Schadensersatz: Grobe Routenänderungen auf Kreuzfahrt nicht zulässig


    Ein Ehepaar hat eine dreiwöchwige Kreuzfahrt gebucht welche offiziell durch Gegenden führen sollte wo zuletzt Piratenangriffe stattgefunden haben Nach dem Einchecken in Durban teilte man den Passagieren mit das 3 von 8 Häfen nicht angelaufen werden.

    Die Kreuzfahrt startete in Durban in Südafrika und sollte in Genua beendet werden. Nach der Einschiffung in Durban, wurde den Passagieren erläutert das wegen der Möglichkeit von Piratenangriffen im Golf von Aden 3 von 8 Häfen nicht angelaufen werden.



    So wurden die Anlaufstellen, „Sansibar“ mit 6-stündigem Aufenthalt, „Safaga“ und „Soukhna“ mit jeweils 11 Stunden planmäßigem Aufenthalt aus der Route gestrichen. Anstelle der 3 gestrichenen Häfen, hat die Reederei einen fünfstündigen Aufenthalt in „Sharm El Sheik“ in die Routenführung eingebaut.

    Piratenflagge - Foto Dieter Schütz / pixelio.de

    Piratenflagge – Foto Dieter Schütz / pixelio.de



    Das Ehepaar hat sich das nicht gefallen lassen wollen, da man die Kreuzfahrt gezielt gebucht habe um die 3 Länder kennen zulernen. Das Amtsgericht in München sah das ähnlich und sprach dem Ehepaar einen Schadensersatz von 25% des Reisepreises zu. Das Ehepaar hatte für die Reise über 5000 Euro bezahlt.

    Das Gericht (Az: 281 C 31292/09) argumentierte wie folgt: Ein Reise-Unternehmen hat bei dem Verkauf von Reisen trotz bestehender Sicherheitsrisiken, entsprechende Sicherheitsvorkehrungen wie in diesem Fall, bewaffnete Beiboote, Sicherheitspersonal an Bord zu treffen um die planmäßige Route fahren zu können oder muss es akzeptieren das Reisende ihr Minderungsrecht einfordern.




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