A-Rosa Aqua Reisebericht – Rhein, Waal und Schelde

A-Rosa Aqua 14 Tage Kombitour Kurs Basel + Kurs Amsterdam auf Rhein, Waal und Schelde 11.07. – 26.07.2014 – Route:  Köln, Boppard, Kehl, Basel, Breisach, Mainz, Köln, Volendam,  Amsterdam, Rotterdam, Gent, Antwerpen, Arnheim, Köln – geschrieben von BARB. – Da uns letztes Jahr die Donaureise mit der A-Rosa Mia so gut gefallen hatte, haben wir uns dieses Jahr für eine Tour auf dem Rhein mit der A-Rosa Aqua entschieden, 14 Tage Kombitour (Kurs Basel und Kurs Amsterdam) mit Zuganreise 1. Klasse und vorheriger Übernachtung im Hotel Köln Hilton.

Sowohl die Zuganreise als auch die Hotelübernachtung haben wir über A-Rosa gebucht und als Tarif  „Select Premium alles inklusive“ in  einer Kabine mit französischem Balkon auf Deck 2 gewählt .  Lediglich die Platzreservierung muß man selbst bzw. durch das Reisebüro vornehmen lassen, es empfiehlt sich unserer Erfahrung nach aber immer, da die Züge auch in der 1. Klasse oft sehr voll sind.



A-Rosa Aqua 14 Tage Kombitour Kurs Basel + Kurs Amsterdam auf Rhein, Waal und Schelde 11.07. – 26.07.2014

A-Rosa Aqua 14 Tage Kombitour Kurs Basel + Kurs Amsterdam auf Rhein, Waal und Schelde 11.07. – 26.07.2014



Die Routen im Detail:

11.07.2014 Anreise  Bremen – Köln mit Übernachtung im Hotel Hilton Köln
Nach der Fahrt mit dem Taxi zum Hauptbahnhof Bremen hatten wir noch etwas Zeit und sind in die DB-Longe, die man benutzen kann, wenn man 1. Klasse Tickets hat. Hier gibt’s  kostenfrei Softdrinks, Kaffee, Tee, Zeitungen und WLAN und nicht zu vergessen eine wirklich saubere Toilette, ganz im Gegensatz zu manchen Bahnhofsklos, die mir schon immer ein Greuel waren.

Der Zug ging fast pünktlich und wir hatten einen guten 2-er Platz mit Tisch am Fenster. Bloß ziemlich heiß war es, weil die Klimaanlage nicht ganz kalt gestellt war,  da die Bahnmitarbeiter angeblich befürchteten, sie würde den Geist aufgeben, wenn sie kälter gestellt würde, wer’s glaubt, naja.

Wir sind mit 8 Minuten Verspätung in Köln angekommen und  da das Hilton nur 200m vom Bahnhof entfernt war, konnten wir bequem unsere Koffer dorthin rollen, haben im Hotel eingecheckt  und sind dann nochmal raus, weil das Wetter ganz schön war.

Wir sind an der Rheinpromenade entlang bis zum Malakoffturm und dem Schokomuseum gelaufen, das war alles sehr sehenswert und ich habe diverse Fotos gemacht.

12.07.2014 Köln – A-Rosa Aqua (bis 17:00)
Am nächsten Morgen, nach einem ausgezeichneten Frühstück (im Zimmerpreis von €190 inklusive), sind wir noch einmal rausgegangen, da unser Transfer zum Schiff erst um 13:45 stattfinden sollte. Leider war das Wetter nicht mehr so schön wie am Tag vorher, aber wir konnten doch noch fast 2 Stunden laufen, ohne naß zu werden.

Diesmal sind wir auf die andere Seite des Bahnhofs ins Eigelsteinviertel, da war es gar nicht mehr touristisch aber trotzdem interessant. Erst lauter chinesische Geschäfte und Restaurants und dann wurde es türkisch. Am  Eigelsteintor,  einem von vier erhalten gebliebenen Stadttorburgen der Kölner Stadtmauer, haben wir dann gedreht und sind zurück ins Hotel, da es langsam anfing zu regnen.

Treffen für den Transfer zur A-Rosa Aqua war praktischerweise vor McDonalds am Kölner Hautbahnhof und so konnten wir dort vorher noch essen, bevor wir uns dann mit unseren Transfervouchern (beim Anreisepaket inklusive) bei dem dort bereitstehenden Mitarbeiter gemeldet haben.

Der Bustransfer ging pünktlich um 13:45 und hat nur 10 Minuten gedauert, das Schiff lag in der Nähe der Drehbrücke im Deutzer Hafen.  Die Koffer, mit entsprechenden Anhängern versehen, wurden auch im Bus transportiert und  dann selbstverständlich  von A-Rosa Mitarbeitern bis vor die Kabinentür gebracht.

Das Einchecken verlief vollkommen unkompliziert, man geht aufs Schiff (jede Dame erhält zur Begrüßung eine Rose), man gibt seinen Personalausweis oder Paß an der Rezeption ab und kann schon zur Kabine gehen. Hier lagen  dann die Bordkarten, die auch gleichzeitig Zimmerschlüssel sind, auf dem Schreibtisch, zusammen mit dem A-Rosa Journal, dem Tagesprogramm, das jeden Abend für die kommenden Tag auf die Kabine gebracht wird.

Da alles so schnell und einfach ging mit dem Einchecken, hatten wir noch Zeit und sind noch mal kurz rausgegangen, da ich unbedingt den Kölner Dom von Ferne fotografieren wollte, ein wirklich schöner Anblick von der anderen Rheinseite.

