeter dabei, wie z.B. den Walfisch mit Badehosengröße mittleres Zweimannzelt, der an allem was auszusetzen hatte, aber solche Zeitgenossen haben wir geflissentlich ignoriert!

Fazit: es war eine wunderbare Reise, an Bord lief alles perfekt, A-Rosa ist ein super Veranstalter und wir planen schon die nächste Flußkreuzfahrt, wahrscheinlich auf der Rhone und auch auf dem Rhein.

 
 

Günstige A-Rosa Kreuzfahrten

 



Schau Dir unsere Videos an