Als wir zurück waren, standen die Koffer vor der Kabinentür und nachdem wir ausgepackt hatten, mußten wir an der Sicherheitsveranstaltung teilnehmen, auf Hochseeschiffen auch Seenotrettungsübung genannt. Bei A-Rosa versammelt man sich in der Lounge, es wird ein Film von ca. 10 Minuten Länge gezeigt, der die Sicherheitseinrichtungen erklärt und das war’s dann, kurz und schmerzlos.

Dann wurden noch die Ausflüge vorgestellt und anschließend konnte  endlich unser Urlaub beginnen. Es gab zur Einstimmung eine Auslaufparty auf dem Sonnendeck, natürlich mit Kölsch.

13.07.2014 Boppard (04:00-11:00)
Am nächsten Morgen erreichten wir  Boppard, das am oberen Mittelrhein, dem sogenannten Mittelrheintal liegt. Seit 2009 gehört das obere Mittelrheintal zum UNESCO Weltkulturerbe, die erste urkundliche Erwähnung der Stadt stammt aus dem frühen Mittelalter aus dem Jahr 643. Boppard war fränkischer Königshof und Verwaltungszentrum des Bopparder Reiches und hat heute 7.377 Einwohner (Boppard-Stadt).

Leider hat es ziemlich geregnet, als wir zu unserer privaten Besichtigung an Land  sind, aber dank meines Regenschirmes konnte ich doch ganz gute Aufnahmen machen, zumal das Städtchen wirklich malerische alte Häuser hat, die schon unmittelbar bei der Anlegestelle anfangen. Da der Ort nicht groß ist, kann man schnell und bequem alles zu Fuß erreichen und natürlich hörte es sofort auf zu regnen, als wir uns wieder dem Schiff näherten.

Als Trost gab’s um  11:00 einen bayerischen Frühschoppen mit Weißwürsten und Brezeln, als das Schiff sich dann auf den Weg nach Kehl machte.

Abends in der Lounge war Zwangsgucken vom Endspiel  der Fußball WM auf einer großen Leinwand angesagt, man konnte sich dem einfach nicht entziehen, da das Schiff nicht groß ist (max. 202 Passagiere, bei uns 156) und sich in der Lounge die einzige Bar befindet. Ich muß aber zu meiner Schande gestehen, daß wir  kurz nach 22:00 gegangen sind, da lief grade die 2. Halbzeit. Morgens haben wir dann erfahren, daß sie 1:0 gewonnen haben und Deutschland Fußballweltmeister geworden ist, halleluja.

14.07.2014 Kehl (ab 13:00)
Vormittags waren wir noch unterwegs auf dem Fluß bevor wir dann gegen Mittag Kehl erreichten.

Kehl wurde im Jahr 1038 erstmals urkundlich erwähnt. 1333 wurde mit dem Bau einer ersten Rheinbrücke, der Langen Bruck, zwischen Kehl und Straßburg begonnen und ab 1388 bestand eine permanente Verbindung zwischen beiden Orten. 1960 wurde die Europabrücke über den Rhein nach Straßburg eröffnet. Seit dem 7. Oktober 2005 gehört Kehl zum  Eurodistrikt Strasbourg-Ortenau.

Meistens wird in Kehl  ein Ausflug nach Straßburg gemacht, aber da wir beide die Stadt schon kannten, hatten wir beschlossen, uns Kehl anzugucken.  Der Fußweg vom Schiff zur Innenstadt war auch nur ca. 15 Minuten, aber wir wollten zunächst mal über die Europabrücke rüber nach Frankreich. Mittags hatte es erst noch geregnet, aber als wir dann losgegangen sind, kam die Sonne raus und es wurde gleich drückend warm.

Auf der französischen Seite war eigentlich nichts Besonderes zu sehen und so sind wir durch einen Park zur Passarelle Brücke gelaufen.  Die Passerelle des Deux Rives (deutsch: Brücke der zwei Ufer) ist eine Fußgänger- und Radfahrerbrücke über den Rhein. Sie wurde als Herzstück der grenzüberschreitenden Landesgartenschau zwischen den Städten Straßburg und Kehl  am 23. April 2004 eingeweiht  und ist eine architektonische Seltenheit mit zwei Stegen, die im oberen Teil mit 76 Seilen verspannt sind.

Wir sind also über die Passarelle wieder nach Deuschland und als wir  in Kehl waren, fing es mal wieder an zu regnen. Wir haben aber trotzdem noch einige Straßen abgelaufen und beschlossen, am nächsten Tag nochmal in die Innenstadt von Kehl zu gehen, da das Schiff hier über Nacht lag und wir somit den nächsten Vormittag noch genug Zeit hatten.

15.07.2014 Kehl (bis 14:00)
Der nächste Tag  war ziemlich warm und sonnig und so stand einer Besichtigung von Kehl nichts im Wege, ich habe aber trotzdem meinen Regenschirm mitgenommen, nur so für alle Fälle.

Von A-Rosa bekommt man nämlich immer am Abend vorher einen Stadtplan mit Hafeninformationen, auf dem auch  alles Sehenswerte eingezeichnet ist und so kann man sich getrost alleine auf den Weg machen, ohne sich unbedingt einer geführten Besichtigung anschließen zu müssen.

Wir haben alle Sehenswürdigkeiten, bis auf eine alte Villa, die nicht zu finden war, in Kehl angeguckt. Die Innenstadt mit Fußgängerzone und dem Markt waren auch recht nett, doch da es immer heißer wurde, sind wir nach 2 Stunden zurück zum Schiff, zumal es dann auch Zeit fürs Mittagessen war, das hatten wir uns auch verdient nach dem schweißtreibenden Vormittag.

Nachmittags ging’s dann weiter Richtung Basel, wir haben in der Sonne an Deck  im eigenen Saft geschmort, da das vordere Sonnendeck mit den Segeln und den Duschen geschlossen war, weil sie deren Gestelle  wegen der niedrigen Brücken und Schleusen, die sehr zahlreich waren, runter klappen mußten.

Wir sind dann auch etwas früher als ursprünglich geplant auf die gut klimatisierte Kabine,  in der Hitze draußen war es  einfach nicht mehr auszuhalten.

16.07.2014 Basel (09:00-19:00)
Basel ist Hauptort des Kantons Basel-Stadt und nach Zürich und Genf  die dritt größte Stadt der Schweiz mit 173’000 Einwohnern.

Die Stadt Basel gliedert sich in Großbasel auf der linken (südwestlichen) Seite des Rheins und Kleinbasel  am rechten Rheinufer. Das Zentrum Basels sind die Altstadt in Großbasel rund um den Marktplatz – wo auch das Rathaus (Baubeginn 1504) steht – und der über den Rhein emporragende Münsterhügel mit der Pfalz-Terrasse. Die Mittlere Brücke verbindet die Altstadt auf beiden Seiten des Rheins.

Da unser Schiff wieder sehr günstig in der Nähe der Altstadt von Großbasel lag, konnten wir auch hier alles zu Fuß erkunden. Bis ins Zentrum waren es nur ca. 15 Minuten zu laufen und dank der A-Rosa Hafeninformationen haben wir auch nichts Wichtiges verpaßt.

Das Rathaus am Markplatz, das Basler Münster, die Elisabethenkirche, die Peterskirche und das Spalentor, zudem wir allerdings zunächst  über ca. 50 Stufen bergauf gehen mußten, um dann an der Universität vorbei zu dem Tor zu kommen, das zu den wenigen Stadtoren zählt, die von der ehemaligen Stadtmauer noch erhalten sind. Der Weg dort rauf war ziemlich schweißtreibend, da es auch hier sehr heiß und sonnig war, aber allein schon die vielen malerischen, gut erhaltenen Häuser haben uns für die Anstrengung entschädigt. Das älteste Haus, das ich gesehen habe, hatte die Jahreszahl 1342 an der Fassade, allerding war daneben eine Satellitenschüssel angebracht, was wohl vermuten läßt, daß das Haus  doch zumindest im Innern saniert wurde.

In Basel fahren übrigens überall Straßenbahnen und so hätte man sich leicht auch auf einem größeren Radius fortbewegen können, aber in der Altstadt gab es so viel zu sehen, daß wir das nicht für nötig gehalten haben, zumal wir nachmittags nochmal los sind um auf die andere Seite nach Kleinbasel zu gehen.

Dort war es moderner mit Kaufhäusern und diversen Geschäften und der Badische Bahnhof befindet sich auch auf dieser Seite. Wir sind dann noch am rechten Rheinufer weiter bis zur Dreirosenbrücke gelaufen und dort wieder rüber auf die andere Seite zurück zum Schiff.

Insgesamt waren wir in Basel 4 Stunden unterwegs, aber man hätte noch viel länger bleiben können, so viel gab es zu sehen. Für einen guten Eindruck hat es aber gelangt und die Wärme machte es uns auch nicht grade einfach, aber wir sind hart im Nehmen.

17.07.2014 Breisach  (07:00-12:30)
Von Breisach aus hat A-Rosa einen Ausflug nach Freiburg angeboten, da aber das Schiff sozusagen „mitten in der Innenstadt“  lag und Breisach auch sehr sehenswert ist, haben wir uns auch hier gegen einen geführten Ausflug entschieden und haben den Ort selbst erkundet.

Die Stadt hat eine wechselvolle Geschichte,  die Basler Bischöfe herrschten in Breisach bis zur Übernahme der Stadt durch die Habsburger 1273 und seit dem frühen 16. Jahrhundert ließen die habsburgischen Kaiser Breisach als Reichsfestung ausbauen.

Die Stadt wird überragt durch das Münster auf dem 77m hoch gelegenen Breisacher Burgberg, auf dem sich auch das Rathaus und das Freilichttheater für die Breisacher Festspiele befindet, die seit 1924 immer von Juni bis September durchgeführt werden.

Natürlich sind wir zunächst in die Oberstadt zum romanischen Stephansmünster hochgelaufen, das zwischen dem Ende des 12. Jahrhunderts und 1230 erbaut wurde. Das Rathaus  auf dem Platz vor dem Münster, ist, wie so vieles hier in dieser Gegend, ganz in Rosa gehalten und somit sehr fotogen. Eine kostenfreie öffentliche Toilette gibt es beim Rathaus (und in der Unterstadt)  übrigens auch, die Stadt ist sehr touristenfreundlich in meinen Augen.

Nachdem wir die Oberstadt genug erkundet hatten, sind wir runter in die Unterstadt, die eine sehr schöne Fußgängerzone hat. Von hier aus hat man auch nochmal einen fantastischen Blick auf den Burgberg mit dem Münster und einem davorliegenden Stadttor, für Fotografen absolut zu empfehlen.

Nach ca. zwei Stunden sind wir zurück zum Schiff, da es ja auch mittags schon weiterging Richtung Mainz.

Bei der Weiterfahrt war es  sehr heiß und das vordere Sonnendeck mit den Sonnensegeln und Duschen wurde wieder gesperrt wegen der Schleusen und niedrigen Brücken,  da die Aufbauten teilweise zu hoch waren.

Wir haben uns aber dann doch noch an Deck bis kurz vor 18:00 raus gelegt, da etwas Wind aufkam und man es so ganz gut in der Sonne aushalten konnte.  A-Rosa hatte netterweise Liegen vom vorderen Sonnendedeck weiter nach hinten gebracht, sodaß man sich hier ausstrecken konnte.

18.07.2014 Mainz  (10:00 14:00 – Koblenz (18:00-22:00)
Mainz ist die Hauptstadt von Rheinland Pfalz mit über 200.000 Einwohnern.  Neuere Forschungen haben ergeben, daß die Gründung der Stadt Mainz bereits 13/12 v. Chr. durch den Römer Drusus erfolgte, der hier ein Legionslager errichtete.  Sie liegt bei Rheinkilometer 500 ungefähr auf halbem Wege zwischen Bodensee und Nordsee  und ist u.a. Sitz der Johannes Gutenberg-Universität, des römisch-katholischen Bistums Mainz sowie des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF).

Da unser Schiff praktischerweise  unmittelbar neben der  Theodor-Heuss-Brücke zwischen der Mainzer Innenstadt und Mainz-Kastel lag, wo sich auch gleich das Landtagsgebäude befindet, konnten wir auch hier gut privat an Land gehen um die Stadt zu besichtigen.

Es war schon morgens um 9:30 brutal heiß (32 °), aber davon haben wir uns nicht abhalten lassen, Kultur muß sein.  Wir sind bis zum Marktplatz gelaufen,  wo auch das Münster und das Gutenbergmuseum stehen und sehr viele alte Häuser mit  malerischen Fassaden. Auch hier dominiert die Farbe Rosa, sowohl für das Landtagsgebäude, das Landesmuseum, das Gutenbergmuseum, das Münster und viele Privathäuser  hat man diese Farbe gewählt.

Wir hatten natürlich wieder unseren A-Rosa Stadtplan dabei, aber in Mainz kann man sich eigentlich nicht verlaufen, denn seit 1853   gilt hier einen Besonderheit für die Straßenschilder: Straßen mit roten Schildern verlaufen vorwiegend senkrecht zum Rhein, während Straßen parallel zum Rhein mit blauen Straßenschildern versehen werden. Dabei steigen die Hausnummern in den Straßen mit roten Schildern in Richtung Rhein, in den Straßen mit blauen Schildern mit der Flußrichtung des Rheins, jeweils ungerade Zahlen links und gerade rechts.

Also immer den roten Schildern mit aufsteigenden Hausnummern nach Richtung Rhein, dann war es nicht mehr schwierig, das Schiff zu finden. Was wir dann nach 2 Stunden Besichtigung auch gemacht haben, in der Hitze hat das völlig gereicht und außerdem fuhr das Schiff auch nachmittags weiter Richtung Koblenz.

Dies war der landschaftlich schönste Teil der Fahrt,  durch die Berge an der Lorelei vorbei,  eine Burg folgte auf die  andere. Wir lagen unter dem Sonnensegel, ich hatte meine Kamera immer schußbereit und natürlich viele Fotos gemacht.

In Koblenz sind wir um 18:00 angekommen und um 22:00 wieder abgefahren. Auch hier wäre natürlich Zeit für einen Landgang oder einen geführten Stadtrundgang gewesen, aber da es immer noch sehr heiß war und wir froh waren, auf dem klimatisierten Schiff zu sein, haben wir uns das erspart. So bleibt noch was fürs nächste Mal.

Der erste Teil unserer Reise (Kurs Basel) ging damit auch zu Ende, am nächsten Tag  in Köln begann dann der zweite Teil (Kurs Amsterdam). Wir waren übrigens die einzigen „Durchfahrer“ an Bord, alle anderen Passagiere hatten nur die 7 Tage Tour Köln-Basel-Köln gebucht.

19.07.2014 Köln (06:00-17:00)
Schon früh morgens war geschäftige Hektik an Bord, da  heute Passagierwechsel war.  Ohne uns natürlich, da wir ja noch die Tour „Kurs Amsterdam“ gebucht hatten und somit ganz entspannt frühstücken konnten und den Abreisenden zum Abschied winken.

Seitens A-Rosa hatte man uns angeboten, speziell etwas für uns zum Mittagessen bereitzustellen,  da die neuen Passagiere  erst nachmittags kamen und somit eigentlich kein Mittagessen vorgesehen war. Wir haben das aber dankend abgelehnt, da wir uns mit Freunden treffen wollten, in den vielen Biergärten und Lokalen in Köln was zu essen zu kriegen, war da das geringste Problem.

Da es mal wieder sehr heiß war (35°), haben wir zunächst mit unseren Freunden (3 Paare) die Zeit im Biergarten am Malakoffturm verbracht und  kurz nach 14:00 sind wir  alle zusammen aufs Schiff. A-Rosa war sehr kulant, unser Besuch mußte lediglich die Personalausweise an der Rezeption abgeben solange sie an Bord waren und ich  durfte sogar eine kleine Schiffsführung machen.

Anschließend haben wir uns auf dem Sonnendeck am Tisch unter den Sonnenschirmen niedergelassen und den guten A-Rosa Sekt genossen, pro Reise kriegt man nämlich eine Flasche zur Begrüßung auf die Kabine und die hatte ich wohlweißlich für diese Gelegenheit aufgehoben.

Um kurz vor 16:00 mußten unsere Freunde von Bord, da das Schiff ja nun auch bald zur nächsten Reise auslaufen sollte. Natürlich gab es wieder eine Auslaufparty auf dem Sonnendeck und später mußten wir uns noch die Sicherheitsinformation anschauen, das ist Pflicht, wie auf allen Schiffen, auch wenn wir sie vom letzen Mal schon kannten.

Den Abend haben wir wie immer bei guten Getränken und guter Musik vom DJ in der Lounge verbracht, wir waren gespannt, wie es im Norden in Holland und Belgien aussah, da waren wir ja im Gegensatz zum Süden mit Ausnahme von Amsterdam noch überhaupt nicht gewesen.

20.07.2014 Volendam (12:00-23:00)
Der nächste Morgen präsentierte sich ganz anders, grau und trübe und es hat auch ein paarmal geregnet als wir vormittags über das Ijsselmeer Richtung Volendam  fuhren, wo wir dann um 12:00 angekommen sind.

Eigentlich sollten wir ja in Hoorn anlegen, da aber nur ein Liegeplatz in Volendam zu kriegen war, hat A-Rosa kurzfristig den Plan geändert und einen kostenlosen Transfer von Volendam nach Hoorn  organisiert mit 3 Stunden Aufenthalt in Hoorn. Da aber Volendam auch sehr schön aussah, haben wir auf den Transfer verzichtet und später haben uns Passagiere, die in Hoorn waren, erzählt, daß wir gut daran getan haben, nicht hinzufahren, Volendam sei viel interessanter gewesen.

Volendam gehört übrigens zur Gemeinde Edam-Volendam und liegt ca.  20 Kilometer nördlich von Amsterdam an der Küste des Ijsselmeeres. Es entstand bei einem verlandeten Gewässer als Vorhafen von Edam und  war bis etwa 1920 ein einfaches Fischerdorf, bis es von Malern und Touristen entdeckt wurde.

Das haben wir auch deutlich bei unserem nachmittäglichen Landgang gemerkt, der Ort war voll und besonders an der Promenade am Hafen mit den vielen Geschäften und Restaurants war kaum ein Durchkommen vor lauter Menschen. Wir sind dann aber bald in eine Nebenstraße abgedreht und haben das normale, weniger touristische Volendam besichtigt, das auch sehr malerisch war mit Grachten natürlich, die ja in Holland unerläßlich sind. Auffallend ist auch, daß die Wohnhäuser zum Teil extrem klein sind, da fragt man sich manchmal wirklich, ob da noch normal gewachsene Menschen drin leben können

Nach einer Stunde und 15 Minuten Fußmarsch durch die Stadt hatten wir das meiste gesehen und sind zurück zum Schiff, das natürlich praktischerweise wieder in unmittelbarer Nähe der Hafenpromenade lag.

Da das Wetter inzwischen durch den vorherigen Regen sehr schwül geworden war, waren wir  total müde und haben es uns bei einem guten  Kaffee in der Lounge gemütlich gemacht und noch etwas bis zum Abendessen um 19:00 relaxt.

21.07.2014 Amsterdam (05:00-24:00)
Die Hafenstadt Amsterdam ist  die Hauptstadt der Niederlande mit 809.892 Einwohnern, wobei sich allerdings  der Regierungssitz des Landes sowie die Königsresidenz im 60 Kilometer entfernten Den Haag befinden. Die Stadt ist  Zentrum des Drogentourismus in Europa. Im Jahr 2005 gab es rund 750 sogenannte Coffeeshops in den gesamten Niederlanden, in denen Cannabis konsumiert werden darf. 2009 befanden sich allein in Amsterdam 228 dieser Coffeeshops.

Als wir morgens in Amsterdam anlegten, war das Wetter grau und trübe, aber es hat nicht geregnet und so haben wir uns gleich nach dem Frühstück um 9:30 auf dem Weg in die Stadt gemacht. Das Schiff lag in unmittelbarer Nähe des Hauptbahnhofs, man mußte nur unter der Unterführung hindurch und schon war man in 10 Minuten Fußweg in der Innenstadt.

Scheinbar war es aber noch etwas früh für Amsterdam, denn überall lagen  Müllsacke rum, Lieferanten versperrten den Weg und somit bot die Stadt ein nicht sonderlich schönes Bild. Wir haben uns aber nicht abhalten lassen, zunächst die Fußgängerzone und dann einige Grachten abzulaufen und durch die Linse meiner Kamera habe ich doch ganz gute Ausschnitte aufnehmen können.

Irgendwann sind wir wohl auch leicht ins Rotlichtviertel abgedriftet, die Sexshops wurden jedenfalls immer häufiger und einige Damen vom horizontalen Gewerbe hielten auch schon nach Frühaufstehern Ausschau, naja jedem das Seine.  Von den berühmten Coffeeshops haben wir auch einige gesehen, die waren schon morgens recht gut besucht und ich glaube kaum, daß die grünen Lollis aus reinem Zucker waren, die dort geschleckt wurden und die Kekse, die da verkauft werden, sollen ja auch recht anregend sein, hab ich gehört.

Nachdem wir 2 Stunden durch die Stadt gelaufen waren, sind wir zurück zum Schiff um uns beim Mittagessen zu stärken. Eigentlich wollten wir unsere Besichtigung nachmittags fortsetzen, aber da fing es so stark an zu regnen, daß wir das aufgegeben haben und  statt dessen in der Lounge den Nachmittag verbrachten. Wenn man all inclusiv hat, ist das ja auch kein Problem, zumindest kein finanzielles.

22.07.2014 Rotterdam (08:00-14:00)
Rotterdam ist die zweitgrößte Stadt in den Niederlanden mit ca.  610.000 Einwohnern und  hat den größten Seehafen Europas, der auch drittgrößter der Welt ist.  Die Stadt liegt an der Mündung des Rheins in die Nordsee im  Rhein-Maas-Delta und ist unter anderem auch bekannt für seine außergewöhnliche Architektur.

Unser Schiff lag auf der Nieuwen Maas in unmittelbarer Nähe der Wilhelmsbrug (Wilhelmsbrücke) und wieder nur einen kurzen Fußweg von ca. 10 Minuten von der Innenstadt entfernt.

Das Wetter entschädigte uns hier für den verregneten Nachmittag in Amsterdam, denn den ganzen Tag war strahlender Sonnenschein und somit konnten wir unsere Stadtbesichtigung am Vormittag bei schönstem Fotolicht machen.

Wir sind zunächst vorbei an den Kubushäusern in der Nähe des Hauptbahnhofs gelaufen. Diese Häuser haben als oberes Stockwerk einen auf der Spitze stehenden Würfel und sind absolut einzigartig auf der Welt. Sie wurden 1984 von  Piet Blom gebaut und sind seitdem beliebtes Motiv für Touristen. Wohnen möchte ich da drin allerdings nicht, das ist mir doch etwas zu futuristisch und ich frage mich auch, wie man da die Schränke an die Wand stellen soll.

Wir sind dann weiter durch die Innenstadt gegangen, es war grade Markt und kaum ein Durchkommen, aber etwas abseits haben wir doch noch einige interessante Wohnbauten gesehen, die an den auch hier vorhandenen Grachten standen.

Beim Maritimen Museum (open Air) waren wir auch noch und auf dem Rückweg war ich  in einem schwimmenden Hotel mal für kleine Mädels, ohne Gebühr netterweise. Bevor wir wieder aufs Schiff sind, sind wir noch über die Wilhelmsbrücke auf die Flußinsel rüber und ich habe insgesamt wieder viele schöne Bilder aufnehmen können.

Als wir nachmittags ausgelaufen sind, hat A-Rosa mit dem Schiff noch eine Rundfahrt durch den Rotterdamer Hafen gemacht, das war sehr beeindruckend und hat einem erst so richtig ein Gefühl für die gewaltige Größe des Rotterdamer Hafens vermittelt.

Wir haben während der Rundfahrt an Deck unter den Sonnensegeln gelegen, als der Wind dann aber zu stark wurde, haben sie die eingezogen und wir waren die ganze Zeit in der prallen Sonne, natürlich  gut eingecremt mit Lichtschutzfaktor 30, man will ja nichts riskieren!

Das war  insgesamt ein gelungener Tag mit vielen interessanten Eindrücken, so sehenswert hatten wir uns Rotterdam nicht vorgestellt.

23.07.2014 Gent (07:00-15:30)
Gent liegt am Zusammenfluß von Schelde und Lei  und  ist nach Brüssel und Antwerpen die drittgrößte Stadt Belgiens, sie hat ca. 240.000 Einwohner. Seinen Wohlstand erlangte Gent  im Mittelalter durch den blühenden Tuchhandel, das Flachs- und Leinengewerbe sowie das von der Stadt erworbene Stapelrecht auf Getreide und wurde zu der damaligen Zeit eines der größten Städte Europas.

Gent war auf unserer Reise die einzige Stadt, in der wir ein Taxi in die City nehmen mußten, da der Hafen ca. 4 km von der Innenstadt entfernt ist. Aber das ist bei A-Rosa kein Problem,  die Rezeption ruft einem auf Wunsch gerne einen Wagen, man sagt, wann man fahren will und schon steht das Taxi zu der gewünschten Zeit vor dem Schiff. Dieser Service ist natürlich kostenfrei, egal welchen Tarif man bei der Reise gebucht hat.

Also haben wir uns nach dem Frühstück auf den Weg gemacht, das Taxi haben wir auf dem Hinweg mit einer taiwanesischen Familie geteilt, da hat es  uns nur 5€ gekostet. Zurück dann €11,70, da der Fahrer einen kleinen Umweg fahren mußte, da man nicht direkt in den Hafen abbiegen konnte.

Die Innenstadt von Gent mit den historischen Gebäuden und Grachten war fantastisch, viel sauberer als Amsterdam,  es gab sogar eine vollständig erhaltene Burg und  ich habe natürlich wieder viele schöne Bilder gemacht, die Kamera hat geglüht!  Das einzig nicht ganz so schöne war, daß sie grade ein Bierfest oder sowas hatten und es überall mit Buden zugestellt war, z.T. auch Karussells. Aber man konnte trotzdem ganz gut was sehen.

Direkt im Zentrum in der Nähe des Rathauses befindet sich die Touristeninformation mit einer sehr sauberen Toilette (kostenfrei), die an und für sich schon einen Besuch wert ist, da sie in ein historisches Kellergewölbe  integriert wurde, das sieht man nicht alle Tage.

Die Stadt hat mich so fasziniert, daß ich unbedingt nochmal hin will, wenn nicht grade irgendeine Festivität stattfindet und man richtig gut alles angucken kann. Für mich war Gent die schönste und interessanteste Stadt der Reise

Nach unseren üblichen 2 Stunden Besichtigung waren wir zum Mittagessen  rechtzeitig  an Bord zurück und nachmittags haben wir erst an Deck unter den Sonnensegeln etwas geschlafen (Tourist sein ist ganz schön anstrengend!)  und dann, als wir ausgelaufen sind, noch bis  17:45 in der Sonne gelegen.  Es war wieder sehr heiß, aber im Wind doch ganz erträglich.

24.07. Antwerpen (01:00-18:00)
Antwerpen ist nach der  Brüssel die zweitgrößte Stadt in Belgien und  war im 15. und 16. Jahrhundert eine der größten Städte der Welt, zeitweise die wichtigste Handelsmetropole Europas.

Die Stadt  hat den drittgrößten Seehafen Europas und  ist weltweit wichtigstes Zentrum für die Verarbeitung und den Handel von Diamanten. Neben vier Diamantenbörsen  gibt es ca. 1600 Diamantenfirmen und natürlich auch ein Diamantenmuseum. Das Viertel, in dem sich der Diamantenhandel konzentriert, ist durch Überwachungskameras und ausfahrbare Straßenbarrieren gesichert.

Da Antwerpen zu den wenigen europäischen Städten mit fast vollständig erhaltenem historischen Stadtkern zählt, ist die Stadt natürlich ein wichtiges Ziel im Städtetourismus.

Das haben wir auch gleich gemerkt, als wir nach ca. 20 Minuten Fußweg vom Schiff aus das Zentrum erreicht hatten, überall waren  Gruppen von Japanern und Chinesen unterwegs, obwohl es noch früher Vormittag war. Aber ich habe es fertiggebracht, oft Lücken zwischen den  Touristen zu finden, um meine Aufnahmen zu machen.

Dank unserer A-Rosa Stadtkarte haben wir auch alle wichtigen Sehenswürdigkeiten schnell gefunden,  so z.B. das Rathaus mit unzähligen Flaggen geschmückt, die Gildehäuser am großen Markt, die Liebfrauenkathedrale, die Sankt Pauluskirche und natürlich die Stadtburg Het Steen am Ufer der Schelde, die als das älteste erhaltene Gebäude Antwerpens gilt.

Im Diamantenviertel waren wir leider nicht, aber unser Reisebudget wäre wahrscheinlich für einen Einkauf auch etwas zu schmal gewesen, obwohl es mich  ja interessiert hätte, mal einen Blick in so einen Laden zu werfen.

Da das Wetter mal wieder sehr heiß war, sind wir gegen Mittag auch wieder zurück zum Schiff und haben den Nachmittag  unter dem Sonnensegel an Deck verbracht.

An der Anlegestelle war eine Großbaustelle und man hat uns erzählt, daß hier sehr viele hochwertige Wohnungen entstehen und die Schiffe in 2-3 Jahren wohl draußen an der Schelde ankern müssen, da der Liegeplatz hier dann nicht mehr zur Verfügung steht.

Wir sind dann mit 30 Minuten Verspätung ausgelaufen, da der organisierte Ausflug wegen einer Panne des Busses zu spät zurückkam, aber bei sowas wartet das Schiff ja immer. Ganz im Gegensatz dazu, wenn man privat unterwegs ist und nicht rechtzeitig zurück ist, das kann dann unter Umständen unangenehm werden.

25.07.2014 Arnheim (09:30-1300)
Arnheim liegt  am  Nederrijn, einem relativ kurzen Abschnitt des Rheins nach der Rheinteilung, bei der die Waal und der Nederrijn entstehen. Vielen bekannt ist die Stadt wohl durch die alte Rheinbrücke (John-Frost-Brücke) aus dem Film „Die Brücke von Arnheim“  in der Nähe der Innenstadt.

Die Stadt hat viele Parkanlagen mit repräsentativen Häusern, da Arnheim ab Mitte des 19. Jahrhunderts  beliebter Wohnsitz des Großbürgertums war.

Leider empfing uns Arnheim, das letzte Ziel unserer Reise, mit dunklen Wolken und wir haben uns beeilt, nach dem Frühstück an Land zu kommen um noch alles trockenen Fußes besichtigen zu können. Unser Schiff lag auch gleich beim Stadttor neben der John-Frost-Brücke  und so mußten wir nur ein paar Minuten bis zur Innenstadt laufen.

Wir sind zunächst über den Wochenmarkt geschlendert und dann weiter fernab von dem Trubel zu einem der Parks, an dem auch wunderschöne alte Häuser zu finden waren.

Zurück ging es durch die Fußgängerzone, aber kurz bevor wir zum Schiff zurück kamen, fing es an zu nieseln und später regnete es dann ziemlich stark. Das ideale Wetter zum Kofferpacken, da wir ja am nächsten Tag nach Köln kommen sollten, dem Start- und Endpunkt unserer 14 tägigen Reise.

26.07.2014 Köln – Bremen
Wir sind um 6:00 aufgestanden,  haben den großen Koffer mit entsprechendem Anhänger versehen vor die Tür gestellt,  gefrühstückt und um kurz vor 8:00 kam der Aufruf für den Bustransfer zum Bahnhof. Der Koffer wurde natürlich durch A-Rosa Mitarbeiter zum Bus befördert, wo  wir ihn nochmal identifizieren mußten, bevor er  in den Bus eingeladen wurden, sicher ist sicher!

Am Kölner Hauptbahnhof sind wir  noch kurz in die Lounge und haben uns dann überlegt, einen Zug früher zu nehmen, da der andere, für den wir eigentlich Platzkarten hatten,  erst  20 Minuten später als geplant  fahren sollte, wegen Bauarbeiten auf der Strecke.

Der Zug kam auch pünktlich und wir haben noch 2 ganz gute Plätze im 1. Klasse-Großraumwagen gefunden, Platz für den großen Koffer war auch hinter dem Sitz von meinem Mann. Wir waren grade in Köln losgefahren und der Zug stand noch halb auf der Rheinbrücke, als er plötzlich scharf bremste und eine Durchsage vom Schaffner kam:“Meine Damen und Herren! Wegen Betätigens der Notbremse verzögert sich unsere Weiterfahrt“. – Na, Mahlzeit, sowas kann manchmal ewig dauern!

Aber wir hatten Glück und nach ca. 15 Minuten ging es weiter. Die restliche Fahrt verlief  ohne weitere besondere Vorkommnisse und wir sind mit 20 Minuten Verspätung in Bremen angekommen.

Dann ging’s mit dem Taxi nach Hause. Da war alles okay, wir haben kurz das Handgepäck ausgeräumt und sind dann einkaufen gefahren, da der Kühlschrank natürlich gähnend leer war. Kein Büffet mehr und kein Zimmermädchen, der Alltag hatte uns wieder.

Beurteilung der Reise:

1. Schiff – die A-Rosa Aqua
Das Schiff bietet maximal 202 Passagieren Platz, auf unserer Reise waren es in jeder Woche jedoch nur ca. 150. Es war immer ausreichend Platz, überhaupt kein Problem mit  belegten/reservierten Liegen auf dem Sonnendeck und auch beim Essen hat man immer einen Tisch im Restaurant gefunden.  Das Schiff ist zwar Baujahr 2009, machte aber einen neuen Eindruck, alles ist sehr gepflegt. Bloß eins von den vier Sonnensegeln war die ganze Zeit defekt, das war aber kein Problem, da nie so viele Leute im vorderen Bereich des Sonnendecks lagen.

Unsere Kabine war 14,5 qm groß und hatte einen französischen Balkon. An der Balkontür war ein Fliegengitter zum herunterziehen angebracht, was wirklich angenehm ist. Das Dekor und die Einrichtung erinnert stark an AIDA, selbst die Poolhandtücher sind gelb-weiß gestreift. Die Kabine ist funktional, nur die Betten fand ich hart, aber da hat wohl jeder andere Vorlieben.

2. Essen
Es gibt zu jeder Mahlzeit Buffet, dazu zusätzlich zwei kostenfreie Spezialitätenabende pro Reise und einen sog. Wine & Dine Abend, der allerdings bezahlt werden muß. Die Auswahl ist gut, man hat natürlich  bedingt durch die Größe des Schiffes nicht soviel Möglichkeiten eine sehr große Vielfalt an Speisen anzubieten. Es werden auch problemlos Sonderwünsche erfüllt, mein Mann verträgt z.B. die meisten Gewürze und Kräuter nicht und nachdem wir nachgefragt hatten, wurde ihm immer gesondert das Fleisch  ohne weitere Zutaten gebraten.

Die Speisenfolge wiederholt sich alle 7 Tage, es machen wohl kaum Leute eine 14 Tage Tour so wie wir, da werden es die wenigsten bemerken. Ich habe in der 2. Woche aber festgestellt, daß ein Personalwechsel in der Küche stattgefunden haben muß, da dieselben Gerichte deutlich anders schmeckten.  Und der Koch, der für die Kartoffeln zuständig war, war eindeutig verliebt, die waren immer viel zu salzig. Ansonsten ist natürlich das Essen Geschmackssache, aber es läßt sich sicherlich immer für jeden etwas finden.

3. Service
Beim Essen ist natürlich Selbstbedienung am Buffet, aber die Getränke werden (außer beim Frühstück)  serviert. Das Personal wußte nach kurzer Zeit schon, was die Gäste trinken, man mußte kaum warten, alles ging immer schnell und aufmerksam. Gleiches gilt für den Service in der Lounge und an der Bar.

Die Kabine wurde zweimal täglich (vormittags und abends, während des Abendessen) gereinigt. Alles war immer super sauber und auch Extrawünsche z.B. nach zusätzlichen Kleiderbügeln, wurden sofort erfüllt.

4. Unterhaltung
Jeden Abend gab es in der Lounge Musik von einem ausgezeichneten DJ, er spielte viel Oldies (z.B. Beatles, Stones, CCR), aber auch neuere Sachen waren dabei, nur nicht grade so etwas vom Genre Rammstein, das hätte mir auch nicht sonderlich gefallen. Humor hatte der Mann auch, ein Spruch von ihm:  „Herr, bewahre uns vor Wellen und Wind und Liedern, die von Florian Silbereisen sind!“. Haha.

5. Route
Die Südroute „Kurs Basel“ als auch die Nordroute „Kurs Amsterdam“ waren gleichermaßen interessant, wobei die Südroute eindeutig landschaftlich schöner ist, auf der Nordroute sieht man beim Fahren hauptsächlich Wiesen, Schleusen und Industrieanlagen, aber da das Schiff zum größten Teil nachts fährt, ist das nicht so schlimm.  Sowohl im Norden als auch im Süden sind die Städte einmalig und faszinierend und für Liebhaber mittelalterlicher Architektur ein absolutes Muß.

6. Altersdurchschnitt
Natürlich waren die meisten Gäste 60+, aber es waren auch jüngere an Bord. So hatten wir z.B. in der 1. Woche eine Gruppe von 30 Spaniern, von denen viele unter 30 waren. Und in der 2. Woche war eine Reisegruppe von ca. 40 Personen da, die ausschließlich Bikingausflüge gemacht haben,  im Alter so 40+ würde ich sagen.

7. Ausflüge
Da wir es diesmal ruhig angehen lassen wollten, haben wir nur Besichtigungen auf eigene Faust gemacht, was überhaupt kein Problem war, da man von A-Rosa immer sehr gute Hafeninformationen mit Karte und Lage sowie Beschreibung der Sehenswürdigkeiten  erhalten hat. A-Rosa bietet aber natürlich auch eine Vielzahl von Ausflügen an, das PDF hierzu findet man auf der A-Rosa Website unter „downloads“ bzw. mit den Reiseunterlagen kriegt man das Heft  auch zugesandt.

8. Kosten
Balkonkabine auf dem 2.Deck Tarif „Select Premium Alles Inklusive“ für die 14 Tage Kombitour:
2.880,- pro Person  incl.  Superfrühbucher und 10% Kombinationsrabatt.
Hotel Hilton Köln: €95,-  pro Person incl. Frühstück
Bahn An- und Abreise  RIT Ticket bis 400 km: € 125,- pro Person

9. Gesamt
Es war, genau wie die Donaukreuzfahrt letztes Jahr, wieder eine gelungene, wunderschöne Reise, bei der rundherum alles gestimmt hat. Der gute Eindruck, den wir von A-Rosa gewonnen hatten, hat sich auch dieses Mal bestätigt und wir haben schon für nächstes Jahr die 14-tägige  „Route intensiv“  auf der Rhone (Südfrankreich) mit der A-Rosa Stella gebucht.

 

 

 



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